Sonett von der erfüllten Prophezeiung
Schon knirscht wie prophezeit ein weißer Sand
in feinen Spalten zwischen Sinn und Zeichen.
Die Knospen mußten ohne Tau erbleichen,
und was den Vers genährt, der Duft entschwand.
Nur Dunst zu träumen trägt heran der Wind.
Die umgestürzten Male, wo um Namen
ein Flor gerankt aus Mnemosynes Samen,
sind überschrieben schon von schwarzem Grind.
Der in der stillen Nische hat gewacht,
dem Engel ward der Flügel weggebrochen.
Was Andacht flehentlich zu ihm gesprochen,
die Glut des Herzens löschte aus die Nacht.
Willst, Dichter, du noch in der Wüste hausen,
den schwachen Odem opfern dumpfem Brausen?
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