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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Zwischen Erde und Himmel VI lyrische Gedichte</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Zwischen Erde und Himmel VI</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Dec 2017 20:45:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Erde und Himmel VI lyrische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Sonne zog ihn auf, herrisch und neckend, wand ihm Strahlenbündel ins Haar, Sonne malte grünen Sinn auf sein Blatt, griff ihm wild ins dunkle Geschlecht, bestäubte seine Geduld mit Gold, Sonne sandte ihm die gefiederten Sänger, sich auf den Rhythmen seiner Angst zu wiegen und seine dunklen Taschen mit gesprenkelten Eiern zu füllen. Erde hat [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/zwischen-erde-und-himmel-vi/">Zwischen Erde und Himmel VI</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Sonne zog ihn auf,<br />
herrisch und neckend,<br />
wand ihm Strahlenbündel ins Haar,<br />
Sonne malte grünen Sinn auf sein Blatt,<br />
griff ihm wild ins dunkle Geschlecht,<br />
bestäubte seine Geduld mit Gold,<br />
Sonne sandte ihm die gefiederten Sänger,<br />
sich auf den Rhythmen seiner Angst zu wiegen<br />
und seine dunklen Taschen<br />
mit gesprenkelten Eiern zu füllen.</p>
<p>Erde hat lang ihn mit Dunkelheit umschoßt<br />
und seinen weichen Kern unter Tränen<br />
mütterlich besprochen mit dem Schattenmund<br />
uralter Orakel,<br />
Erde umleckte ihn mit salziger Zunge,<br />
nährte ihn mit dem Schweiß des Wurms,<br />
dem Dung zerstäubter Flügel von Faltern<br />
und Traumsekreten goldener Käfer,<br />
Erde wärmte ihm das Wurzelgeflecht,<br />
gönnte ihm zwischen Kiesel und Muschel<br />
langen Atems Aufenthalt,<br />
Erde begeisterte ihn mit wässrigem Segen<br />
zum Aufstieg ins Sternenlied.</p>
<p>Wind hat ihn liebkost und gepeitscht,<br />
ließ ihn helle Rätsel säuseln<br />
und sich ächzend recken<br />
ins Jenseitsblau der Nacht,<br />
Wind krümmte seine Einsamkeit<br />
ins Abgrundrauschen der Wasser,<br />
Wind schrie ihm die Namen der Götter<br />
ins Schattengeäst,<br />
ritzte ihm in die runzlige Haut<br />
panische Fratzen,<br />
Wind schüttelte ihm die Liebesgabe<br />
aus der emporgezückten Hand,<br />
Wind schor seinen roten Schopf<br />
und legte das schwarze Urbild des Schweigens bloß.</p>
<p>Regen hat ihm von Wolken<br />
Schauergeschichten zugeflüstert,<br />
ihn in rosige Schleier gehüllt und genährt<br />
mit dem Minnesang der Tropfen,<br />
Regen hat ihm aus den bemoosten Nestern des Schlafs<br />
das Zischen blauer Nattern hervorgelockt,<br />
Regen sang ihm das Heroenepos<br />
vom Keim des Urlichts,<br />
der sich dem dunklen Kuß der Erde<br />
in den Jubel schäumender Blüten entwand,<br />
Regen betäubte sein müdes Zittern<br />
mit Düften von Eden her,<br />
Regen hat ihn mit dem Glanz der Ergebung beträuft.</p>
<p>Mensch, o Mensch,<br />
hast ihn erlegt,<br />
tausend Jahre des Atmens und Sinnens<br />
zerhackt,<br />
tausend Jahre des Blühens und Sprossens<br />
verheizt.<br />
Mensch, wenn dir warm wird am Ofen,<br />
gedenke der erloschenen Flammen<br />
im herbstlichen Laub,<br />
Mensch, wenn du über den Ziffern des Buches träumst,<br />
gedenke der zersägten Male,<br />
der Inschrift sich rundender Jahre.</p>
<p>&nbsp;</p>
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