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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Walther von der Vogelweide Frô Welt neuhochdeutsch</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Walther von der Vogelweide, Frô Welt</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Sep 2016 18:11:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Walther von der Vogelweide Frô Welt neuhochdeutsch]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>I Frô Welt, ir sult dem wirte sagen daz ich im gar vergolten habe: mîn grôziu gülte ist abe geslagen; daz er mich von dem brieve schabe. swer ime iht sol, der mac wol sorgen. ê ich im lange schuldic wære, ich wolt ê zeinem juden borgen. er swîget unz an einen tac: sô wil [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/walther-von-der-vogelweide-fro-welt/">Walther von der Vogelweide, Frô Welt</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>I<br />
Frô Welt, ir sult dem wirte sagen<br />
daz ich im gar vergolten habe:<br />
mîn grôziu gülte ist abe geslagen;<br />
daz er mich von dem brieve schabe.<br />
swer ime iht sol, der mac wol sorgen.<br />
ê ich im lange schuldic wære, ich wolt ê zeinem juden borgen.<br />
er swîget unz an einen tac:<br />
sô wil er danne ein wette hân,<br />
sô jener niht vergelten mac.</p>
<p>II<br />
›Walther, dû zürnest âne not:<br />
dû solt bî mir belîben hie.<br />
gedenke wie ich dirz erbôt,<br />
waz ich dir dînes willen lie,<br />
als dicke dû mich sêre bæte.<br />
mir was vil inneclîche leit daz dû daz ie sô selten tæte.<br />
bedenke dich: dîn leben ist guot:<br />
sô dû mir rehte widersagest,<br />
sô wirst dû niemer wol gemuot.‹</p>
<p>III<br />
Frô Welt, ich hân ze vil gesogen:<br />
ich wil entwonen, des ist zît.<br />
dîn zart hât mich vil nâch betrogen,<br />
wand er vil süezer fröiden gît.<br />
do ich dich gesach reht under ougen,<br />
dô was dîn schœne an ze schowen wünneclich al sunder lougen:<br />
doch was der schanden alse vil,<br />
dô ich dîn hinden wart gewar,<br />
daz ich dich iemer schelten wil.</p>
<p>IV<br />
›Sît ich dich niht erwenden mac,<br />
sô tuo doch ein dinc des ich ger:<br />
gedenke an manegen liehten tac,<br />
und sich doch underwîlent her<br />
niuwan sô dich der zît betrâge.‹<br />
daz tæt ich wunderlîchen gerne, wan deich fürhte dîne lâge,<br />
vor der sich nieman kan bewarn.<br />
got gebe iu, frowe, guote naht:<br />
ich wil ze hereberge varn.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Frau Welt<br />
</strong><br />
I<br />
„Mögt ihr, Frau Welt, dem Wirte sagen,<br />
ich konnte ihm alles begleichen.<br />
Ich hab die schwere Schuld abgetragen,<br />
er soll mich aus dem Schuldbuch streichen.<br />
Wer bei ihm in der Kreide steht, hat wohl Sorgen.<br />
Bevor ich lange bliebe in seiner Schuld, ging zum Juden ich eher mir borgen.<br />
Jener hält wohl still bis zum letzten Tag:<br />
Dann verlangt er nach seinem Pfand,<br />
bleibt dieser schuldig den Betrag.“</p>
<p>II<br />
„Zu zürnen, Walther, tut nicht not;<br />
du sollst nur bleiben hier bei mir.<br />
An all das denke, was ich dir bot,<br />
wie ich war zu Willen dir,<br />
als du oft mich darum batest.<br />
Mir tat es nur immer leid, daß du dies so selten tatest.<br />
Geh in dich: Dein Leben, es ist gut.<br />
Wenn du wahrhaft mir abschwörst,<br />
wirst du nie mehr wohlgemut.“</p>
<p>III<br />
„Frau Welt, ich hab genug gesogen,<br />
mich zu entwöhnen ist nun Zeit.<br />
Deine Zärte hat mich fast betrogen,<br />
sie hält süßer Freuden viel bereit.<br />
Als ich in die Augen dir hab geblickt,<br />
war ich, leugnen kann ichʼs nicht, von deiner Schönheit wohl entzückt.<br />
Doch war von Lastern viel Geschwür,<br />
das ich auf deinem Rücken sah,<br />
ich will dich immer tadeln dafür.“</p>
<p>IV<br />
„Da ich deinen Sinn nicht zu wenden vermag,<br />
gib nur nach meinem Wunsch ein Stück:<br />
Denke an manch einen heiteren Tag,<br />
und kehr hin und wieder zu mir zurück,<br />
wenn dir die Zeit wird allzu lang.“<br />
„Das täte ich von Herzen gern, wär mir nicht vor deiner Tücke bang,<br />
vor der sich keiner retten kann.<br />
Gönne Gott dir, Frau, eine gute Nacht:<br />
Ich ziehe zur Herberge hinan.“</p>
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