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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Verlorener Bote Gedichte über die Eifel philosophische Gedichte lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Verlorener Bote</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Apr 2024 22:23:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte und poetische Texte über Koblenz, Koblenz-Metternich, die Eifel und den Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Gedenk der Heimaterde, die dich ausgesandt. Wenn sich der Morgendunst allmählich klärt, von Tropfen glitzernd, bitter-süßen, wie dort das Kreuz, gehauen aus Basalt, das Unding, aller Dinge schmerzlich-wahre Mitte, und fast von Moosen übergrünt, vergessen, in einen schiefermatten Himmel ragt. Dort, wo der Ginster schäumt und Summen webt, wo Erde gärt und Asche blüht, im [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/verlorener-bote/">Verlorener Bote</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Gedenk der Heimaterde,<br />
die dich ausgesandt.</p>
<p>Wenn sich der Morgendunst allmählich klärt,<br />
von Tropfen glitzernd, bitter-süßen,<br />
wie dort das Kreuz, gehauen aus Basalt,<br />
das Unding, aller Dinge schmerzlich-wahre Mitte,<br />
und fast von Moosen übergrünt, vergessen,<br />
in einen schiefermatten Himmel ragt.<br />
Dort, wo der Ginster schäumt und Summen webt,<br />
wo Erde gärt und Asche blüht, im Wasser Geysir spukt,<br />
in heißen Mittags schlafenstrunkner Stunde,<br />
bist, scheuer Mensch, du einst entlanggegangen.</p>
<p>War noch ein Echo wach in dir von Glocken,<br />
Geläut, das früh die Nebelschleier aufgetrennt,<br />
als du am runden Maar in schilfgewiegter Dunkelheit gelegen,<br />
erwacht vom dämmergrünen Kuckucksruf,<br />
der dir von einer Schöpfung ungeheurer Weite<br />
der Fülle Widerhall, der Klage Unmaß gab?</p>
<p>Nein, dein Kopf war jetzt ein Bienenkorb erhitzten Schwirrens,<br />
und brachten Nektar die Gedanken, so von Blüten<br />
ferner Auen, unbekannter, südlich sonnenheitrer Triften,<br />
du weißt nicht, Orchideen, Chrysanthemen, Oleander,<br />
ach, schlichten Veilchen auch, dem einen gleich, das sie dir einst,<br />
das sie dir einst gepflückt, dir in das Buch gepreßt.<br />
Und plötzlich bist du wildnisüberschattet<br />
von schwarzer Locken Wogenfall,<br />
und nur ein Glanz ist nah, der Glanz von Augen,<br />
da wachst du, hingestreckt im Stoppelfelde, wachst du auf.</p>
<p>Jetzt spute dich, die Sonne sinkt, jetzt eile,<br />
du bist ein Bote ja, mit einer Botschaft, froh und ernst.<br />
Was Leides dir geschieht und schmerzt und niederdrückt,<br />
es sollte wie die Wunde sein des Läufers,<br />
des Herolds, der vom Wunder der Errettung Kunde bringt,<br />
denn seiner harren, die schon nachtlang zweifelnd bangen,<br />
und fällt er hin, mag auch das Knie noch bluten,<br />
er rafft sich auf, holt Atem und läuft zu.</p>
<p>Der Mond, ein Mahnmal überm Grab des Tages, schwebt herauf,<br />
erloschen ist der Lerchen Sonnensang,<br />
dort schauert Laub, tautriefendes, von Reben,<br />
du siehst aus Höhen in der Tiefe freudig ihn<br />
im späten Strahl vom Schaum des Abgrunds glimmen,<br />
den heimatlichen Strom.</p>
<p>Dir aber girrt der Abendwind im Haar,<br />
und an die Schläfen schmiegen seufzend sich die Blätter,<br />
schwellend-goldener Trauben Hüterinnen.<br />
Dir ist, als ob der warme Schiefer unterm Mondlicht ächzt,<br />
im Tale aber schluchzen müde Wellen.<br />
Und über dir erstarrt zu Gletschern Dunst und Wolke,<br />
du zitterst vor dem Hauch, dem eisigen, der Ewigkeit.</p>
<p>Ach, sink nur nieder auf die harte Stufe, wo ein schwaches Flackern<br />
von Kerzen vor dem Andachtsbild dir spricht<br />
und spricht von unerlöster Einsamkeit der Kreatur,<br />
Verlorenheit, wenn alle Pfade dunkeln,<br />
kein Stern ist, der noch in die Heimat führt.</p>
<p>Ein Bote warst du,<br />
dem Erinnerung, die zarte Schale,<br />
worin die Blume süßen Duftes schwamm,<br />
am Schmerz zerbrach,<br />
verlorener Bote,<br />
dem die Botschaft hingewelkt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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