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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Splitter in der Wunde Einsamkeit poetologische Gedichte philosophische Gedichte lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Splitter in der Wunde Einsamkeit</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jan 2026 23:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Aus einer Ars poetica parva Im weichen Dunst Erinnerung ein dunkler Fleck am Horizont, wie eine tote Robbe aus der Schar des Proteus, die dort liegenblieb, als gischtend der Hexameter die grüne Woge um ihn schlang. &#160; Im Schneegefild die schiefe Spur des angeschossenen Wilds. So geistert durch den Traum, gleich einem Hinke-Iambus, der Schwellfuß [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/splitter-der-wunde-einsamkeit/">Splitter in der Wunde Einsamkeit</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus einer Ars poetica parva<br />
</em><br />
Im weichen Dunst Erinnerung<br />
ein dunkler Fleck am Horizont,<br />
wie eine tote Robbe aus der Schar<br />
des Proteus, die dort liegenblieb,<br />
als gischtend der Hexameter<br />
die grüne Woge um ihn schlang.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im Schneegefild die schiefe Spur<br />
des angeschossenen Wilds.<br />
So geistert durch den Traum,<br />
gleich einem Hinke-Iambus,<br />
der Schwellfuß eines Schatten-Ich,<br />
das im Blätterrauschen<br />
goldener Ode eine Sänfte wähnt.<br />
Nur immer ferner tönt das Laub,<br />
wird fahler nur und grauer,<br />
je atemloser es ihm tastet nach.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mönch am Meer, Splitter<br />
in der Wunde Einsamkeit.<br />
Abgeschnittenes Lid,<br />
sobald er in den Spiegel blickt,<br />
den sinnloses Gelalle trübt.<br />
Kein Engel wird ihn gnädig ziehen<br />
über wüster Urflut Schaum<br />
ins sanfte Licht des Chorgesangs.<br />
Vom schwarzen Dunst zermürbt<br />
versinkt er in der Dünung Schnee.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ei, gesprenkelt gelb und rot,<br />
im Nest zurückgelassen,<br />
dem ungesagten Amen gleich,<br />
kein Psalm, der’s ausgebrütet.<br />
Die Vögel flogen jählings auf,<br />
von Wohlgeruch gelockt,<br />
als wehte Traum von Eden.<br />
So fault verwaist das Wort,<br />
wenn auch der Seele Nest<br />
verdorrt mit kahlen Ästen<br />
im Silbermond elegisch<br />
ächzend lang noch schwingt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Anmerkung zur Zeile „Abgenschnittenes Lid“:</em></p>
<p><em>„Das Bild liegt mit seinen zwei oder drei<br />
geheimnisvollen Gegenständen wie die<br />
Apokalypse da, als ob es Youngs<br />
</em><em>Nachtgedanken hätte, und da es in<br />
seiner Einförmigkeit </em><em>und Uferlosigkeit,<br />
nichts als den Rahmen im Vordergrund </em><br />
<em>hat, so ist es, wenn man es betrachtet,<br />
als ob einem die  Augenlider weggeschnitten wären.“ </em></p>
<p><em>Heinrich von Kleist</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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