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Die Träume kriechen unters Bett

06.05.2021

Der Mond löscht seinen schwachen Span,
als hätte er die Erde satt.
Was hat der Teich ihm angetan,
der selbstlos ihn gespiegelt hat?

Der Wind schlüpft in ein Abflußrohr,
als wäre er des Schweifens müd.
Das Laub erstarrt. Warʼs nicht zuvor,
daß er sich fühle, aufgesprüht?

Der Blumenduft mischt sich mit Aas-
geruch, er ist das Locken leid.
Der Falter sinkt ins dürre Gras
und war zum Liebesmahl bereit.

Die Träume kriechen unters Bett
des Dichters, der nicht schlafen kann.
Die Leere macht der Glanz nicht wett,
der mit der kalten Träne rann.

 

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