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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Walther von der Vogelweide Ich saz ûf eime steine neuhochdeutsch</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Walther von der Vogelweide, Ich saz ûf eime steine</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2016 15:48:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Walther von der Vogelweide Ich saz ûf eime steine neuhochdeutsch]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ich saz ûf eime steine, und dahte bein mit beine; dar ûf satzt ich den ellenbogen; ich hete in mîne hant gesmogen daz kinne und ein mîn wange. dô dâhte ich mir vil ange, wie man zer werlte solte leben: deheinen rât kond ich gegeben, wie man driu dinc erwurbe, der deheinez niht verdurbe. diu [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/walther-von-der-vogelweide-ich-saz-uf-eime-steine/">Walther von der Vogelweide, Ich saz ûf eime steine</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich saz ûf eime steine,<br />
und dahte bein mit beine;<br />
dar ûf satzt ich den ellenbogen;<br />
ich hete in mîne hant gesmogen<br />
daz kinne und ein mîn wange.<br />
dô dâhte ich mir vil ange,<br />
wie man zer werlte solte leben:<br />
deheinen rât kond ich gegeben,<br />
wie man driu dinc erwurbe,<br />
der deheinez niht verdurbe.<br />
diu zwei sint êre und varnde guot,<br />
der ietwederz dem andern schaden tuot,<br />
daz dritte ist gotes hulde,<br />
der zweier übergulde.<br />
die wolte ich gerne in einen schrîn.<br />
jâ leider desn mac niht gesîn,<br />
daz guot und werltlich êre<br />
und gotes hulde mêre<br />
zesamene in ein herze komen.<br />
stîg unde wege sint in benomen:<br />
untriuwe ist in der sâze,<br />
gewalt vert ûf der strâze;<br />
fride unde reht sint sêre wunt.<br />
diu driu enhabent geleites niht,<br />
diu zwei enwerden ê gesunt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich saß auf einem Stein,<br />
ein Bein auf dem andern Bein,<br />
stützte darauf den Ellenbogen,<br />
ich hielt in meiner Hand gewogen<br />
das Kinn und eine meiner Wangen.<br />
Da nahm mich die Frage gefangen,<br />
wie man auf der Welt soll leben:<br />
Keinen Rat konnte ich mir geben,<br />
wie man drei Dinge erwürbe,<br />
ohne daß man eines verdürbe.<br />
Zwei sind Ehre und weltliche Güter,<br />
doch eins ist nicht des andern Hüter,<br />
das dritte ist Gottes Gnade,<br />
vor ihr sind jene Fassade.<br />
Paßten sie nur alle in einen Schrein.<br />
Doch leider kann dies ja nicht sein,<br />
daß Gottes Gnadenreine<br />
in einem Herzen sich vereine<br />
mit Besitz- und Ruhmbegier.<br />
Versperrt sind alle Fluchten hier:<br />
Feinde lauern im Hinterhalt,<br />
auf den Wegen herrscht Gewalt.<br />
Friede und Recht sind schwer verwundet.<br />
Die dreie finden nach Hause kaum,<br />
sind diese nicht zuvor gesundet.</p>
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