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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Wir lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Wir</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Mar 2017 10:59:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Wir lyrische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>I Wir sind wie Wolken vor dem Wind, der mit uns spielt und eine Weile gönnt, und wenn wir in die Bläue träumen, uns zerreißt mit einem letzten Kuß. * II Wir atmen fremder Lüfte fremden Geist, der in uns sucht nach einer blauen Mulde, zu ruhen dort dem wilden Wasser gleich, das mündet unterm [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/wir-2/">Wir</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>I<br />
</strong><br />
Wir sind wie Wolken vor dem Wind,<br />
der mit uns spielt und eine Weile gönnt,<br />
und wenn wir in die Bläue träumen,<br />
uns zerreißt mit einem letzten Kuß.</p>
<p>*</p>
<p><strong>II</strong></p>
<p>Wir atmen fremder Lüfte fremden Geist,<br />
der in uns sucht nach einer blauen Mulde,<br />
zu ruhen dort dem wilden Wasser gleich,<br />
das mündet unterm Sternenglanz der Stille.<br />
<strong><br />
*</strong></p>
<p>III</p>
<p>Wir gehen immer tiefer in die Nacht,<br />
die aus fernen Gärten Blüten streut,<br />
und noch bevor die erste Knospe glimmt,<br />
den Duft der Heimat zu uns weht.</p>
<p><strong>*</strong></p>
<p>IV</p>
<p>Wir sehen jenseits uns im Augenwasser,<br />
das unter unsern Abschiedsblicken dunkelt,<br />
und sinken uns die Lider unterm Schnee des Lichts,<br />
wie Blüten treiben wir auf fernen Teichen.<br />
<strong><br />
*</strong></p>
<p>V</p>
<p>Wir kommen spät zum Abendhügel,<br />
wo Tränen unsre Wunden schließen<br />
und auf Altären aus den Blumengarben<br />
die Liebe, der wir sie pflückten, singt.</p>
<p><strong>*<br />
</strong><br />
<strong>VI<br />
</strong><br />
Uns bleiben nur die alten schlichten Worte,<br />
die wie Kerne kleben gern am Gaumen lang,<br />
die wahren Gesten Abschied und Willkommen<br />
und das Adieu, wenn Auge tief aus Augen trinkt.</p>
<p><strong>*</strong></p>
<p>VII</p>
<p>Und wenn am letzten Ufer fremde Luft<br />
uns Haar und Mantel wie ein Lodern bauscht,<br />
dann halten kindlich wir uns bei der Hand,<br />
die Herzen hebt schon Rauschens weißer Gischt.</p>
<p><strong>*</strong></p>
<p>VIII</p>
<p>Und beugst du nochmals über mich<br />
die helle Blume deines Lächelns,<br />
nimmt mich der alten Heimat Garten auf,<br />
und Schlehendorn verschließt ihn ganz.</p>
<p><strong>*</strong></p>
<p>IX</p>
<p>Und finden wieder wir den Pfad zu jener Höhe,<br />
wo unter uns der Strom wie Sage schimmert,<br />
harren wir der Nacht, bis sie mit Jenseitsblüten<br />
uns ganz bedeckt, und kehren nicht zurück.</p>
<p><strong>*</strong></p>
<p>X</p>
<p>Wir sind die Tränen, die von Schlafes Lidern rinnen,<br />
und haben Wärme nur auf kindlich-süßer Wange.<br />
Wir sind die zart ins Mädchenhaar geschmiegte Spange,<br />
die blind entgleitet unterm Beben sanfter Minnen.</p>
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