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	<title>Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung &#187; Gedichte in Prosa</title>
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	<description>Gedichte, philosophische Essays, philosophische Sentenzen und Aphorismen, Übersetzungen antiker und moderner lyrischer Dichtung</description>
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		<title>Sie streute Blüten</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Feb 2026 23:04:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Sie streute Blüten Gedichte in Prosa philosophische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Sie streute, wem zum Zeichen, weiß keiner, wer will’s auch wissen, zu bestimmten Tageszeiten, ob nach dem Sonnenstand oder auch dem Lauf des Monds, weiß keiner, wer kann’s auch wissen, Orchideenblüten aus dem Fenster, die sie wie eine Schlafwandlerin langsam von den Knospen pflückte. Und dabei sprach sie vor sich, in einer fremden Sprache, in [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/sie-streute-blueten/">Sie streute Blüten</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Sie streute, wem zum Zeichen,<br />
weiß keiner, wer will’s auch wissen,<br />
zu bestimmten Tageszeiten,<br />
ob nach dem Sonnenstand<br />
oder auch dem Lauf des Monds,<br />
weiß keiner, wer kann’s auch wissen,<br />
Orchideenblüten aus dem Fenster,<br />
die sie wie eine Schlafwandlerin<br />
langsam von den Knospen pflückte.<br />
Und dabei sprach sie vor sich,<br />
in einer fremden Sprache, in welcher,<br />
weiß keiner, wer will’s auch wissen.</p>
<p>Erst schaute die Nachbarin<br />
auf dem Flur, wenn sie kam, unter sich,<br />
ob aus Ärger, vor Verlegenheit,<br />
weiß keiner, wer kann’s auch wissen.<br />
Doch als sie begann, abends<br />
mit aufgelöstem Haar<br />
am offenen Fenster zu singen,<br />
in einer fremden Sprache, in welcher,<br />
weiß keiner, wer will’s auch wissen,<br />
erhielt sie nach zwei Wochen<br />
ein Einschreiben mit der Drohung<br />
sofortiger Kündigung bei Zuwiderhandeln.</p>
<p>Eine Kerze brannte noch des Nachts<br />
am Fenster, sie war schon fort. Wohin,<br />
weiß keiner, wer will’s auch wissen.<br />
Kürzlich sah ich eine schöne Frau<br />
aus einem Blumenladen treten,<br />
eine weiße Orchidee in der Hand.<br />
Ach, wie habe ich sie angelächelt,<br />
sie pflückte ein paar Blüten ab,<br />
um sie vor mir auf den Weg zu streuen.<br />
Und schon war sie entschwunden.<br />
War sie’s, war’s ein Phantom,<br />
ich weiß es nicht, werde es nie wissen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Sesam öffne dich</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Jan 2026 23:08:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Sesam öffne dich Prosagedichte philosophische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Assez de lumière pour les uns et assez d&#8217;obscurité pour les autres, pour que les élus soient illuminés et que les réprouvés soient aveuglés. Klarheit ist genug, um die Erwählten zu erleuchten, Dunkelheit genug, um die Verworfenen zu blenden. Blaise Pascal, Pensées, Frag. 440/441 &#160; Wer vor einer Scheintür wartet, einer Tapetentür (die nur Dekor, [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/sesam-oeffne-dich/">Sesam öffne dich</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Assez de lumière pour les uns et assez d&#8217;obscurité pour les autres,<br />
pour que les élus soient illuminés et que les réprouvés soient aveuglés.</em></p>
<p><em>Klarheit ist genug, um die Erwählten zu erleuchten,</em><br />
<em> Dunkelheit genug, um die Verworfenen zu blenden.</em></p>
<p><em>Blaise Pascal, Pensées, Frag. 440/441</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wer vor einer Scheintür wartet,<br />
einer Tapetentür<br />
(die nur Dekor, Attrappe, Illusion),<br />
und sagt: „Er wird bald kommen!“ –</p>
<p>der Fromme meint:<br />
der Retter und Erlöser<br />
(oder Rächer für alles Unrecht<br />
in der Welt, besonders, was man<br />
ihm selber angetan);</p>
<p>die Liebende:<br />
der Geliebte<br />
(der ihr des Daseins Leere füllt,<br />
die Last ihr von der Schulter,<br />
das Dunkel von der Seele nimmt) –</p>
<p>Der Dichter:<br />
der Magier<br />
(den schiefen Sinn ins Lot zu bringen,<br />
die Warze aus dem greisen Wort zu brennen,<br />
den Staub des Trivialen von Venus Lenden abzuwaschen)</p>
<p>hat, wer dies blind behauptet,<br />
Unwahres ausgesagt?</p>
<p>Kann einer Falsches sagen,<br />
dem die Möglichkeit benommen,<br />
Wahres zu verkünden?</p>
<p>Kann man warten, hoffen<br />
auf etwas, das unmöglich ist?</p>
<p>Und täte unverhofft,<br />
auf wunderbare Weise<br />
sich die Pforte auf,<br />
wer immer aus ihr träte,<br />
ob herrscherlich,<br />
ob lieblich lächelnd,<br />
einen Schlangenkopf am Revers,</p>
<p>das Unrecht bliebe<br />
schmerzlicher nur fühlbar,<br />
das Dunkel würde<br />
dunkler noch erscheinen,<br />
das starre Schiefe würde brechen,<br />
die Schöne löste sich im Waschtrog auf.</p>
<p>*</p>
<p>Im Zwielicht scheinen wir zu wandeln,<br />
mit offnen Augen träumend,<br />
und jedes lichte Wort<br />
wirft einen Schatten.</p>
<p>*</p>
<p>Mitten im monotonen Quaken<br />
vom fahlen Neon-Mond erregter Frösche<br />
am Teich des Schöne-Welten-Parks<br />
hörst du einen Klang<br />
von sonnengoldner Bronze,<br />
wie einer Glocke,<br />
die hinabgesunken.</p>
<p>Erzähl sie nicht, die wunderliche Mär,<br />
sie hielten dich für einen Narren.</p>
<p>Sie würden dich vielleicht<br />
zum johlenden Pläsir<br />
der Aufgeklärten<br />
als primitiven Dichter-Affen<br />
in einen Käfig stecken,<br />
nicht weit von jenem Teich.</p>
<p>Nein, halt sie dir vom Leibe.</p>
<p>Geh hin und lob<br />
den abgeschmackten Singsang<br />
als Kantate,<br />
Bachs würdig,<br />
höchst erlesen.</p>
<p>*</p>
<p>Durch die Tapetentür<br />
tritt keiner ein,<br />
und kein Bedrängter kann<br />
hoffnungsbang dran klopfen,<br />
daß ihm gütig werde aufgetan,<br />
dem Elend zu entkommen.</p>
<p>Nur Dichtung kennt,<br />
Kunst und Musik<br />
ein „Sesam öffne dich!“ –</p>
<p>und der rohe Fels,<br />
die graue Wand der Wirklichkeit<br />
tut, ist die Stunde dir denn hold,<br />
sich eine schmale Spalte auf,<br />
und du entschlüpfst<br />
in einem bläulich-rosa<br />
Grottendämmerlicht.</p>
<p>Hüte dich, die Frist ist kurz,<br />
schon verklingt die schöne Melodie,<br />
schon blassen zarter Nymphen Wangen,<br />
daß du zum Ausgang sputend<br />
nicht werdest jählings eingequetscht,<br />
wenn mit einem dumpfen Hall<br />
die Wand sich wieder schließt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Spickzettel Philosophie</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/spickzettel-philosophie/</link>
		<comments>http://www.luxautumnalis.de/spickzettel-philosophie/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 2025 23:12:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Spickzettel Philosophie Prosagedichte philosophische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Früher dachte ich, das Denken bedürfe neuer Worte und Wortbildungen. Inzwischen weiß ich, es gilt die verschüttete Macht der einfachen Sprache wiederzufinden. Martin Heidegger &#160; Eine ganze Wolke von Philosophie kondensiert zu einem Tröpfchen Sprachlehre. Wir führen die Wörter von ihrer metaphysischen auf ihre alltägliche Verwendung zurück. Ludwig Wittgenstein &#160; Wir: nicht innen. Welt: nicht [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/spickzettel-philosophie/">Spickzettel Philosophie</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Früher dachte ich, das Denken bedürfe neuer Worte und<br />
Wortbildungen. Inzwischen weiß ich, es gilt die verschüttete<br />
Macht der einfachen Sprache wiederzufinden.</em></p>
<p><em>Martin Heidegger</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Eine ganze Wolke von Philosophie kondensiert zu einem</em><br />
<em> Tröpfchen Sprachlehre.</em></p>
<p><em>Wir führen die Wörter von ihrer metaphysischen auf ihre</em><br />
<em> alltägliche Verwendung zurück.</em></p>
<p><em>Ludwig Wittgenstein</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir: nicht innen.<br />
Welt: nicht außen.</p>
<p>*</p>
<p>Die Rose des Gedichts,<br />
sie duftet nicht.<br />
Erinnerung hat kein Organ<br />
für Rosenduft.</p>
<p>*</p>
<p>Nicht: der Körper beseelt –<br />
die Seele verleibt.</p>
<p>*</p>
<p>Mythos Seele:<br />
Dunstgestalten,<br />
dem offnen Mund der Toten<br />
jäh entweichend.</p>
<p>*</p>
<p>Du gibst das Wort,<br />
Frucht vom Baum der Sprache,<br />
den du nicht gepflanzt,<br />
flugs abgepflückt.</p>
<p>*</p>
<p>Dichten,<br />
denken:<br />
Wort für Wort,<br />
Punkt um Kontrapunkt.</p>
<p>*</p>
<p>Wort, es kann nicht meinen,<br />
was du willst.</p>
<p>*</p>
<p>Haust du mit dem Hammer<br />
auf noch so kleinen Wortes Sinn,<br />
ob „ich“, ob „du“, ob „und“,<br />
zerreißt die ganze Kette.</p>
<p>*</p>
<p>Das entstellte Wort,<br />
Warze im Gesicht<br />
der Heuchelei.</p>
<p>*</p>
<p>Bedeutung ist kein Klumpen Lehm,<br />
vom reinen Geist geformt,<br />
von einem, der versteht,<br />
mit Leben überhaucht.</p>
<p>*</p>
<p>Beseelter Laut,<br />
das Lied.<br />
Musik,<br />
geistreicher Klang.</p>
<p>*</p>
<p>Je klarer seine Wasser fließen,<br />
je tiefer ist des Brunnens Nacht.</p>
<p>*</p>
<p>Am lichten Tage reift die Traube,<br />
im dämmrigen Verlies der Wein.</p>
<p>*</p>
<p>Wer alle Farben blind vermischt,<br />
dem bleibt nur trübes Grau-in-Grau.</p>
<p>*</p>
<p>Überm Bodenlosen<br />
lächelnd schweben.</p>
<p>*</p>
<p>Subjekt und Gegenstand,<br />
Name und Objekt,<br />
Idee und Phänomen,<br />
verworrene Gespinste,<br />
die keine Fliege fangen,<br />
keinen Tropfen Licht,<br />
von der Stirn uns streifen.</p>
<p>*</p>
<p>Wie der Diener auf den Herrn,<br />
wartet einer vor der Tür,<br />
die eine Scheintür ist,<br />
Attrappe bloß.</p>
<p>*</p>
<p>Wie Raum und Zeit<br />
eins ins andre fließen,<br />
so schäumt der Sinn<br />
glänzend,<br />
fahlend,<br />
aus dem Nichts hervor.</p>
<p>*</p>
<p>Kippschaltern gleich<br />
sind Ja und Nein,<br />
Wahr und Falsch.<br />
Ein Urstrom ist,<br />
was uns zu denken gibt,<br />
das Dichterwort,<br />
ein leuchtendes,<br />
ein dämmerndes<br />
Vielleicht.</p>
<p>*</p>
<p>Die fremde Hand berührend,<br />
fühlt die eigene<br />
sich selbst.</p>
<p>*</p>
<p>Des Lächelns Gischt,<br />
der übers graue Herz<br />
uns sprüht.</p>
<p>*</p>
<p>Träne,<br />
funkelnd<br />
an der Wimper<br />
Nacht.</p>
<p>*</p>
<p>Wer die Fichte Tanne nennt,<br />
hat sich bloß geirrt.<br />
Anders, wer im Zeichenwald<br />
umsonst die Lichtung sucht.</p>
<p>*</p>
<p>Wer nicht rechnen kann,<br />
ist dumm.<br />
Narr, wer nicht weiß,<br />
was Zahlen sind.</p>
<p>*</p>
<p>„Indianer“ –<br />
kein faktischer Irrtum<br />
des Kolumbus,<br />
ein begrifflicher.</p>
<p>*</p>
<p>Je heller die Lampe der Angst,<br />
umso drohender die Dunkelheit.</p>
<p>*</p>
<p>Arg ist, Mann und Frau verwechseln,<br />
ärger, Sinn und Unsinn.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Zwiegespräch über die Kerze</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/zwiegespraech-ueber-die-kerze/</link>
		<comments>http://www.luxautumnalis.de/zwiegespraech-ueber-die-kerze/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Dec 2025 23:03:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Zwiegespräch über die Kerze Prosagedichte philosophische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>„Plötzlich war sie ausgelöscht.“ „Es schien, als wär’s ihr Wille.“ „Das Wachs war beinah aufgezehrt.“ „Ein Luftzug war’s, ein jäher.“ „Das tiefe Seufzen tat’s von einem, der nicht schlafen konnte.“ „Sie hat ja lange Zeit gebrannt.“ „Ob eine Woche, eine Stunde nur, gleichviel.“ „Und war ihr Dasein doch erfüllt …“ „… im Leuchten jener Augen, die [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/zwiegespraech-ueber-die-kerze/">Zwiegespräch über die Kerze</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Plötzlich war sie ausgelöscht.“<br />
„Es schien, als wär’s ihr Wille.“<br />
„Das Wachs war beinah aufgezehrt.“<br />
„Ein Luftzug war’s, ein jäher.“<br />
„Das tiefe Seufzen tat’s von einem, der nicht schlafen konnte.“<br />
„Sie hat ja lange Zeit gebrannt.“<br />
„Ob eine Woche, eine Stunde nur, gleichviel.“<br />
„Und war ihr Dasein doch erfüllt …“<br />
„… im Leuchten jener Augen, die in ihrem Schein geblickt<br />
in nahe, ferne Augen …“<br />
„… im wunderlichen Tanz der Schatten …“<br />
„… im Wohlgefühl der Hand, die sich an ihr gewärmt …“<br />
„… und in der Feuchte eines Blicks, der in ihrem Flackern<br />
die eigne Unruh sah …“<br />
„Ihr Leben war ein sanftes Sterben.“<br />
„Ein Opfer eigenen Seins.“<br />
„Honigduft, Erinnerung in einer Trauernacht.“<br />
„Honig war ihr weicher Kern.“<br />
„Ihr Wachs schien wie in tiefem Schlaf zu weinen.“<br />
„Doch hat sich nicht ein Dunkelfalter in ihr Licht gestürzt?“<br />
„Dies war ihr Wille nicht.“<br />
„Doch schien die Flamme eine Lockung allzu tödlich.“<br />
„Flamme, Leben gibt sie und vertilgt es auch.“<br />
„Lebensflamme, die sich selbst verzehrt.“<br />
„Was sie selber hat entzündet, auch dies muß Flamme sein.“<br />
„So geht der Weg zurück in fernes, fernes Abgrundlicht?“<br />
„Kein endlich Wesen kann sich selbst entfachen.“<br />
„Woher das Feuer, das in Sonnen, Herzen ohne Zahl<br />
aufflammt und kommt die Stunde rasch erlischt?“<br />
„Die kleine Flamme kann den großen Weltbrand nicht begreifen.“<br />
„Doch ist ein wahres Bild sie unsres Seins.“<br />
„So magst du auch des Lichts gedenken, das in der hohen<br />
Nacht, da schon der Stein vom Grab gewälzt, vom Sinn<br />
der Auferstehung kündet.“<br />
„Diese Kerze ist geweiht, und ewig scheint ihr Licht.“<br />
„Entzündet ward sie aber vom Brand des Holzes,<br />
Baum, der im Paradiese stand und auf Golgotha.“<br />
„So wär der Brand der Hölle die Umkehr himmlischen Feuers.“<br />
„Der Schrei der Marter verzerrtes Echo himmlischen Gesangs.“<br />
„Ob ein Dichterwort geweiht ist, ob verflucht,<br />
ob eines Dämons Flammen aus ihm singen oder<br />
reine Feuerzungen, denn auch jene tönen engelhaft,<br />
wer mag es unterscheiden?“<br />
„Die Kerze, die Eros entzündet hat, zittert vom Seufzen<br />
der Liebenden, die Kerze im Zimmer des Sterbenden<br />
vom trunkenen Gelall der Einsamkeit.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Im Schatten schon von jenen Schilfen</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/im-schatten-schon-von-jenen-schilfen/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Jun 2025 22:08:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Im Schatten schon von jenen Schilfen Gedichte in Prosa philosophische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die Greisin hat das Haupt geneigt, die welken Wimpern trinken salzige Lake. Ihr Runzelkinn wird weich umschlungen von einem blaß geblümten Seidenschal. Schläft sie? Hört sie rings des wirren Lebens Schritte, den metallenen Klang der Werktagsfron, Kehlen, die einander kitzelnd rufen, Zischen, Klingeln, Taubengurren? Träumt sie? Wie die Hortensien blauten, einst, im Beet des heimatlichen [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/im-schatten-schon-von-jenen-schilfen/">Im Schatten schon von jenen Schilfen</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Greisin hat das Haupt geneigt,<br />
die welken Wimpern trinken salzige Lake.<br />
Ihr Runzelkinn wird weich umschlungen<br />
von einem blaß geblümten Seidenschal.</p>
<p>Schläft sie?<br />
Hört sie rings des wirren Lebens Schritte,<br />
den metallenen Klang der Werktagsfron,<br />
Kehlen, die einander kitzelnd rufen,<br />
Zischen, Klingeln, Taubengurren?</p>
<p>Träumt sie?<br />
Wie die Hortensien blauten, einst,<br />
im Beet des heimatlichen Hinterhofs,<br />
wie in hellen Sommermorgendünsten<br />
überm grünen Schlummer der Lagune<br />
der Sonne goldnes Siegel aufgeflammt?</p>
<p>Und vor der Hingesunkenen,<br />
im Schatten schon von jenen Schilfen,<br />
die von Jenseitsufern ihr entgegenseufzen,<br />
sieht man straffe Häute glänzen,<br />
die Aphrodite summend selbst gesalbt<br />
jungen Frauen, die in Hotpants<br />
ihre grell geschminkte Anmut schaukeln.</p>
<p>Die Pflegerin, die im Hintergrund<br />
auf- und abstolzierte,<br />
das Smartphone wiegend in der Hand<br />
wie eine heilige Oblate,<br />
ist zurückgekehrt.</p>
<p>„Ist doch gut, so ein Mittagsschlaf im Freien!“,<br />
sagt sie mit polnischem Akzent<br />
und schiebt den Rollstuhl mit der Alten<br />
geradewegs an mir vorbei,<br />
der auf der Bank den tauben Toren mimt.</p>
<p>Sie hat mühsam den Kopf emporgehoben,<br />
und über dem Geblüm des Schals<br />
scheint sie mir zuzulächeln.</p>
<p>Doch weiß ich nicht, galt mir ihr Blick,<br />
der wie ein Schaum auf grauem Schiefer glomm,<br />
oder einem Nachbild ihrer Träume.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/im-schatten-schon-von-jenen-schilfen/">Im Schatten schon von jenen Schilfen</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Perlmutt und Schorf der Einsamkeit</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/perlmutt-und-schorf-der-einsamkeit/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Mar 2025 23:11:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte zur Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Perlmutt und Schorf der Einsamkeit philosophische Gedichte Zeitgedichte Gedichte in Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Dichters Gang zum Bürgeramt &#160; Er liegt da wieder, unter dem Laternenpfahl, da liegt er, am vielbegangenen Zebrastreifen, und keiner ist, der sich dran störte, liegt hingestreckt, gefällt im Regen, der sanft an seinen Plastikschlafsack pocht, zu sanft, daß er davon erwachte. Doch gleicht, was ihn hermetisch eingeschnürt, wohl eher einem Leichensack. Ob dies Menschending [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/perlmutt-und-schorf-der-einsamkeit/">Perlmutt und Schorf der Einsamkeit</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dichters Gang zum Bürgeramt</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Er liegt da wieder,<br />
unter dem Laternenpfahl,<br />
da liegt er,<br />
am vielbegangenen Zebrastreifen,<br />
und keiner ist, der sich dran störte,<br />
liegt hingestreckt, gefällt im Regen,<br />
der sanft an seinen Plastikschlafsack pocht,<br />
zu sanft, daß er davon erwachte.</p>
<p>Doch gleicht, was ihn hermetisch eingeschnürt,<br />
wohl eher einem Leichensack.<br />
Ob dies Menschending noch atmet,<br />
kannst schwerlich du ermessen.</p>
<p>Er hat das Antlitz sich,<br />
als wär es, das entstellte,<br />
keinem länger zumutbar,<br />
ganz und gar vermummt.</p>
<p>Wie schön sind Pfützen,<br />
trübsalgraue Augen,<br />
die in menschenleeren Parkanlagen vor sich hin<br />
stieren oder flüchtig Wolkenbüschel spiegeln,<br />
sei’s auch, daß ein Sperling sich erfrischt darin,<br />
ein Flügelpaar, ein flatterndes, von Tropfen Lichtes sprüht.<br />
Wie schön sind menschenleere Tische, Stühle,<br />
mit pseudojugendstilverdrehten Plastikarabesken<br />
als Arm- und Rückenlehne.</p>
<p>Saget nun, Musen, flüstert’s<br />
einem, der sich im Garten der Lüste verirrte,<br />
welchem noch zitternden Traumkokon,<br />
aus welcher sphärisch-blaugebauschten Gaze,<br />
welchen Seidenkissen rosigen Seufzens<br />
sind sie entschlüpft,<br />
die blumenhaft-jungen Mädchen,<br />
die Punkt 7 angetreten sind zum Morgendienst<br />
und in alphanumerisch eingeteilten Bürgeramtsabteilen sitzen.</p>
<p>Wie jene, die mit Alabasterglanz betauten Nägeln,<br />
unter samtener Schatten Wimpernbaldachin<br />
verbirgt, enthüllt sie nymphengrüne Blicke,<br />
dir den Ausweis überreicht,<br />
der dich, die heimwehkranke Seele,<br />
wie den dünnen Faden einer periodisch<br />
unendlich gebrochenen Zahl<br />
in das wirre Knäuel Deutschland schlingt,<br />
Knäuel, welches Moira, die unzähmbare Katze,<br />
gelangweilt rollt und wieder fängt<br />
und wieder von sich stößt.</p>
<p>Nahmst du das Flackern eines Lächelns mit<br />
in deine Dichterdämmerstube,<br />
Duft gar, einen Hauch<br />
aus knospenblättrig weich gestuftem Haar,<br />
das nie ein Sturm zerzauste,<br />
Lockengeflecht von Händen,<br />
denen Hornhaut fremd und banges Heimwärts-Tasten?</p>
<p>Er lag noch da,<br />
als den Rückweg du gegangen,<br />
starr und regungslos<br />
lag er noch da,<br />
ein Wrack aus taubem Mark und ausgestöhnter Qual,<br />
wie dafür bestimmt, demnächst von Herkulessen, die krakeelen,<br />
in den dunklen Schlund des Kehrichtwagens<br />
gekippt zu werden.</p>
<p>Du hast ihn scheu umrundet,<br />
doch witternd, ob schon Fäulnis von ihm weht.</p>
<p>Nie werden Muschelschalen-Fingernägel<br />
rokokograziösen Schimmers,<br />
vom Perlmutt der Reime Paul Verlaines,<br />
in Rhythmen mondgewiegter Wollustwellen<br />
ihm den Schorf der Einsamkeit vom Rücken kratzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der Scheintote</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/der-scheintote/</link>
		<comments>http://www.luxautumnalis.de/der-scheintote/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 12 Mar 2025 23:01:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte zur Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Der Scheintote Gedichte in Prosa Zeitgedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Der Moloch Stadt fletscht seine schiefen Hauer. Die Flüsse Babels sind Kanäle, wo kein Schilf mehr birgt, die um die ferne Heimat weinen, Zions Waisenkinder. Der Civitas terrena pumpt ein stählern Herz Schleim der Unzucht und heißen Teer der Unrast durch Adern, die sich im Nichts, dem gliederlosen, schlängeln. Ampel, Zebrastreifen, hochfrequentiert um diese Morgenstunde, [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/der-scheintote/">Der Scheintote</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Moloch Stadt fletscht seine schiefen Hauer.</p>
<p>Die Flüsse Babels sind Kanäle, wo kein Schilf<br />
mehr birgt, die um die ferne Heimat weinen,<br />
Zions Waisenkinder.</p>
<p>Der Civitas terrena pumpt ein stählern Herz<br />
Schleim der Unzucht und heißen Teer<br />
der Unrast durch Adern, die sich im Nichts,<br />
dem gliederlosen, schlängeln.</p>
<p>Ampel, Zebrastreifen, hochfrequentiert<br />
um diese Morgenstunde, alles hastet, hustet,<br />
hupt und rennt. Aktentasche, Handy, Damen-<br />
täschchen, Einkaufsbeutel.</p>
<p>Ungeduschte, frisch Rasierte, Parfümierte,<br />
Kopftuch, Haartoupet, geflammtes Hals-Tattoo,<br />
Wulstlippen, Augenschlitze, Porno-Dutt,<br />
Netzstrümpfe, Lederriemen, Lippenblech,<br />
gezupfte Brauen, Plastiknägel, Wangenrouge,<br />
Mulatten, Gelbe, Kreidebleiche, negroide<br />
Baobabs und Nippon-Chrysanthemen.</p>
<p>Schulbengel, Banker, Servicegirls, Polierer,<br />
Kappenjungs, geharnischte E-Scooter-<br />
Flitzer, strampelnde Klein-Kind-Segler,<br />
unterm Flugnetz ein gedämpftes Kreischen.</p>
<p>Und der liegt da, umgehauen, hingestreckt,<br />
gefällt, gerollt in einen Schlafsack, schmutzig-grün,<br />
die Beine wie im Weinkrampf um den Laternen-<br />
mast geschlungen, das Gesicht von der Kapuze<br />
wie in Scham verhüllt.</p>
<p>Könnte tot sein. Verendet. Hingeschieden.<br />
Ohne Adieu gesagt zu haben. Wem auch?<br />
Hat seit Jahren keinem mehr die Hand geschüttelt,<br />
jeder wich vor Ekel gleich zurück. Lazarus,<br />
Hiob, Geschwürenexhibitionist.</p>
<p>Da stakt vorbei, steil stelzend, die grellen Lampions<br />
der Hinterbacken rhythmisch auf- und nieder-<br />
schwenkend, ein Gazellenweib, die blondierte<br />
Mähne singt dem Wind: Ich bin noch warm von<br />
der burgunderroten Nacht. Was geht mich<br />
der Kadaver an, der in sein schuldverseuchtes,<br />
ödes Endspiel stinkt.</p>
<p>Ich sah noch, wie ein krummes Hauben-Muttchen<br />
aus seiner Börse ein paar Münzen klaubte und<br />
sie zitternd in die tellerrunde Frotteeschale warf.<br />
Was bewog sie, sich des Kehrichts zu erbarmen?<br />
Das Wehen eines Flügels aus der Dämmernische<br />
bigotter Andacht, in die man statt des Engels<br />
längst ein queeres Flitter-Püppchen rückte?</p>
<p>Ja, die Bettelschale lag, als hätte Nachtwind<br />
sie ihm zugeweht, vor dieses Scheintoten<br />
weltabgewandtem Antlitz.</p>
<p>Vielleicht erhebt er sich, wenn die Laterne ihren<br />
trüben Schimmer mit dem Regenwasser mischt,<br />
schält sich aus dem Sack und geistert, ein Nacht-<br />
mahr auf der Suche nach der bangen Menschen-<br />
brust, daß ihn das mühsam abgepreßte Keuchen<br />
in obszönes Flimmern wiegt.</p>
<p>Vielleicht steigt er, wenn ich erschöpft ins Kissen<br />
sinke, durch einen Gully geradewegs in meinen<br />
Traum.</p>
<p>Dann entblößt er mir sein bronzenes Apachen-<br />
angesicht, und ich erkenn ihn schreckensfroh,<br />
den Freund aus Kindertagen, der mir die Wimpern,<br />
meiner Unschuld zarte Schatten, hat versengt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Miniaturen</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/miniaturen/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2021 21:31:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Miniaturen Prosagedichte poetische Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aufklaren, Dämmern – und inmitten das Wort, das seine Lider blütenlangsam auftut, das seinen Blick flügelschnell ins Ungesagte schickt. Der Mond, die Sonne, das Gestirn des Dichters gleichen den naiven Tupfen und Augenstrahlen kindlichen Bilds. Die Naivität des Gemüts ist wie der vergessene Brunnen in überwucherter Gemarkung, zerfallen, voll triefender Moose und um die Leere [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/miniaturen/">Miniaturen</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Aufklaren, Dämmern – und inmitten das Wort, das seine Lider blütenlangsam auftut, das seinen Blick flügelschnell ins Ungesagte schickt.</p>
<p>Der Mond, die Sonne, das Gestirn des Dichters gleichen den naiven Tupfen und Augenstrahlen kindlichen Bilds.</p>
<p>Die Naivität des Gemüts ist wie der vergessene Brunnen in überwucherter Gemarkung, zerfallen, voll triefender Moose und um die Leere geringelter Farne, auf seiner sommerwarmen Wölbung schlafwandelt die Echse, in den schneegedämpften Nächten schickt er der zitternden Lampe des Traumlotsen Mond sein dumpfes Glucksen nach.</p>
<p>„Warum ist es manchmal so dunkel in philosophischen Texten?“ – „Weil die trübe Funzel des Logos im Luftzug flackert, der aus den Ritzen des Unsagbaren dringt.“</p>
<p>„Was tun, wenn die Zeile abbricht und der Geist die plötzlich aufgetauchte Hürde nicht zu überspringen weiß?“ – „Willst du nicht auf den Engel warten, mußt du dich der Sprungkraft der Metapher anvertrauen.“</p>
<p>Da schleppt sich einer nur mühsam des Weges, ihn drückt die Last des prallen Rucksacks, in dem er die Elfenbein-Figuren seiner Idole und die blechernen Souvenirs seiner Reise verstaut hat.</p>
<p>„Was hast du?“ – „Ich bin traurig.“ – „Und weswegen?“ – „Ich weiß es nicht.“</p>
<p>„Doch damals, als du fröhlich warst, ja gewiß, wir waren jung, es war Frühling und die blaue Luft erfüllt von …“ – „… Vogelrufen …“ – „… von Erwartung …“ – „… vom Plaudern unterirdischer Quellen …“ – „… damals wußtest du auch nicht, weshalb.“</p>
<p>„Ist alles Sterben gleich?“ – „Sind alle Seelen gleich?“ – „Darauf haben die Philosophen nicht geachtet.“ – „Die Theologen schon.“ – „Du meinst, daß die einen zur Hölle fahren, die anderen aber …“ – „Nein, daß die einen im Frieden entschlafen, die anderen aber …“ – „… verzweifelt, ächzend am Haken zucken …“ – „Die einen haben dem Gewesenen den Rücken zugekehrt …“ – „… das Gesicht gekühlt vom Wind, der die dürren Blätter der Wünsche, der Träume, des Gesagten schon verweht hat …“ –„Und die letzten Gesichte, die letzten Worte, die letzten Seufzer …“ – „,,, kommen schon aus anderen als irdischen Gründen …“ – „… kommen schon von Strahlen …“ – „… die das Auge nicht faßt …“ – „… rinnen schon mit dem Tau der Asphodelen an den Jenseitsflüssen …“</p>
<p>Genug gesehen. Genug gehört. Genug gesagt. – Der Atem reicht noch bis zur Mauer mit dem ausgerauschten Efeu, bis zum Stein mit der überwachsenen Inschrift, bis zum Wasser, das die Flammen herabgesunkener Blüten mit seinem dunklen Murmeln erstickt.</p>
<p>Das Leid, du hast es ja gesehen. Und was mehr ist, daß die Träne, des Unbewußten Tau, an zarter Wimper schwebend, von Blumen ferner Gärten sprach.</p>
<p>Im zitternden Wasser der schmutzigen Lache sprach zu dir ein Hauch wie eines erweckenden Worts.</p>
<p>„Was hebst du da auf?“ – „Ein Blatt.“ – „Nicht gerade viel.“ – „Mehr als ich je sagen konnte.“</p>
<p>Zerfurchte, alte Hand, sich langsam schließend, wie über der Frage, ob sie das Rechte getan.</p>
<p>Der Kuß schmolz schon dahin, der Händedruck, ein Knick im Kissen, das sich langsam wieder wölbt, das Wort aus weichem Mund, ein Kiesel, der schon unter Stiefeln knirscht.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Henri Michaux, Saint</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/henri-michaux-saint/</link>
		<comments>http://www.luxautumnalis.de/henri-michaux-saint/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 19 Jan 2021 12:05:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Henri Michaux Saint Heilig französisch-deutsch Übersetzung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Et circulant dans mon corps maudit, j&#8217;arrivai dans une région où les parties de moi étaient fort rares et où pour vivre, il fallait être saint. Mais moi, qui autrefois avais pourtant tellement aspiré à la sainteté, maintenant que la maladie m&#8217;y acculait, je me débattais et je me débats encore, et il est évident [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/henri-michaux-saint/">Henri Michaux, Saint</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Et circulant dans mon corps maudit, j&#8217;arrivai dans une région où les parties de moi étaient fort rares et où pour vivre, il fallait être saint.</p>
<p>Mais moi, qui autrefois avais pourtant tellement aspiré à la sainteté, maintenant que la maladie m&#8217;y acculait, je me débattais et je me débats encore, et il est évident que comme ça je ne vivrai pas.</p>
<p>J&#8217;en aurais eu la possibilité, bien! mais y être acculé, ça m&#8217;est insupportable.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Heilig</strong></p>
<p>Ich geisterte in meinem verfluchten Körper herum und gelangte zu einer Gegend, wo die Teile meines Ich sehr selten waren und wo man, um zu leben, heilig sein mußte.</p>
<p>Doch ich, der ehemals so sehr nach der Heiligkeit gestrebt hatte, rang nun, da mich die Krankheit dazu nötigte, mit mir und ich ringe noch mit mir, und es ist klar, daß ich so nicht leben werde.</p>
<p>Ich hätte die Möglichkeit dazu gehabt, gewiß! Doch dazu genötigt zu sein, das ist mir unerträglich.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Henri Michaux, Ma vie</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/henri-michaux-ma-vie/</link>
		<comments>http://www.luxautumnalis.de/henri-michaux-ma-vie/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 17 Jan 2021 17:44:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Henri Michaux Ma vie Mein Leben französisch-deutsch Übersetzung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.luxautumnalis.de/?p=25607</guid>
		<description><![CDATA[<p>Tu t&#8217;en vas sans moi, ma vie. Tu roules, Et moi j&#8217;attends encore de faire un pas. Tu portes ailleurs la bataille. Tu me désertes ainsi. Je ne t&#8217;ai jamais suivie. Je ne vois pas clair dans tes offres. Le petit peu que je veux, jamais tu ne l&#8217;apportes. A cause de ce manque, j&#8217;aspire [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/henri-michaux-ma-vie/">Henri Michaux, Ma vie</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Tu t&#8217;en vas sans moi, ma vie.</p>
<p>Tu roules,</p>
<p>Et moi j&#8217;attends encore de faire un pas.</p>
<p>Tu portes ailleurs la bataille.</p>
<p>Tu me désertes ainsi.</p>
<p>Je ne t&#8217;ai jamais suivie.</p>
<p>Je ne vois pas clair dans tes offres.<br />
Le petit peu que je veux, jamais tu ne l&#8217;apportes.<br />
A cause de ce manque, j&#8217;aspire à tant.<br />
A tant de choses, à presque l&#8217;infini&#8230;<br />
A cause de ce peu qui manque, que jamais tu n&#8217;apportes.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mein Leben</strong></p>
<p>Du machst dich ohne mich davon, mein Leben.</p>
<p>Du fährst dahin,</p>
<p>ich aber zögere noch, einen Schritt zu machen.</p>
<p>Du trägst die Schlacht woandershin.</p>
<p>So läßt du mich im Stich.</p>
<p>Ich bin dir nie gefolgt.</p>
<p>Deine Offerten durchschaue ich nicht.<br />
Das kleine bißchen, das ich will, bringst du nie herbei.<br />
Wegen dieses Mangels strebe ich nach so viel.<br />
So vielen Dingen, beinahe dem Unendlichen …<br />
Wegen dieser Kleinigkeit, die fehlt, die du nie herbeibringst.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
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		<title>Henri Michaux, Entre ciel et terre</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/25600/</link>
		<comments>http://www.luxautumnalis.de/25600/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 17 Jan 2021 10:47:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Henri Michaux Entre ciel et terre französisch-deutsch Übersetzung Zwischen Himmel und Erde]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.luxautumnalis.de/?p=25600</guid>
		<description><![CDATA[<p>Quand je ne souffre pas, me trouvant entre deux périodes de souffrance, je vis comme si je ne vivais pas. Loin d&#8217;être un individu chargé d&#8217;os, de muscles, de chair, d&#8217;organes, de mémoire, de desseins, je me croirais volontiers, tant mon sentiment de vie est faible et indéterminé, un unicellulaire microscopique, pendu à un fil [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/25600/">Henri Michaux, Entre ciel et terre</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Quand je ne souffre pas, me trouvant entre deux périodes de souffrance, je vis comme si je ne vivais pas.</p>
<p>Loin d&#8217;être un individu chargé d&#8217;os, de muscles, de chair, d&#8217;organes, de mémoire, de desseins,<br />
je me croirais volontiers, tant mon sentiment de vie est faible et indéterminé, un unicellulaire microscopique, pendu à un fil et voguant à la dérive entre ciel et terre, dans un espace incirconscrit, poussé par des vents, et encore, pas nettement.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zwischen Himmel und Erde</strong></p>
<p>Wenn ich nicht leide, mich zwischen zwei Perioden des Leidens vorfinde, lebe ich, als lebte ich nicht.</p>
<p>Weit entfernt davon, eine Person zu sein, beladen mit Knochen, Muskeln, Fleisch, Organen, Erinnerungen, Absichten, fühlte ich mich eher, so schwach und verschwommen ist mein Lebensgefühl, als mikroskopisch kleiner Einzeller, der an einem Faden hängt und in der Drift zwischen Himmel und Erde schwebt, in einem unbegrenzten Raum, von Winden gewirbelt, und das nicht einmal deutlich und klar.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Henri Michaux, Bonheur</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/henri-michaux-bonheur/</link>
		<comments>http://www.luxautumnalis.de/henri-michaux-bonheur/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Jan 2021 14:19:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Henri Michaux Bonheur Glück französisch-deutsch Übersetzung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.luxautumnalis.de/?p=25526</guid>
		<description><![CDATA[<p>Parfois, tout d&#8217;un coup, sans cause visible, s&#8217;étend sur moi un grand frisson de bonheur. Venant d&#8217;un centre de moi-même si intérieur que je l&#8217;ignorais, il met, quoique roulant à une vitesse extrême, il met un temps considérable à se developer jusqu&#8217;à mes extrémités. Ce frisson est parfaitement pur. Si longuement qu&#8217;il chemine en moi, [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/henri-michaux-bonheur/">Henri Michaux, Bonheur</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Parfois, tout d&#8217;un coup, sans cause visible, s&#8217;étend sur moi un grand frisson de bonheur.</p>
<p>Venant d&#8217;un centre de moi-même si intérieur que je l&#8217;ignorais, il met, quoique roulant à une vitesse extrême, il met un temps considérable à se developer jusqu&#8217;à mes extrémités.</p>
<p>Ce frisson est parfaitement pur.<br />
Si longuement qu&#8217;il chemine en moi, jamais il ne rencontre d&#8217;organe bas, ni d&#8217;ailleurs d&#8217;aucune sorte, ni ne rencontre non plus idées ni sensations, tant est absolue son intimité.</p>
<p>Et Lui et moi sommes parfaitement seuls.</p>
<p>Peut-être bien, me parcourant dans toutes mes parties, demande-t-il au passage à celles-ci :<br />
« Eh bien? ça va? Est-ce que je peux faire quelque chose pour vous ici? »<br />
C&#8217;est possible, et qu&#8217;il les réconforte à sa façon.<br />
Mais je ne suis pas mis au courant.</p>
<p>Je voudrais aussi crier mon bonheur, mais quoi dire? cela est si strictement personnel.</p>
<p>Bientôt la jouissance est trop forte.<br />
Sans que je m&#8217;en rende compte, en quelques secondes cela est devenu une souffrance atroce, un assassinat.</p>
<p>La paralysie! me dis-je.</p>
<p>Je fais vite quelques mouvements, je m&#8217;asperge de beaucoup d&#8217;eau, ou plus simplement, je me couche sur le ventre et cela passe.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Glück</strong></p>
<p>Bisweilen hüllt mich, plötzlich, ohne ersichtlichen Grund, ein tiefer Schauer des Glückes ein.</p>
<p>Aus dem Zentrum meiner selbst kommend, so innerlich, daß ich es nicht kannte, braucht er, auch wenn er sich mit äußerster Geschwindigkeit einherwälzt, braucht er eine beträchtliche Zeit, um sich bis zu meinen Extremitäten auszubreiten.</p>
<p>Dieser Schauer ist vollkommen rein.<br />
Während er sich in mir seinen Weg bahnt, trifft er nie auf ein unteres Organ, und auch sonst auf keines, er trifft auf keine Vorstellungen noch Empfindungen, so absolut ist seine Intimität.</p>
<p>Und er und ich sind vollkommen allein.</p>
<p>Während er all meine Teile durchläuft, mag es geschehen, daß er sie im Vorübergehen fragt:<br />
„Na, wie geht’s? Kann ich hier irgendetwas für euch tun?“<br />
Das kann passieren, auch, daß er sie auf seine Weise tröstet.<br />
Doch bin ich nicht auf dem Laufenden.</p>
<p>Auch ich würde mein Glück gern herausschreien, doch was sagen? Das ist eine ganz persönliche Angelegenheit.</p>
<p>Bald wird der Genuß zu stark.<br />
Ohne es recht mitzubekommen, ist daraus in Sekundenschnelle ein gräßliches Leiden entstanden, ein Meuchelmord.</p>
<p>„Paralyse!“, sage ich mir.</p>
<p>Ich mache schnell ein paar Bewegungen, besprenge mich reichlich mit Wasser oder noch einfacher, ich lege mich auf den Bauch, und es geht vorüber.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nein</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/nein/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Nov 2020 15:17:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Nein Gedichte in Prosa philosophische Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Er ging umher, mit einer Armbanduhr, mit einer Aktentasche, mit einer prall gefüllten Tüte, er grüßte, ward gegrüßt und grübelte nach des Passanten Namen, er tat, was alle tun, die Bilder streiften ihn wie Zweige oder Halme, er kehrte abends heim und pflückte sie ab, als fegte er von seinem Kleide Fusseln, Distelsamen, die sich [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/nein/">Nein</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Er ging umher, mit einer Armbanduhr, mit einer Aktentasche, mit einer prall gefüllten Tüte, er grüßte, ward gegrüßt und grübelte nach des Passanten Namen, er tat, was alle tun, die Bilder streiften ihn wie Zweige oder Halme, er kehrte abends heim und pflückte sie ab, als fegte er von seinem Kleide Fusseln, Distelsamen, die sich blind verfingen.</p>
<p>Er tat so, wie die andern tun, doch wandte er sich ab, und keiner weiß, er selber nicht, warum. Nun haust er wie der Seele Schatten in einem Keller, Verlies, wo nur die Funzel seiner Armut knistert, von Grünspan schimmernd haben rings die Wände Löcher, in denen manchmal Augen flackern, flehen, dann kommt ein Wärter oder ist es seine alte Mutter und klopft und stellt ihm eine Schüssel vor die Tür, da kriegt er täglich seine warme Suppe, durch eine schmale Luke an der Decke fällt unwirklich- mattes Licht, Gespenster staken, huschen, eilen, erlöscht es, wird es still, so hat er Tag und Nacht, wenn Wasser glucksen, Frühling, schreien Kinder, Sommer, wenn Kastanien knallen, Herbst, und wenn das Licht wie Schnee gefriert, ist es sein Winter.</p>
<p>Er ist ein Dichter, ein Verzweifelter, der sich dem Reim verweigert auf das Große Nein, den Widerruf der Schöpfung, als würgte seine Kehle unsichtbar ein Engel, der Wein verlor, einsam geschlürft, sein Gold, der Klang den Schimmer, Mein und Dein, sie rannen ihm in eins wie unterm Tauwind Tropfen in einer trüben Pfütze, und was die Milch der Stille und der Sanftmut schüttete auf seines Duldens reinen Schnee, war nur ein toter Stein.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Stéphane Mallarmé, Frisson d’Hiver</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/stephane-mallarme-frisson-dhiver/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2020 15:30:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Stéphane Mallarmé Frisson d’Hiver französisch-deutsch Übersetzung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Cette pendule de Saxe, qui retarde et sonne treize heures parmi ses fleurs et ses dieux, à qui a-t-elle été ? Pense qu’elle est venue de Saxe par les longues diligences, autrefois. (De singulières ombres pendent aux vitres usées.) Et ta glace de Venise, profonde comme une froide fontaine, en un rivage de guivres dédorées, qui [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/stephane-mallarme-frisson-dhiver/">Stéphane Mallarmé, Frisson d’Hiver</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Cette pendule de Saxe, qui retarde et sonne treize heures parmi ses fleurs et ses dieux, à qui a-t-elle été ? Pense qu’elle est venue de Saxe par les longues diligences, autrefois.</p>
<p>(De singulières ombres pendent aux vitres usées.)</p>
<p>Et ta glace de Venise, profonde comme une froide fontaine, en un rivage de guivres dédorées, qui s’y est miré ? Ah ! je suis sûr que plus d’une femme a baigné dans cette eau le péché de sa beauté ; et peut-être verrais-je un fantôme nu si je regardais longtemps.</p>
<p>— Vilain, tu dis souvent de méchantes choses..</p>
<p>(Je vois des toiles d’araignées au haut des grandes croisées.)</p>
<p>Notre bahut encore est très vieux : contemple comme ce feu rougit son triste bois ; les rideaux amortis ont son âge, et la tapisserie des fauteuils dénués de fard, et les anciennes gravures des murs, et toutes nos vieilleries ? Est-ce qu’il ne te semble pas, même, que les bengalis et l’oiseau bleu ont déteint avec le temps.</p>
<p>(Ne songe pas aux toiles d’araignées qui tremblent au haut des grandes croisées.)</p>
<p>Tu aimes tout cela et voilà pourquoi je puis vivre auprès de toi. N’as-tu pas désiré, ma sœur au regard de jadis, qu’en un de mes poèmes apparussent ces mots : « la grâce des choses fanées » ? Les objets neufs te déplaisent ; à toi aussi, ils font peur avec leur hardiesse criarde, et tu te sentirais le besoin de les user, — ce qui est bien difficile à faire pour ceux qui ne goûtent pas l’action.</p>
<p>Viens, ferme ton vieil almanach allemand, que tu lis avec attention, bien qu’il ait paru il y a plus de cent ans et que les rois qu’il annonce soient tous morts, et, sur l’antique tapis couché, la tête appuyée parmi tes genoux charitables dans ta robe pâlie, ô calme enfant, je te parlerai pendant des heures ; il n’y a plus de champs et les rues sont vides, je te parlerai de nos meubles.. Tu es distraite ?</p>
<p>(Ces toiles d’araignées grelottent au haut des grandes croisées.)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Schauer des Winters<br />
</strong><br />
Diese Pendeluhr aus Sachsen, die nachgeht und unterm Dekor von Blumen und Göttern dreizehn Stunden schlägt, wem hat sie einst gehört? Denk dir, wie lang sie aus Sachsen mit Postkutschen unterwegs war, dermaleinst.</p>
<p>(Seltsame Schatten hängen auf verbrauchten Spiegeln.)</p>
<p>Und dein venezianisches Glas, tief wie ein gefrorener Born an einer Küste von heraldischen Schlangen mit abgeblätterten Goldschuppen, wer hat sich darin wohl gespiegelt? O ich bin gewiß, mehr als eine Frau hat in diesem Wasser die Sünde ihrer Schönheit gebadet; mag sein, ich sehe ein nacktes Gespenst, wenn ich lange blicke.</p>
<p>– Du Böser, du sagst oft schlimme Dinge.</p>
<p>(Ich sehe Spinnweben oben an den großen Fensterkreuzen.)</p>
<p>Unsere Truhe ist auch sehr alt: Schau, wie die Flamme ihre düsteren Hölzer rötet, die gedämpften Vorhänge haben ihr Alter. Und die schon ganz abgewetzten Bezüge der Sessel, die altmodischen Stiche an den Wänden, all dieser Trödel? Scheint dir nicht auch, daß der Prachtfink und der blaue Ara mit der Zeit ihre ursprüngliche Farbe eingebüßt haben?</p>
<p>(Denke nicht an die Spinnweben, die oben an den großen Fensterkreuzen zittern.)</p>
<p>Du liebst all dies und gerade darum kann ich in deiner Nähe leben. Hattest du, Schwester mit dem Blick von ehedem, kein Verlangen danach, daß in einem meiner Gedichte die Worte auftauchten: „die Anmut der verblaßten Dinge“? Neue Dinge mißfallen dir; auch dir machen sie Angst mit ihrer schreienden Zudringlichkeit, und du fühlst dich genötigt, sie abzunutzen – was recht schwierig für jene ist, die keinen Geschmack an der Tat finden.</p>
<p>Schließe deinen alten deutschen Kalender, den du mit soviel Aufmerksamkeit liest, obgleich er vor über einhundert Jahren erschienen ist und die Könige, deren Besuch er ankündigt, schon alle tot sind. Dann will ich, auf den alten Teppich gebettet, den Kopf zwischen deinen gütigen Knien auf dein verblichenes Kleid geschmiegt, dir, mein stilles Kind, stundenlang erzählen; es gibt keine Felder mehr und die Straßen sind verwaist, ich werde von unseren Möbeln reden. Bist du zerstreut?</p>
<p>(Die Spinnweben oben an den großen Fensterkreuzen zittern vor Kälte.)</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Stéphane Mallarmé, Le Phénomène Futur</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/stephane-mallarme-le-phenomene-futur/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2020 22:12:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Stéphane Mallarmé Le Phénomène Futur französisch-deutsch Übersetzung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Un ciel pâle, sur le monde qui finit de décrépitude, va peut-être partir avec les nuages : les lambeaux de la pourpre usée des couchants déteignent dans une rivière dormant à l’horizon submergé de rayons et d’eau. Les arbres s’ennuient ; et, sous leur feuillage blanchi (de la poussière du temps, plutôt que de celle des chemins), [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/stephane-mallarme-le-phenomene-futur/">Stéphane Mallarmé, Le Phénomène Futur</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Un ciel pâle, sur le monde qui finit de décrépitude, va peut-être partir avec les nuages : les lambeaux de la pourpre usée des couchants déteignent dans une rivière dormant à l’horizon submergé de rayons et d’eau. Les arbres s’ennuient ; et, sous leur feuillage blanchi (de la poussière du temps, plutôt que de celle des chemins), monte la maison en toile du Montreur de choses Passées : maint réverbère attend le crépuscule et ravive les visages d’une malheureuse foule, vaincue par la maladie immortelle et le péché des siècles, d’hommes près de leurs chétives complices enceintes des fruits misérables avec lesquels périra la terre. Dans le silence inquiet de tous les yeux suppliant là-bas le soleil qui, sous l’eau, s’enfonce avec le désespoir d’un cri, voici le simple boniment : « Nulle enseigne ne vous régale du spectacle intérieur, car il n’est pas maintenant un peintre capable d’en donner une ombre triste. J’apporte, vivante (et préservée à travers les ans par la science souveraine) une Femme d’autrefois. Quelque folie, originelle et naïve, une extase d’or, je ne sais quoi ! par elle nommé sa chevelure, se ploie avec la grâce des étoffes autour d’un visage qu’éclaire la nudité sanglante de ses lèvres. À la place du vêtement vain, elle a un corps ; et les yeux, semblables aux pierres rares ne valent pas ce regard qui sort de sa chair heureuse : des seins levés comme durs d’un lait éternel, la pointe vers le ciel, aux jambes lisses qui gardent le sel de la mer première. » Se rappelant leurs pauvres épouses, chauves, morbides et pleines d’horreur, les maris se pressent : elles aussi par curiosité, mélancoliques, veulent voir.</p>
<p>Quand tous auront contemplé la noble créature, vestige de quelque époque déjà maudite, les uns indifférents, car ils n’auront pas eu la force de comprendre, mais d’autres navrés et la paupière humide de larmes résignées se regarderont ; tandis que les poëtes de ces temps, sentant se rallumer des yeux éteints, s’achemineront vers leur lampe, le cerveau ivre un instant d’une gloire confuse, hantés du Rythme et dans l’oubli d’exister à une époque qui survit à la beauté.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was noch ins Haus steht<br />
</strong><br />
Ein fahler Himmel, über einer Welt, die an Altersschwäche versiecht, mag vielleicht sich in Wolken lösen: Die Fetzen von Purpur, in Sonnenuntergängen vernutzt, verbleichen in einem Fluß, der an einem Horizont schläft, überschwemmt von Strahlen und Wasser. Die Bäume stehen voll Verdruß, und unter ihrem verblaßten Laub (vom Staub der Zeit mehr als von dem der Wege) ragt das Zelt des Schaustellers von Dingen, die längst passé sind: Manch eine Straßenlampe harrt der Dämmerung und haucht den Gesichtern einer unglücklichen Menge wieder etwas Leben ein, sind sie auch besiegt von der unausrottbaren Krankheit und dem Makel des Zeitalters, Männern mit ihren ärmlichen Komplizinnen, schwanger mit Elendsfrüchten, mit denen die Erde untergehen wird. In der Stille, zitternd von all den Augen hinabflehend zur Sonne, die sich mit einem Verzweiflungsschrei ins Wasser stürzt, da, welch eine einfältige Marktschreierei: „Kein Reklameschild gibt euch einen Geschmack vom Schauspiel da drinnen, denn heutzutage ist kein Maler imstande, davon auch nur einen trüben Schatten wiederzugeben. Ich bring sie herbei, lebensprall (konserviert über die Jahre von überlegener Wissenschaft), ein Weib von ehedem. Etwas verrückt, ursprünglich und naiv, eine Ekstase aus Gold, das gewisse Etwas, so hat sieʼs selbst genannt, biegt sich ihr Haar mit der Anmut von Stoffen um ein Gesicht, das die blutige Blöße ihrer Lippen beleuchtet. Ihr bekommt kein leeres Kostüm, nein, den vollen Leib, die Augen, seltenen Edelsteinen ähnlich, wiegen den Blick nicht auf, der aus ihrem glücklichen Fleisch dringt, Brüste, angehoben wie starr von einer ewigen Milch, die Spitze Richtung Himmel, mit glatten Schenkeln, die das Salz des Urmeers wahren.“ Ihrer armen Frauen eingedenk, der kahlen, hinfälligen, von Grauen erfüllten, drängen sich die Gatten: Doch auch jene wollen sehen, so neugierig sind sie, die schwermütigen.</p>
<p>Haben alle die edle Kreatur beschaut, Relikt einer bereits verfemten Epoche, bleiben die einen gleichgültig, denn sie bringen nicht mehr die Kraft auf zu begreifen, doch andere sind betrübt und die Wimper feucht von Tränen des Verzichts blicken sie sich an; während die Dichter jener Zeit, fühlend, wie sich die erloschenen Augen wieder entfachen, zu ihrer Lampe eilen, das Hirn trunken für den Augenblick eines unbestimmten Ruhms, heimgesucht vom Rhythmus und ohne Gedanken daran, daß sie in einer Epoche leben, welcher die Schönheit für überlebt gilt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Stéphane Mallarmé, Plainte d’Automne</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/stephane-mallarme-plainte-dautomne/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2020 12:37:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Stéphane Mallarmé Plainte d’Automne Herbstklage französisch-deutsch Übersetzung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Depuis que Maria m’a quitté pour aller dans une autre étoile — laquelle, Orion, Altaïr, et toi, verte Vénus ? — j’ai toujours chéri la solitude. Que de longues journées j’ai passées seul avec mon chat. Par seul, j’entends sans un être matériel, et mon chat est un compagnon mystique, un esprit. Je puis donc dire [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/stephane-mallarme-plainte-dautomne/">Stéphane Mallarmé, Plainte d’Automne</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Depuis que Maria m’a quitté pour aller dans une autre étoile — laquelle, Orion, Altaïr, et toi, verte Vénus ? — j’ai toujours chéri la solitude. Que de longues journées j’ai passées seul avec mon chat. Par <em>seul,</em> j’entends sans un être matériel, et mon chat est un compagnon mystique, un esprit. Je puis donc dire que j’ai passé de longues journées seul avec mon chat et, seul, avec un des derniers auteurs de la décadence latine ; car depuis que la blanche créature n’est plus, étrangement et singulièrement j’ai aimé tout ce qui se résumait en ce mot : chute. Ainsi, dans l’année, ma saison favorite, ce sont les derniers jours alanguis de l’été, qui précèdent immédiatement l’automne, et dans la journée l’heure où je me promène est quand le soleil se repose avant de s’évanouir, avec des rayons de cuivre jaune sur les murs gris et de cuivre rouge sur les carreaux. De même la littérature à laquelle mon esprit demande une volupté sera la poésie agonisante des derniers moments de Rome, tant, cependant, qu’elle ne respire aucunement l’approche rajeunissante des Barbares et ne bégaie point le latin enfantin des premières proses chrétiennes.</p>
<p>Je lisais donc un de ces chers poèmes (dont les plaques de fard ont plus de charme sur moi que l’incarnat de la jeunesse) et plongeais une main dans la fourrure du pur animal, quand un orgue de Barbarie chanta languissamment et mélancoliquement sous ma fenêtre. Il jouait dans la grande allée des peupliers dont les feuilles me paraissent mornes même au printemps, depuis que Maria a passé là avec des cierges, une dernière fois. L’instrument des tristes, oui, vraiment : le piano scintille, le violon ouvre à l’âme déchirée la lumière, mais l’orgue de Barbarie, dans le crépuscule du souvenir, m’a fait désespérément rêver. Maintenant qu’il murmurait un air joyeusement vulgaire et qui mit la gaîté au cœur des faubourgs, un air suranné, banal : d’où vient que sa ritournelle m’allait à l’âme et me faisait pleurer comme une ballade romantique ? Je la savourai lentement et je ne lançai pas un sou par la fenêtre de peur de me déranger et de m’apercevoir que l’instrument ne chantait pas seul.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Herbstklage<br />
</strong><br />
Seitdem Maria mich verlassen hat, um zu einem andren Stern zu gehen – zu welchem, Orion, Altair, oder bist, grüne Venus, du es? – liebte ich alle Zeit die Einsamkeit. Wie dehnten sich die Tage, da ich mit meiner Katze einsam war. <em>Einsam</em> nenne ich kein bloß körperliches Sein, und meine Katze ist ein mystischer Gefährte, ein Geist. Ich kann also sagen, ich verbrachte lange Tage mit meiner Katze und einsam mit einem der späten Dichter der lateinischen Dekadenz; denn seitdem es die reine Schöpfung nicht mehr gibt, habe ich eine seltsame und einzigartige Form der Liebe zu all dem entwickelt, was sich in dem einen Wort verdichtet: Untergang. So ist denn auch meine liebste Jahreszeit jene der letzten trägen Sommertage, die dem Herbst unmittelbar vorausgehen, und von den Stunden des Tages, wo ich umherschweife, jene, da die Sonne, bevor sie gänzlich verlischt, zur Ruhe kommt in Strahlen gelben Kupfers auf den grauen Mauern und roten Kupfers auf den Kacheln. Desgleichen dürstet mein Geist nach einer Dichtung, die wie die späte römische ihm noch mit ihren letzten Atemzügen Wonne schenkt, gerade weil ihr vom verjüngenden Andrang der Barbaren noch kein frischer Hauch entgegenweht und sie nicht das kindliche Latein der frühen christlichen Prosa stammelt.</p>
<p>So las ich eines jener kostbaren Gedichte (deren hingetupfte Schminke mich mehr bezaubert als das rosige Fleisch der Jugend) und tauchte dabei meine Hand in das Fell des reinen Tiers, als ein Leierkasten unter meinem Fenster eine schmachtende und schwermütige Weise spielte. Er ertönte in der weiten Allee von Pappeln, deren Blätter mir selbst im Frühling traurig schienen, seitdem Maria dort ein letztes Mal mit Kerzen vorüberging. Es ist das Instrument der Traurigen, ja, wirklich: das Klavier, es funkelt ja, die Geige öffnet der zerrissenen Seele Räume aus Licht, die Drehorgel aber hat mir im Sonnenuntergang des Abends Träume des Verzagens gebracht. Jetzt, da sie ein Lied recht gewöhnlicher Lustbarkeit säuselt, das eitel Freude im Herzen der Vorstädte weckt, ein antiquiertes, banales Lied: Wie kommt es, daß mich sein Geleier ergreift und zu Tränen rührt wie eine romantische Ballade? Ich kostete es bis zum Nachklang aus, warf aber keinen Sou aus dem Fenster, aus Furcht, mir Unbehagen zu bereiten, sollte ich gewahren, daß es nicht einsam sang, das Instrument.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Tierische Plaudereien</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/tierische-plaudereien/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Oct 2019 22:18:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Tierische Plaudereien Gedichte in Prosa]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.luxautumnalis.de/?p=22488</guid>
		<description><![CDATA[<p>I Kater: „Wenn ich schreite, istʼs wie Nurejew, wenn du trottest, istʼs nur wie Hund.“ Hund: „Wenn ich heule, dann um meinetwillen unterm hellen Mond, wenn du jammerst, dann um die Katz in finsterer Nacht.“ II Pfau: „Mein Schrei ist gräßlich, doch mein Rad ist schön.“ Spatz: „Dein Rad hat schöne Augen, doch du kannst [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/tierische-plaudereien/">Tierische Plaudereien</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>I</p>
<p>Kater: „Wenn ich schreite, istʼs wie Nurejew, wenn du trottest, istʼs nur wie Hund.“</p>
<p>Hund: „Wenn ich heule, dann um meinetwillen unterm hellen Mond, wenn du jammerst, dann um die Katz in finsterer Nacht.“</p>
<p>II</p>
<p>Pfau: „Mein Schrei ist gräßlich, doch mein Rad ist schön.“</p>
<p>Spatz: „Dein Rad hat schöne Augen, doch du kannst damit nicht fliegen.“</p>
<p>Nachtigall: „Ich bin unscheinbar wie du, mein Spatz, doch mein Gesang ist himmlisch.“</p>
<p>Huhn: „Bin weder schön noch kann ich singen, doch zu Ostern färbt man meine Eier und versteckt sie für das gute Kind.“</p>
<p>III</p>
<p>Lipizzaner: „Mein Schritt hat Anmut, Würde hat mein Trab.“</p>
<p>Hund: „Doch mußt im Kreis du an der Leine laufen; derselbe Mensch, um den devot du kreist, läßt mich auf seinem Kissen dösen.“</p>
<p>Lipizzaner: „Mußt doch das Stöckchen, das er wirft, ihm apportieren.“</p>
<p>IV</p>
<p>Möwe: „Ich segle kühn auf wilder Wellen Schaum, mich dauert nicht der Schiffbruch kleiner Menschen.“</p>
<p>Taube: „Schreckt mich auch Sturm und Wildnis, Blattes grüne Hoffnung trug ich einst im Schnabel.“</p>
<p>V</p>
<p>Esel: „Ein Roß, das fliegen kann, na gut. Doch schleppe ich auf krummem Rücken Scheiter oder Früchte, Dinge, die dem Menschen nützen.“</p>
<p>Pegasus: „Ich schlug mit meinem Huf die Quelle auf, die schön den Dichtern singt.“</p>
<p>Esel: „Amphoren, die ich trage, bergen nicht der Erde Sinn allein, denn im Weine funkelt tief die Sonne, wahren Dichters klarer Rausch.“</p>
<p>Pegasus: „Ich trug den großen Heros, daß er das Unheil der Chimäre niederringe.“</p>
<p>Esel: „Ich trug das Heil der Welt, daß des Lebens Dunkelheit ein reiner Wein erhelle.“</p>
<p>VI</p>
<p>Frosch: „Mein Sommerabend ist laut quaken für die Liebe.“</p>
<p>Grille: „Ist deine Liebe denn halb taub, daß du so schreien mußt?“</p>
<p>Frosch: „Ich singe laut, weil auch mein Nachbar quakt, und werde lauter, ihn zu übertönen, so gehtʼs reihum, bis Lied und Kehle platzen.“</p>
<p>Grille: „Ich zirpe fröhlich durch die Nacht, wer möchte Frohsinn überschreien?“</p>
<p>Leuchtkäfer: „Meine Liebe, sie ist stumm, doch leih ich ihrer Nacht ein Leuchten, daß man ihr Wunder schaut.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der Samurai und der Bettelmönch</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/der-samurai-und-der-bettelmoench/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Jul 2019 22:12:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Der Samurai und der Bettelmönch Gedichte in Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Der Samurai trägt mit Stolz seinen glänzenden, gehörnten Helm, seinen wehrhaften Panzer, sein Schwert und seinen Schild, auf dem ein schreckliches Wappen prangt, das mehr sagt, als sein Mund je sagen könnte. Der Bettelmönch steht kahl geschoren und schwankend in einem zerschlissenen Gewand auf hölzernen Latschen, einen Regenschirm in der einen, eine Bettelschale in der [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/der-samurai-und-der-bettelmoench/">Der Samurai und der Bettelmönch</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Samurai trägt mit Stolz seinen glänzenden, gehörnten Helm, seinen wehrhaften Panzer, sein Schwert und seinen Schild, auf dem ein schreckliches Wappen prangt, das mehr sagt, als sein Mund je sagen könnte.</p>
<p>Der Bettelmönch steht kahl geschoren und schwankend in einem zerschlissenen Gewand auf hölzernen Latschen, einen Regenschirm in der einen, eine Bettelschale in der anderen Hand.</p>
<p>Wenn er sein Schwert zückt und es die Zähne fletschend durch die Luft zieht, daß sie schwirrend tönt, ist das Gesicht des Kriegers mit dem struppigen Bart eine Maske des grinsenden Tods.</p>
<p>Manchmal sitzt der Mönch am Wegesrand, die Schale zwischen den gekreuzten schmutzigen Füßen, seine Glatze ist wie die Schwester des vollen Monds, die ihn von ferne grüßt; er hört, wie die Schale blechern tönt, wenn einer der Passanten eine Münze einwirft, doch schaut er nicht auf, das Lächeln, das wie ein Tränenschleier sein mumienhaftes Gesicht erleuchtet, sendet er keinem nach.</p>
<p>Der Samurai stößt einen Schrei aus und es ist, als ob glühende Lava seinem weit aufgerissenen Mund entquelle, und er beugt sich halb stehend über das Haupt seines Pferdes, dessen Stirn einen sternförmigen Fleck hat und dessen große schwarze Augen seitwärts rollen, und der Schnee ihres verborgenen Inneren erglänzt; der Reiter aber ist wie ein aus dem schwarzen Wehen der Mähne plötzlich emporgetauchter Dämon, die tierische Seele des Schnaubens, Wieherns, sich Bäumens.</p>
<p>Der Mönch nimmt einen Schluck aus dem rohen Krug, den er mit dem bitteren Wasser des Brunnens gefüllt hat, und schlurft in den leeren Abend einer Einsamkeit, die schärfer ist als die Sichel des sinkenden Monds, schwärzer als der Saum des Walds, härter als der Kieselstein, der ihm die Ferse ritzt.</p>
<p>Der Samurai hockt mit seinen Kumpanen um ein loderndes Feuer, aus dem das Fett eine Lammes spritzt, das sie aus dem rauchenden Stall eines angezündeten Gehöfts gezerrt haben; nahebei dringt aus dem dämmernden Röhricht des Ufers das Stampfen der Pferde, und die Glut ihrer großen Herzen dampft in hellen Dünsten aus dem Fell. Über das weiße Gitter seiner harten Zähne rinnen bronzene Tropfen verschütteten Weins in das Dickicht des Barts, und die Lippen des Samurais sind voller Blut, wenn er singt.</p>
<p>Der Mönch kaut langsam und leeren Blicks seinen nassen Reis, den ihm die junge Bäuerin mit ihrem fleischig-nackten Arm gab, doch er sah nur die Ader in der Beuge, die wie eine dunkle Prophezeiung anschwoll, dazu zwei geröstete Fische, und er nimmt einen davon und wirft ihn der Katze hin, der einzigen Gefährtin dieser trostlosen Nacht.</p>
<p>Die Ringeltaube, die auf dem bemoosten Gemäuer leise gegurrt hat, und ihr kleiner Kopf ruckte rhythmisch auf und nieder, liegt ein blutiger Kadaver unter dem Schnabel der Krähe, die bedächtig feine helle Röhren aus dem Gedärm des Leichnams zieht. Der Samurai schnarcht neben der erlöschenden Glut des Feuers, schwere Regentropfen fallen herab und die aufsprühende Glut gießt ihm über das schwarze Blattwerk der herabgefallenen Locken und die breite Stirn den roten Gischt eines quälenden Traums.</p>
<p>*</p>
<p>Man erzählt, der Samurai und der Bettelmönch seien sich, als der Niedergang des Shoguns sich wie Mehltau auf das Land und seine Bewohner legte, an einem Kreuzweg begegnet; der Trupp der alten Krieger schlug sich beherzt, aber vergebens mit den frisch ausgehobenen Soldaten der neuen kaiserlichen Armee. Die einen sagen, der Samurai sei, durch einen Flintenschuß schwer verletzt, auf einer Bahre an dem Mönch vorbeigetragen worden. Als der nun sah, daß der Verwundete im Sterben lag, sei er geradewegs auf ihn zugeschritten und habe ihm die Lider der noch immer verzweifelt in das ferne Flackern der Sterne starrenden Augen mit einer leichten Geste zugedrückt, wie es der Meister des Tones macht, der an der schon vollendeten Büste mit angefeuchtetem Finger den sehenden Blick wieder schließt, um dem Antlitz die Anmut des Schlafs zu verleihen.</p>
<p>Andere dagegen sagen, wohl sei es wahr, daß der Samurai und der Mönch sich am Rande der Entscheidungsschlacht begegnet seien; doch habe der verwundete Krieger auf der Bahre, als er des Mönches gewahr wurde, wie er sich mit dem bleichen Antlitz der Auszehrung über ihn beugte, ihn für einen Feind erkannt und im Aufbäumen letzter Lebenskraft die schweren Hände gleich unaufhaltsamen Tentakeln eines Kraken um seinen Hals geschlungen und ihn erwürgt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Gustave Roud, Halte en juin</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/gustave-roud-halte-en-juin/</link>
		<comments>http://www.luxautumnalis.de/gustave-roud-halte-en-juin/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 25 May 2019 15:46:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gustave Roud Halte en juin Übersetzung deutsch]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Auszug Au réveil c&#8217;est juin parmi les hommes et les fleurs non du jardin fabuleux, mais celles de toujours contre vos mains comme une caresse : la sauge, le sainfoin rose sans parfum, et cette graminée pareille à une grappe de petits cœurs suspendus qui tremblent. Ce bruit monotone et bref qui fait penser à [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/gustave-roud-halte-en-juin/">Gustave Roud, Halte en juin</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Auszug<br />
</em><br />
Au réveil c&#8217;est juin parmi les hommes et les fleurs non du jardin fabuleux,<br />
mais celles de toujours contre vos mains comme une caresse : la sauge,<br />
le sainfoin rose sans parfum, et cette graminée pareille à une grappe de<br />
petits cœurs suspendus qui tremblent. Ce bruit monotone et bref qui fait<br />
penser à une blessure, à un soupir, et tranche votre sommeil avec l&#8217;herbe<br />
dans une odeur de sève, c&#8217;est celui de la faux, hélas ! L&#8217;homme est tout<br />
proche, le soleil à l&#8217;épaule, tête nue, et balance à chaque pas deux forts<br />
bras fauves plus purs que le matin. Il ne dit rien, il siffle de temps en<br />
temps un petit air. Il y a, collés au cuir de ses souliers rougi par la rosée,<br />
des pétales de fleurs mortes.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Beim Erwachen ist es Juni unter den Menschen und den Blumen, Gewächsen<br />
nicht aus dem Garten der Fabel, sondern alltäglichen, die deine Hände wie mit zarten Gesten streifen: der Salbei, die rosige und duftlose Esparsette und das Futtergras, Trauben ähnlich mit kleinen schwebenden Herzen, die zittern. Dies eintönige und kurze Geräusch, bei dem man an eine Verletzung denkt, einen Seufzer, und das mit dem Gras durch deinen Schlaf schneidet, der Saft duftet, ach, es ist das einer Sichel! Der Mann ist ganz nah, die Sonne über der Schulter, mit bloßem Haupt, und er schwingt bei jedem Schritt zwei starke braune Arme, heller als der Morgen. Er sagt kein Wort, von Zeit zu Zeit pfeift er ein kleines Lied. Ihm kleben am Leder seiner Schuhe, das rötlich schimmert von Tau, Blütenblätter welker Blumen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Gustave Roud, Une solitude dans les saisons</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/gustave-roud-une-solitude-dans-les-saisons/</link>
		<comments>http://www.luxautumnalis.de/gustave-roud-une-solitude-dans-les-saisons/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 23 May 2019 11:29:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gustave Roud Une solitude dans les saisons Übersetzung deutsch]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Auszug Sépare-toi de ton double endormi, quitte la chambre du Temps, le seuil débouche dans une perle! Nacre et nuit, l&#8217;espace gris et rose s&#8217;irise et tremble au seul battement de ton désir. L&#8217;espace deviant couleur de ta pensée. Tu peux choisir. L&#8217;aube? Le ciel miroite aussitôt comme un ventre de truite. La nuit d&#8217;août? [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/gustave-roud-une-solitude-dans-les-saisons/">Gustave Roud, Une solitude dans les saisons</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Auszug</em></p>
<p>Sépare-toi de ton double endormi, quitte la chambre du Temps,<br />
le seuil débouche dans une perle! Nacre et nuit, l&#8217;espace gris et rose<br />
s&#8217;irise et tremble au seul battement de ton désir. L&#8217;espace deviant<br />
couleur de ta pensée. Tu peux choisir. L&#8217;aube? Le ciel miroite aussitôt<br />
comme un ventre de truite. La nuit d&#8217;août? Ce grésillement d&#8217;étoiles<br />
tout à coup sur le lac d&#8217;odeurs où fermente le vin des roses mortes.<br />
Décembre, si tu veux&#8230; La fontaine, sa voix d&#8217;été perdue, coule<br />
sans mot dire sous les glaçons, louche rappel des grelottants réveils<br />
d&#8217;adolescence. Tu peux marcher dans l&#8217;herbe, dans la neige, cueillir<br />
une fleur, une pomme au jeune pommier Lebel, mâcher le miel des<br />
premières violettes en chassant d&#8217;un claquement de mains le corbeau<br />
d&#8217;octobre noix au bec à travers l&#8217;essaim des feuilles jaunes. Tu désires<br />
l&#8217;orage – et l&#8217;éclair fend d&#8217;un fil de feu la suie et l&#8217;argent des nues.<br />
L&#8217;étendue n&#8217;est qu&#8217;un chatoiement du <em>possible </em>autour de tes mains et<br />
de tes lèvres. Murmure <em>pluie</em>! et les molles flèches de l&#8217;averse ruisselleront<br />
à tes bras nus. Ta main debout – le soleil flambe aux croupes fumantes<br />
des collines&#8230;</p>
<p>Tu es le maître de l&#8217;espace et le Temps n&#8217;est plus pour nous deux qu&#8217;un<br />
présent inépuisé.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Löse dich ab von deinem eingeschlafenen Doppelgänger, verlasse das Zimmer der Zeit,<br />
die Schwelle mündet in einer Perle! Perlmutt und Nacht, der graue und rosenfarbene Raum<br />
schillert und bebt einzig vom Herzschlag deiner Wünsche. Der Raum nimmt<br />
die Farben deiner Gedanken an. Du kannst wählen. Morgendämmerung? Alsbald glänzt der Himmel<br />
wie der Bauch einer Forelle. Eine Nacht im August? Dies Knistern von Sternen<br />
unversehens auf dem See aus Düften, wo der Wein welker Rosen gärt.<br />
Dezember, wenn du magst … Die Quelle, ihre Stimme versunkenen Sommers, rinnt<br />
ohne ein Wort zu sagen unter den Eisschollen hin, trübe Erinnerung an das schlotternde<br />
Erwachen in der Jugendzeit. Du kannst über die Wiese wandern, im Schnee, eine Blume<br />
pflücken, einen Apfel im Garten des jungen Lebel, den Honig der frühen Veilchen<br />
kauen und händeklatschend den Raben des Oktobers, eine Nuß im Schnabel,<br />
über den Schwarm der gelben Blätter hin scheuchen. Du sehnst dich<br />
nach einem Gewitter – der Blitz zerreißt mit einem Feuerfaden den Ruß und das Silber der Wolken.<br />
Die Weite ist nichts als ein Schillern des <em>Möglichen</em> an deinen Händen und<br />
deinen Lippen. Flüstere <em>Regen!</em> Und die weichen Pfeile des Regenschauers rieseln<br />
über deine nackten Arme! Hebe die Hand empor – und die Sonne lodert auf den rauchenden Rücken der Berge …</p>
<p>Du bist der Herr des Raums und die Zeit gilt uns beiden für ein noch nicht ausgewickeltes Geschenk.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Gustave Roud, Je pose un pas toujours plus lent</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/gustave-roud-je-pose-un-pas-toujours-plus-lent/</link>
		<comments>http://www.luxautumnalis.de/gustave-roud-je-pose-un-pas-toujours-plus-lent/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 May 2019 15:11:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gustave Roud Je pose un pas Aus: Requiem Übersetzung deutsch]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus dem Requiem für seine Mutter Je pose un pas toujours plus lent dans le sentier des signes qu&#8217;un seul froissement de feuilles effarouche. J&#8217;apprivoise les plus furtives présences. Je ne parle plus, je n&#8217;interroge plus, j&#8217;écoute. Qui connaît sa vraie voix ? Si pure jaillisse-t-elle, un arrière-écho de sang sourdement la charge de menace. [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/gustave-roud-je-pose-un-pas-toujours-plus-lent/">Gustave Roud, Je pose un pas toujours plus lent</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus dem Requiem für seine Mutter</em></p>
<p>Je pose un pas toujours plus lent dans le sentier des signes<br />
qu&#8217;un seul froissement de feuilles effarouche. J&#8217;apprivoise<br />
les plus furtives présences. Je ne parle plus, je n&#8217;interroge plus,<br />
j&#8217;écoute. Qui connaît sa vraie voix ? Si pure jaillisse-t-elle,<br />
un arrière-écho de sang sourdement la charge de menace.<br />
C&#8217;est l&#8217;homme de silence que les bêtes séparent seul de la peur.<br />
Hier une douce biche blessée a pris refuge tout près de moi,<br />
si calme que les chiens des bourreaux hurlaient en vain loin<br />
de ses traces perdues. Les oiseaux du matin tissent et trouent<br />
à coups de bec une mince toile de musique. Un roitelet me<br />
suit de branche en branche à hauteur d&#8217;épaule. J&#8217;avance dans<br />
la paix. Qu&#8217;importe si la prison du temps sur moi s&#8217;est refermée ?<br />
Je sais que tu ne m&#8217;appelleras plus. Mais tu as choisis tes messagers.<br />
L&#8217;oiseau perdu, la plus tremblante étoile, le papillon des âmes,<br />
neige et nuit, qui essaime aux vieux saules, tout m&#8217;est présence,<br />
appel; tout signifie. Ces heures qui se fanent une à une derrière<br />
moi comme les bouquets jetés par les enfants dans la poussière,<br />
je sais qu&#8217;elles fleurissent ensemble au jardin sans limites où tu<br />
te penches pour toujours. La houle des saisons confondues y<br />
verse à tes pieds comme une vague le froment, la rose, la neige<br />
pure. Un Jour fait de mille jours se colore et chatoie au seul<br />
battement de ta mémoire. Tu <em>sais </em>enfin.</p>
<p>L&#8217;ineffable. Et pourtant, l&#8217;âme sans défense ouverte au plus<br />
faible cri, j&#8217;attends encore.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zögernder setze Tag ich für Tag den Fuß auf den Pfad der Zeichen,<br />
die ein einziges Knistern von Blättern verscheucht. Ich mache<br />
die flüchtigsten Wesen mir zugeneigt. Ich spreche nicht mehr, ich frage nicht mehr,<br />
ich höre. Wer kennt seine wahre Stimme? So rein quillt sie auf,<br />
ein fernes Echo des Bluts versetzt ihr bedrohlich den Dämpfer.<br />
Der Mensch der Stille ist es, den allein die Tiere befreien von Furcht.<br />
Gestern hat sich eine sanfte Hirschkuh, die verwundet war, ganz in meine Nähe geflüchtet,<br />
so ruhig, daß die Hunde der Schinder umsonst aufheulten fern<br />
von ihren verloren gegangenen Spuren. Die Vögel des Morgens weben und durchlöchern<br />
mit ihren Schnabelhieben ein dünnes Tuch aus Musik. Ein Goldhähnchen<br />
folgt mir von Zweig zu Zweig auf Schulterhöhe. Ich ziehe in<br />
den Frieden. Was macht es schon, wenn das Gefängnis der Zeit sich über mir wieder verschloß?<br />
Ich weiß, du rufst nicht weiter nach mir. Doch hast du deine Boten erwählt.<br />
Den verirrten Vogel, den am meisten zitternden Stern, den Schmetterling der Seelen,<br />
Schnee und Nacht, die über den alten Weidenbäumen flocken, alles ist mir Gegenwart,<br />
alles Ruf; alles Zeichen. Jene Stunden, die eine nach der anderen in meinem Rücken<br />
verblassen, gleich Blumenkränzen, von den Kindern in den Staub geworfen,<br />
ich weiß, sie blühen beisammen in dem Garten ohne Umzäunung, wo du dich<br />
herabneigst für immer. Die Brandung der ineinander gemischten Jahreszeiten,<br />
sie schüttet dir dort wie eine Woge den Weizen vor die Füße, die Rose, den reinen<br />
Schnee. Ein Tag, von tausend Tagen die Summe, nimmt Farbe an und schimmert<br />
vom Herzschlag deiner Erinnerung. Am Ende wirst du <em>wissen</em>.</p>
<p>Das Unaussprechliche. Und doch, die Seele wehrlos geöffnet dem<br />
leisesten Schrei, warte ich noch.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Gustave Roud, Aimé</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/gustave-roud-aime/</link>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2019 14:36:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrische Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gustave Roud Aimé Übersetzung deutsch]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>(Auszug) Je voyais la douce peau gonflée de muscles encore pâle dans l’ombre de la manche. Ce bras nu, ce bras pur qui apaise l’univers d’une seule caresse La faux d’Aimé tranche ce corps qui titube entre nous et s’effondre sans avoir entendu le nom que je lui rends avec un cri. Viens ! Aimé. [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/gustave-roud-aime/">Gustave Roud, Aimé</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>(Auszug)</p>
<p>Je voyais la douce peau gonflée de muscles encore pâle dans l’ombre de la manche.<br />
Ce bras nu, ce bras pur qui apaise l’univers d’une seule caresse<br />
La faux d’Aimé tranche ce corps qui titube entre nous et s’effondre<br />
sans avoir entendu le nom que je lui rends avec un cri.</p>
<p>Viens ! Aimé. Il y a autre chose que le sommeil pour ton corps rompu par la faux.<br />
Viens ! toutes les cloches jusqu’à l’horizon sonnent l’heure de notre fuite,<br />
Chaque village fleurit comme un bouquet de lampes<br />
Viens ! voici renaître dans le noir tout un après midi de moissons<br />
Dans son odeur de sueur et de paille chaude.</p>
<p>Ton épaule nue<br />
Ta large poitrine nue<br />
trouant le ciel comme un nageur hors de l’eau calme.<br />
La cruche vernissée ruisselante de lumière et d’eau qui descend du ciel à tes lèvres.<br />
Et comme un faucheur, le pied dans le nid,<br />
Pris dans un essaim de guêpes furieuses,</p>
<p>Je ne peux plus leur résister.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Aimé<br />
</strong><br />
Ich sah die sanfte Haut, gewölbt von Muskeln, blaß noch im Schatten des Stiels.<br />
Dieser nackte Arm, der reine Arm, er stillt das All mit einer einzigen zärtlichen Geste.<br />
Die Sichel des Geliebten durchtrennt den Körper, der zwischen uns torkelt und stürzt,<br />
ohne den Namen vernommen zu haben, den ich ihm gab in einem Schrei.</p>
<p>Auf, Geliebter! Es gibt mehr noch als den Schlaf für deinen von der Sichel zerrissenen Körper.<br />
Auf! Alle Glocken läuten bis an den Horizont die Stunde unserer Flucht,<br />
jedes Dorf erblüht wie ein Kranz von Lampen.<br />
Auf! Sieh, wie im Dunkel ein ganzer Nachmittag von Ernten wiederersteht<br />
mit seinem Geruch aus Schweiß und warmem Stroh.</p>
<p>Deine nackte Schulter,<br />
deine breite nackte Brust,<br />
die den Himmel durchlöchert wie ein Schwimmer über dem ruhigen Wasser.<br />
Der glasierte Krug, an dem Licht rinnt und Wasser, das vom Himmel auf deine Lippen fällt.<br />
Und wie ein Mäher, den Fuß im Nest,<br />
befallen von einem Schwarm von wütenden Wespen,</p>
<p>vermag ich ihnen nicht länger zu wehren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/gustave-roud-aime/">Gustave Roud, Aimé</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Charles Baudelaire, Les yeux des pauvres</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-les-yeux-des-pauvres/</link>
		<comments>http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-les-yeux-des-pauvres/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 01 Dec 2018 23:02:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Les yeux des pauvres Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Ah ! vous voulez savoir pourquoi je vous hais aujourd’hui. Il vous sera sans doute moins facile de le comprendre qu’à moi de vous l’expliquer ; car vous êtes, je crois, le plus bel exemple d’imperméabilité féminine qui se puisse rencontrer. Nous avions passé ensemble une longue journée [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-les-yeux-des-pauvres/">Charles Baudelaire, Les yeux des pauvres</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)<br />
</em><br />
Ah ! vous voulez savoir pourquoi je vous hais aujourd’hui. Il vous sera sans doute moins facile de le comprendre qu’à moi de vous l’expliquer ; car vous êtes, je crois, le plus bel exemple d’imperméabilité féminine qui se puisse rencontrer.</p>
<p>Nous avions passé ensemble une longue journée qui m’avait paru courte. Nous nous étions bien promis que toutes nos pensées nous seraient communes à l’un et à l’autre, et que nos deux âmes désormais n’en feraient plus qu’une ; — un rêve qui n’a rien d’original, après tout, si ce n’est que, rêvé par tous les hommes, il n’a été réalisé par aucun.</p>
<p>Le soir, un peu fatiguée, vous voulûtes vous asseoir devant un café neuf qui formait le coin d’un boulevard neuf, encore tout plein de gravois et montrant déjà glorieusement ses splendeurs inachevées. Le café étincelait. Le gaz lui-même y déployait toute l’ardeur d’un début, et éclairait de toutes ses forces les murs aveuglants de blancheur, les nappes éblouissantes des miroirs, les ors des baguettes et des corniches, les pages aux joues rebondies traînés par les chiens en laisse, les dames riant au faucon perché sur leur poing, les nymphes et les déesses portant sur leur tête des fruits, des pâtés et du gibier, les Hébés et les Ganymèdes présentant à bras tendu la petite amphore à bavaroises ou l’obélisque bicolore des glaces panachées ; toute l’histoire et toute la mythologie mises au service de la goinfrerie.</p>
<p>Droit devant nous, sur la chaussée, était planté un brave homme d’une quarantaine d’années, au visage fatigué, à la barbe grisonnante, tenant d’une main un petit garçon et portant sur l’autre bras un petit être trop faible pour marcher. Il remplissait l’office de bonne et faisait prendre à ses enfants l’air du soir. Tous en guenilles. Ces trois visages étaient extraordinairement sérieux, et ces six yeux contemplaient fixement le café nouveau avec une admiration égale, mais nuancée diversement par l’âge.</p>
<p>Les yeux du père disaient : « Que c’est beau ! que c’est beau ! on dirait que tout l’or du pauvre monde est venu se porter sur ces murs. » — Les yeux du petit garçon : « Que c’est beau ! que c’est beau ! mais c’est une maison où peuvent seuls entrer les gens qui ne sont pas comme nous. » — Quant aux yeux du plus petit, ils étaient trop fascinés pour exprimer autre chose qu’une joie stupide et profonde.</p>
<p>Les chansonniers disent que le plaisir rend l’âme bonne et amollit le cœur. La chanson avait raison ce soir-là, relativement à moi. Non-seulement j’étais attendri par cette famille d’yeux, mais je me sentais un peu honteux de nos verres et de nos carafes, plus grands que notre soif. Je tournais mes regards vers les vôtres, cher amour, pour y lire <em>ma</em> pensée ; je plongeais dans vos yeux si beaux et si bizarrement doux, dans vos yeux verts, habités par le Caprice et inspirés par la Lune, quand vous me dites : « Ces gens-là me sont insupportables avec leurs yeux ouverts comme des portes cochères ! Ne pourriez-vous pas prier le maître du café de les éloigner d’ici ? »</p>
<p>Tant il est difficile de s’entendre, mon cher ange, et tant la pensée est incommunicable, même entre gens qui s’aiment !</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Augen der Armen<br />
</strong><br />
Ach, Sie wollen wissen, weshalb ich Sie heute hassen. Es wird Ihnen gewiß weniger leicht fallen, es zu begreifen, als mir, es zu erklären; denn Sie sind, glaube ich, das schönste Beispiel weiblicher Unzugänglichkeit, dem man begegnen kann.</p>
<p>Wir hatten einen langen Tag, der mir kurz schien, gemeinsam verbracht. Wir hatten uns versprochen, uns all unsere Gedanken, einen nach dem anderen, mitzuteilen und unser beider Seelen von nun an als eine Seele zu betrachten – kein wirklich origineller Traum, wie es scheint, nur daß er, von allen geträumt, von keinem verwirklicht worden ist.</p>
<p>Am Abend wollten sie, ein wenig erschöpft, vor einem neuen Gasthaus Platz nehmen, das den Winkel eines neuen Boulevards bildete, wo zwar noch einiger Bauschutt lag, doch das schon ruhmredig seinen verborgenen Glanz zur Schau stellte. Das Lokal glitzerte. Die Gasbeleuchtung verbreitete die ganze Glut eines Neubeginns und erhellte mit aller Macht die blendende Weiße der Mauern, die beeindruckenden Reihen der Spiegel, das Gold der Zierleisten und Fenstersimse, die pausbäckigen Pagen mit den Hunden an der Leine, die Damen, die über den Falken lachten, der sich über ihre Faust beugte, die Nymphen und Göttinnen mit Früchten auf den Köpfen, die Pasteten und das Wildbret, die Heben und Ganymede, die kleine Krüge voll bayerischen Rahms auf dem Arm trugen, und den zweifarbigen Obelisken aus gemischtem Speiseeis; die ganze Geschichte und Mythologie im Dienste der Gefräßigkeit.</p>
<p>Direkt vor uns hatte sich auf der Straße ein wackerer Mann von etwa vierzig Jahren aufgepflanzt, mit müdem Gesicht und ergrauendem Bart, in der einen Hand hielt er einen kleinen Jungen, auf dem anderen trug er ein kleines Wesen, das zu schwach zum Laufen war. Er war in die Rolle des Kindermädchens geschlüpft und hatte mit seinen Kindern die Abendluft geschnuppert. Alle waren in Lumpen. Ganz ernst schauten die drei Gesichter und ihre Augen starrten unentwegt in das neue Lokal mit einem gleich starken, nur von ihrem unterschiedlichen Alter gefärbten Ausdruck des Staunens.</p>
<p>Die Augen des Vaters sagten: „Wie schön das ist! Wie schön! Als hätte man alles Gold der armen Welt an diesen Wänden angebracht.“ – Die Augen des kleinen Jungen sprachen: „Wie schön das ist! Wie schön! Doch in dieses Haus dürfen nur Leute kommen, die nicht sind wie wir.“ – Die Augen des Kleinen waren zu bezaubert, um etwas anderes auszudrücken als tumbe und tiefe Freude.</p>
<p>Die Liedersänger künden davon, daß Vergnügen die Seele gut und das Herz weich mache. Das Lied hatte an diesem Abend, was mich betraf, ganz recht. Ich war von dieser Familie von Augen nicht nur gerührt, ich empfand auch ein wenig Scham wegen unserer Gläser und unserer Karaffen, die größer waren als unser Durst. Ich wandte meine Blicke den ihren, meine Liebe, zu, um darin meinen Gedanken zu lesen; ich tauchte in ihre so schönen und so verwirrend süßen Augen, in ihre grünen Augen voller Mutwillen, die von Luna behauchten, als sie zu mir sagten: „Diese Leute dort sind mir unerträglich mit ihren Augen, aufgerissen wie eine Toreinfahrt! Könnten Sie den Chef des Hauses nicht darum bitten, sie von hier zu entfernen?“</p>
<p>So schwer ist es, mein teurer Engel, sich zu verstehen, und so wenig kann ein Gedanke geteilt werden, selbst unter Menschen, die sich lieben!</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, La belle Dorothée</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Nov 2018 23:04:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire La belle Dorothée Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Le soleil accable la ville de sa lumière droite et terrible ; le sable est éblouissant et la mer miroite. Le monde stupéfié s’affaisse lâchement et fait la sieste, une sieste qui est une espèce de mort savoureuse où le dormeur, à demi éveillé, goûte les voluptés [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-la-belle-dorothee/">Charles Baudelaire, La belle Dorothée</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)<br />
</em><strong><br />
</strong>Le soleil accable la ville de sa lumière droite et terrible ; le sable est éblouissant et la mer miroite. Le monde stupéfié s’affaisse lâchement et fait la sieste, une sieste qui est une espèce de mort savoureuse où le dormeur, à demi éveillé, goûte les voluptés de son anéantissement.</p>
<p>Cependant Dorothée, forte et fière comme le soleil, s’avance dans la rue déserte, seule vivante à cette heure sous l’immense azur, et faisant sur la lumière une tache éclatante et noire.</p>
<p>Elle s’avance, balançant mollement son torse si mince sur ses hanches si larges. Sa robe de soie collante, d’un ton clair et rose, tranche vivement sur les ténèbres de sa peau et moule exactement sa taille longue, son dos creux et sa gorge pointue.</p>
<p>Son ombrelle rouge, tamisant la lumière, projette sur son visage sombre le fard sanglant de ses reflets.</p>
<p>Le poids de son énorme chevelure presque bleue tire en arrière sa tête délicate et lui donne un air triomphant et paresseux. De lourdes pendeloques gazouillent secrètement à ses mignonnes oreilles.</p>
<p>De temps en temps la brise de mer soulève par le coin sa jupe flottante et montre sa jambe luisante et superbe ; et son pied, pareil aux pieds des déesses de marbre que l’Europe enferme dans ses musées, imprime fidèlement sa forme sur le sable fin. Car Dorothée est si prodigieusement coquette, que le plaisir d’être admirée l’emporte chez elle sur l’orgueil de l’affranchie, et, bien qu’elle soit libre, elle marche sans souliers.</p>
<p>Elle s’avance ainsi, harmonieusement, heureuse de vivre et souriant d’un blanc sourire, comme si elle apercevait au loin dans l’espace un miroir reflétant sa démarche et sa beauté.</p>
<p>À l’heure où les chiens eux-mêmes gémissent de douleur sous le soleil qui les mord, quel puissant motif fait donc aller ainsi la paresseuse Dorothée, belle et froide comme le bronze ?</p>
<p>Pourquoi a-t-elle quitté sa petite case si coquettement arrangée, dont les fleurs et les nattes font à si peu de frais un parfait boudoir ; où elle prend tant de plaisir à se peigner, à fumer, à se faire éventer ou à se regarder dans le miroir de ses grands éventails de plumes, pendant que la mer, qui bat la plage à cent pas de là, fait à ses rêveries indécises un puissant et monotone accompagnement, et que la marmite de fer, où cuit un ragoût de crabes au riz et au safran, lui envoie, du fond de la cour, ses parfums excitants ?</p>
<p>Peut-être a-t-elle un rendez-vous avec quelque jeune officier qui, sur des plages lointaines, a entendu parler par ses camarades de la célèbre Dorothée. Infailliblement elle le priera, la simple créature, de lui décrire le bal de l’Opéra, et lui demandera si on peut y aller pieds nus, comme aux danses du dimanche, où les vieilles Cafrines elles-mêmes deviennent ivres et furieuses de joie ; et puis encore si les belles dames de Paris sont toutes plus belles qu’elle.</p>
<p>Dorothée est admirée et choyée de tous, et elle serait parfaitement heureuse si elle n’était obligée d’entasser piastre sur piastre pour racheter sa petite sœur qui a bien onze ans, et qui est déjà mûre, et si belle ! Elle réussira sans doute, la bonne Dorothée ; le maître de l’enfant est si avare, trop avare pour comprendre une autre beauté que celle des écus !</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die schöne Dorothea<br />
</strong><br />
Die Sonne lastet auf der Stadt mit ihrem senkrechten Schreckensstrahl. Der Sand blendet und das Meer glitzert. Die betäubte Welt sackt haltlos in die Knie und hält Siesta, eine Siesta, die eine Art süßer Tod ist, da der Schläfer, halb wach, die Wonnen der Vernichtung kostet.</p>
<p>Doch Dorothea, stark und stolz wie die Sonne, zieht die verwaiste Straße entlang, allein lebendig zu dieser Stunde unter dem ungeheuren Blau des Himmels, und bildet gegen das Licht einen in die Augen springenden dunklen Fleck.</p>
<p>Vorwärtsschreitend wiegt sie weich den schmalen Rumpf auf ihren breiten Hüften. Ihr straffes Seidenkleid von hellem Rosa sticht lebhaft ab vom Dunkel ihrer Haut und schmiegt sich eng an ihren hohen Leib, die Mulde des Rückens und den gereckten Hals.</p>
<p>Ihr roter Sonnenschirm, die Strahlen dämpfend, tupft die blutfarbene Schminke seines Widerscheins auf ihr dunkles Gesicht.</p>
<p>Die Last ihres üppigen, fast blauen Haars zieht ihr zierliches Haupt nach hinten und verleiht ihr einen triumphierenden und trägen Ausdruck. Schwere Gehänge klimpern heimlich an ihren reizenden Ohren.</p>
<p>Von Zeit zu Zeit lüpft die Meeresbrise seitlich ihren flatternden Rock und entblößt das Schimmern eines prachtvollen Beins. Ihr Fuß, ein Fuß wie jener Marmorgöttinnen einer, die Europa in seine Museen sperrt, drückt seinen Umriß treulich in den feinen Sand. Denn Dorothea ist so über die Maßen kokett, daß die Lust, bewundert zu werden, den Stolz der freigelassenen Sklavin mit sich reißt, und ist sie auch frei, geht sie doch barfuß.</p>
<p>So gleitet strömend sie dahin, glücklich zu leben und ein helles Lachen lachend, als schaute sie in der Ferne in einen Spiegel, der ihren Gang und ihrer Schönheit Bildnis wiedergibt.</p>
<p>Was treibt zur Stunde, da selbst die Hunde unterm Biß der Sonne stöhnen, die träge Dorothea wohl hinaus, wie Bronze schön und kühl?</p>
<p>Weshalb verließ sie ihre kleine Hütte, so hübsch ausgestattet, mit Blumen und Matten zu geringen Kosten ein perfektes Boudoir; wo es ihr behagt, sich zu kämmen, zu rauchen, sich Luft zufächeln zu lassen oder sich im Spiegel ihrer großen Federfächer zu betrachten, während das Meer, hundert Schritte nur entfernt auf das Ufer klatschend, ihre vagen Träumereien mit einem monotonen Lied begleitet und vom Hinterhof der eiserne Kessel, in dem ein Krabbenragout auf Reis und Safran schmort, ihr verführerische Düfte zuträgt?</p>
<p>Vielleicht hat sie ein Stelldichein mit einem jungen Offizier, der an fernen Ufern seine Kameraden von der berühmten Dorothea hat raunen hören. Den wird sie ganz gewiß, das einfältige Geschöpf, darum bitten, ihr den Opernball zu schildern, und ihn fragen, ob man dorthin barfuß gehen kann, wie zu den Tänzen am Sonntag, bei denen die alten Kaffernfrauen sich betrinken und vor Freude toben; und schließlich, ob die schönen Damen von Paris wohl alle schöner sind als sie selbst.</p>
<p>Dorothea wird von allen bewundert und gehätschelt, und sie wäre völlig glücklich, wäre sie nicht genötigt, Piaster für Piaster für den Freikauf ihrer kleinen Schwester zurückzulegen, die erst elf ist und schon reif und so schön! Sie wird es zweifellos schaffen, die schöne Dorothea; der Besitzer der Kleinen ist sehr geizig, zu geizig, um eine andere Schönheit zu begreifen als die von Gold- und Silbermünzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Les projets</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-les-projets/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Nov 2018 23:26:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Les projets Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Il se disait, en se promenant dans un grand parc solitaire : « Comme elle serait belle dans un costume de cour, compliqué et fastueux, descendant, à travers l’atmosphère d’un beau soir, les degrés de marbre d’un palais, en face des grandes pelouses et des bassins ! Car elle [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-les-projets/">Charles Baudelaire, Les projets</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)<br />
</em><strong><br />
</strong>Il se disait, en se promenant dans un grand parc solitaire : « Comme elle serait belle dans un costume de cour, compliqué et fastueux, descendant, à travers l’atmosphère d’un beau soir, les degrés de marbre d’un palais, en face des grandes pelouses et des bassins ! Car elle a naturellement l’air d’une princesse. »</p>
<p>En passant plus tard dans une rue, il s’arrêta devant une boutique de gravures, et, trouvant dans un carton une estampe représentant un paysage tropical, il se dit : « Non ! ce n’est pas dans un palais que je voudrais posséder sa chère vie. Nous n’y serions pas <em>chez nous.</em> D’ailleurs ces murs criblés d’or ne laisseraient pas une place pour accrocher son image ; dans ces solennelles galeries, il n’y a pas un coin pour l’intimité. Décidément, c’est <em>là</em> qu’il faudrait demeurer pour cultiver le rêve de ma vie. »</p>
<p>Et, tout en analysant des yeux les détails de la gravure, il continuait mentalement : « Au bord de la mer, une belle case en bois, enveloppée de tous ces arbres bizarres et luisants dont j’ai oublié les noms….., dans l’atmosphère, une odeur enivrante, indéfinissable….., dans la case un puissant parfum de rose et de musc…., plus loin, derrière notre petit domaine, des bouts de mâts balancés par la houle….., autour de nous, au delà de la chambre éclairée d’une lumière rose tamisée par les stores, décorée de nattes fraîches et de fleurs capiteuses, avec de rares siéges d’un rococo Portugais, d’un bois lourd et ténébreux (où elle reposerait si calme, si bien éventée, fumant le tabac légèrement opiacé !), au delà de la varangue, le tapage des oiseaux ivres de lumières, et le jacassement des petites négresses….., et, la nuit, pour servir d’accompagnement à mes songes, le chant plaintif des arbres à musique, des mélancoliques filaos ! Oui, en vérité, c’est bien <em>là</em> le décor que je cherchais. Qu’ai-je à faire de palais ? &#8221;</p>
<p>Et plus loin, comme il suivait une grande avenue, il aperçut une auberge proprette, où d’une fenêtre égayée par des rideaux d’indienne bariolée se penchaient deux têtes rieuses. Et tout de suite : « Il faut, — se dit-il, — que ma pensée soit une grande vagabonde pour aller chercher si loin ce qui est si près de moi. Le plaisir et le bonheur sont dans la première auberge venue, dans l’auberge du hasard, si féconde en voluptés. Un grand feu, des faïences voyantes, un souper passable, un vin rude, et un lit très-large avec des draps un peu âpres, mais frais ; quoi de mieux ? »</p>
<p>Et en rentrant seul chez lui, à cette heure où les conseils de la Sagesse ne sont plus étouffés par les bourdonnements de la vie extérieure, il se dit : « J’ai eu aujourd’hui, en rêve, trois domiciles où j’ai trouvé un égal plaisir. Pourquoi contraindre mon corps à changer de place, puisque mon âme voyage si lestement ? Et à quoi bon exécuter des projets, puisque le projet est en lui-même une jouissance suffisante ? »</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Pläne<br />
</strong><br />
Er sagte sich, während er in einem weitläufigen, einsamen Park spazierenging: „Wie schön sie in einem höfischen Festgewand, gefältelt und prunkend, aussähe, wenn sie durch die Luft des Sommerabends die Marmorstufen des Palastes zu den weiten Rasenflächen und den Wasserbecken herabschritte! Sie hat ja von Natur die Aura einer Prinzessin!“</p>
<p>Als er später eine Straße entlangging und vor einem Schaufenster mit Stichen verweilend eine kolorierte Zeichnung einer tropischen Landschaft entdeckte, sagte er sich: „Nein, ich mag ihr liebes Dasein nicht in einem Palast genießen. Dort wären wir nicht unter uns. Auch ließen jene golddurchwirkten Wände keinen Platz, ihr Portrait anzubringen; in diesen feierlichen Hallen gäbe es keinen Winkel für Vertraulichkeiten. Es ist klar, <em>dort</em> sollten wir uns aufhalten, damit der Traum meines Lebens Blüten treibe.“</p>
<p>Und während er die Augen prüfend über die Feinheiten des Stiches wandern ließ, setzte er seinen inneren Monolog fort: „Am Ufer des Meers, eine schöne Holzhütte, umstanden von seltsamen, leuchtenden Bäumen, deren Namen ich vergessen habe … die Luft voll von berauschendem, unnennbarem Wohlgeruch … im Innern der Hütte ein schwerer Duft von Rosen und Moschus … in der Ferne, hinter unserem kleinen Haus, Segelboote, die auf den Wogen schaukeln … um uns herum, jenseits des Zimmers, erhellt von einem rosigen Licht, das die Vorhänge dämpfen, geschmückt mit kühlen Matten und betörenden Blüten, mit seltenen Sesseln aus dem portugiesischen Rokoko, von schwerem und düsterem Holz (wo sie sich ausruhen würde, so still, vom Fächeln gekühlt, Tabak rauchend, leicht mit Opium versetzt!), jenseits der Veranda das Gekreisch der Vögel, die trunken sind vom Licht, und das Geplapper kleiner Negerinnen … und in der Nacht, meinen Träumen das Geleit zu geben, der Klagegesang tönender Bäume, schwermütiger Filao-Bäume! Ja, <em>dort</em> ist die Kulisse, nach der ich gesucht habe. Was soll mir da ein Palast?“</p>
<p>Wie er auf der großen Avenue weiterschritt, gewahrte er eine hübsche Herberge, und aus einem Fenster, das durch bunte Kattunvorhänge eine heitere Stimmung verbreitete, lehnten sich zwei lachende Köpfe. Und sogleich sagte er sich: „Mein Denken muß wohl ein ziemlicher Vagabund sein, daß es in der Ferne sucht, was vor meinen Augen liegt. Lust und Glück, sie wohnen in der nächstbesten Herberge, in der Herberge des Zufalls, die von Vergnügungen überquillt. Ein großes Kaminfeuer, grelle Fayencen, ein leidliches Abendessen, ein herber Wein und ein breites Bett mit etwas rauhen, aber frischen Laken – was braucht es mehr?“</p>
<p>Und als er allein nach Hause zurückkehrte, zu eben der Stunde, da die Ratschläge der <em>Weisheit</em> nicht mehr vom Dröhnen des äußeren Lebens übertäubt werden, sagte er sich: „Ich träumte mich heute an drei Orte, wo ich jedesmal dasselbe Vergnügen empfand. Wozu meinen Leib von Ort zu Ort schleppen, wenn meine Seele so leichtfüßig Reisen unternimmt? Weshalb Pläne überhaupt ausführen, wenn Pläne schmieden an sich schon einen befriedigenden Genuß gewährt?“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, La solitude</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-la-solitude/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Nov 2018 12:43:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire La solitude Die Einsamkeit Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Un gazetier philanthrope me dit que la solitude est mauvaise pour l’homme ; et à l’appui de sa thèse, il cite, comme tous les incrédules, des paroles des Pères de l’Église. Je sais que le Démon fréquente volontiers les lieux arides, et que l’Esprit de meurtre et [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-la-solitude/">Charles Baudelaire, La solitude</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)<br />
</em><strong><br />
</strong>Un gazetier philanthrope me dit que la solitude est mauvaise pour l’homme ; et à l’appui de sa thèse, il cite, comme tous les incrédules, des paroles des Pères de l’Église.</p>
<p>Je sais que le Démon fréquente volontiers les lieux arides, et que l’Esprit de meurtre et de lubricité s’enflamme merveilleusement dans les solitudes. Mais il serait possible que cette solitude ne fût dangereuse que pour l’âme oisive et divagante qui la peuple de ses passions et de ses chimères.</p>
<p>Il est certain qu’un bavard, dont le suprême plaisir consiste à parler du haut d’une chaire ou d’une tribune, risquerait fort de devenir fou furieux dans l’île de Robinson. Je n’exige pas de mon gazetier les courageuses vertus de Crusoé, mais je demande qu’il ne décrète pas d’accusation les amoureux de la solitude et du mystère.</p>
<p>Il y a dans nos races jacassières des individus qui accepteraient avec moins de répugnance le supplice suprême, s’il leur était permis de faire du haut de l’échafaud une copieuse harangue, sans craindre que les tambours de Santerre ne leur coupassent intempestivement la parole.</p>
<p>Je ne les plains pas, parce que je devine que leurs effusions oratoires leur procurent des voluptés égales à celles que d’autres tirent du silence et du recueillement ; mais je les méprise.</p>
<p>Je désire surtout que mon maudit gazetier me laisse m’amuser à ma guise. « Vous n’éprouvez donc jamais, — me dit-il, avec un ton de nez très-apostolique, — le besoin de partager vos jouissances ? » Voyez-vous le subtil envieux ! Il sait que je dédaigne les siennes, et il vient s’insinuer dans les miennes, le hideux trouble-fête !</p>
<p>« Ce grand malheur de ne pouvoir être seul !….. » dit quelque part La Bruyère, comme pour faire honte à tous ceux qui courent s’oublier dans la foule, craignant sans doute de ne pouvoir se supporter eux-mêmes.</p>
<p>« Presque tous nos malheurs nous viennent de n’avoir pas su rester dans notre chambre, » dit un autre sage, Pascal, je crois, rappelant ainsi dans la cellule du recueillement tous ces affolés qui cherchent le bonheur dans le mouvement et dans une prostitution que je pourrais appeler <em>fraternitaire,</em> si je voulais parler la belle langue de mon siècle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Einsamkeit<br />
</strong><br />
Ein philanthropischer Zeitungsmensch sagte mir, die Einsamkeit sei dem Menschen verderblich; und er untermauerte seine Aussage, indem er, wie alle Ungläubigen, Worte der Kirchenväter zitierte.</p>
<p>Mir ist durchaus bewußt, daß der Teufel bevorzugt Wüsteneien heimsucht und der Geist der Mordlust und Lüsternheit sich in menschenleerer Ödnis wie durch ein Wunder von selbst entflammt. Doch stellt Einsamkeit wahrscheinlich nur für jene Seele eine Gefahr dar, die sie, dem Nichtstun und Umherirren frönend, mit ihren Leidenschaften und Wahngespinsten bevölkert.</p>
<p>Sicherlich liefe ein Schwätzer, der kein größeres Vergnügen kennt, als von einem Katheder oder einer Tribüne zu reden, Gefahr, auf der Insel des Robinson als tobsüchtiger Irrer zu enden. Ich fordere von meinem Journalisten nicht die mutige Haltung eines Crusoe ein, doch verlange ich, gegen die Liebhaber der Einsamkeit und des Mysteriums keine öffentliche Anklage zu erheben.</p>
<p>So mancher Sproß an unserem geschwätzigen Stamm bestiege mit weniger Widerwillen die Bretter des Schafotts, stünden sie ihm als Bühne für eine letzte feierliche Ansprache zur Verfügung, ohne fürchten zu müssen, daß die Trommeln unter dem Kommando von Santerre ihm vor der Zeit das Wort abschnitten.</p>
<p>Ich bedauere solche Leute nicht, denn ich ahne wohl, daß ihre oratorischen Ergüsse ihnen einen Genuß bereiten, der jenem in nichts nachsteht, den andere aus dem Schweigen und der inneren Einkehr gewinnen; aber ich verachte sie.</p>
<p>Ich wünsche vor allem, daß mein vermaledeiter Zeitungsschreiber es mir vergönnt, mich nach meiner Fasson zu amüsieren. „Sie verspüren demnach nie“, fragte er mich mit einem weihevollen Unterton, „das Verlangen, andere an ihren Genüssen teilhaben zu lassen?“ Hören Sie den verkappten Neid heraus? Er weiß, daß ich seine Brut verabscheue, und will sich in meinen Kreis einschmeicheln, der widerwärtige Störenfried!</p>
<p>„Dies große Unglück, nicht allein sein zu können ….“, sagt irgendwo La Bruyère, um damit seine Verachtung für jene zu bekunden, die sich sputen, um sich in der Menge zu vergessen, gewiß in der Furcht, sich selbst nicht ertragen zu können.</p>
<p>„Fast unser ganzes Unglück rührt daher, nicht in unserem Zimmer bleiben zu können“, sagt ein anderer weiser Mann, Pascal, glaube ich, um auf solche Weise all jene panisch Umherirrenden in die Zelle der inneren Einkehr zurückzurufen, die das Glück im Aufruhr und einer Prostitution suchen, die ich <em>Verbrüderung </em>nennen könnte, wollte ich mich der vornehmen Ausdrucksweise meines Zeitalters bedienen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Anmerkung zum Verständnis:<br />
Der Bierbrauer Antoine Joseph Santerre leitete das Kommando bei der Hinrichtung des letzten französischen Königs Ludwig XVI. am 21. Januar 1793.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Le crépuscule du soir</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Nov 2018 23:03:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Le crépuscule du soir Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Le jour tombe. Un grand apaisement se fait dans les pauvres esprits fatigués du labeur de la journée ; et leurs pensées prennent maintenant les couleurs tendres et indécises du crépuscule. Cependant du haut de la montagne arrive à mon balcon, à travers les nues transparentes du [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-le-crepuscule-du-soir/">Charles Baudelaire, Le crépuscule du soir</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)<br />
</em><strong><br />
</strong>Le jour tombe. Un grand apaisement se fait dans les pauvres esprits fatigués du labeur de la journée ; et leurs pensées prennent maintenant les couleurs tendres et indécises du crépuscule.</p>
<p>Cependant du haut de la montagne arrive à mon balcon, à travers les nues transparentes du soir, un grand hurlement, composé d’une foule de cris discordants, que l’espace transforme en une lugubre harmonie, comme celle de la marée qui monte ou d’une tempête qui s’éveille.</p>
<p>Quels sont les infortunés que le soir ne calme pas, et qui prennent, comme les hiboux, la venue de la nuit pour un signal de sabbat ? Cette sinistre ululation nous arrive du noir hospice perché sur la montagne ; et, le soir, en fumant et en contemplant le repos de l’immense vallée, hérissée de maisons dont chaque fenêtre dit : « C’est ici la paix maintenant ; c’est ici la joie de la famille ! » je puis, quand le vent souffle de là-haut, bercer ma pensée étonnée à cette imitation des harmonies de l’enfer.</p>
<p>Le crépuscule excite les fous. — Je me souviens que j’ai eu deux amis que le crépuscule rendait tout malades. L’un méconnaissait alors tous les rapports d’amitié et de politesse, et maltraitait, comme un sauvage, le premier venu. Je l’ai vu jeter à la tête d’un maître d’hôtel un excellent poulet, dans lequel il croyait voir je ne sais quel insultant hiéroglyphe. Le soir, précurseur des voluptés profondes, lui gâtait les choses les plus succulentes.</p>
<p>L’autre, un ambitieux blessé, devenait, à mesure que le jour baissait, plus aigre, plus sombre, plus taquin. Indulgent et sociable encore pendant la journée, il était impitoyable le soir ; et ce n’était pas seulement sur autrui, mais aussi sur lui-même, que s’exerçait rageusement sa manie crépusculeuse.</p>
<p>Le premier est mort fou, incapable de reconnaître sa femme et son enfant ; le second porte en lui l’inquiétude d’un malaise perpétuel, et fût-il gratifié de tous les honneurs que peuvent conférer les républiques et les princes, je crois que le crépuscule allumerait encore en lui la brûlante envie de distinctions imaginaires. La nuit, qui mettait ses ténèbres dans leur esprit, fait la lumière dans le mien ; et, bien qu’il ne soit pas rare de voir la même cause engendrer deux effets contraires, j’en suis toujours comme intrigué et alarmé.</p>
<p>Ô nuit ! ô rafraîchissantes ténèbres ! vous êtes pour moi le signal d’une fête intérieure, vous êtes la délivrance d’une angoisse ! Dans la solitude des plaines, dans les labyrinthes pierreux d’une capitale, scintillement des étoiles, explosion des lanternes, vous êtes le feu d’artifice de la déesse Liberté !</p>
<p>Crépuscule, comme vous êtes doux et tendre ! Les lueurs roses qui traînent encore à l’horizon comme l’agonie du jour sous l’oppression victorieuse de sa nuit, les feux des candélabres qui font des taches d’un rouge opaque sur les dernières gloires du couchant, les lourdes draperies qu’une main invisible attire des profondeurs de l’Orient, imitent tous les sentiments compliqués qui luttent dans le cœur de l’homme aux heures solennelles de la vie.</p>
<p>On dirait encore une de ces robes étranges de danseuses, où une gaze transparente et sombre laisse entrevoir les splendeurs amorties d’une jupe éclatante, comme sous le noir présent transperce le délicieux passé ; et les étoiles vacillantes d’or et d’argent, dont elle est semée, représentent ces feux de la fantaisie qui ne s’allument bien que sous le deuil profond de la Nuit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Abenddämmerung</strong></p>
<p>Der Tag sinkt hin. Eine tiefe Sänftigung geht durch die armen Geister, erschöpft vom Werk des Tages; und was sie empfinden, nimmt nun die zarten und verschwommenen Farben der Abenddämmerung an.</p>
<p>Indes, vom Gipfel des Gebirges dringt durch die lichten Wolken des Abends ein großes Geheul, ein Mißgesang unzähliger Rufe, die den Raum in eine schaurige Harmonie verwandeln, wie jene der steigenden Flut oder des erwachenden Sturms.</p>
<p>Wer sind die Unglücklichen, denen der Abend keine Ruhe schenkt und die den Eulen gleich die Heraufkunft der Nacht zum Hexensabbat ruft? Diese düsteren Eulenschreie kommen zu uns von dem dunklen Sterbehaus, das am Berghang nistet; und des Abends kann ich, rauchend und die Stille des weiten Tales betrachtend, das von Häusern starrt und jedes seiner Fenster spricht: „Hier ist Frieden eingekehrt, hier wohnt die Freude der Familie!“, wenn der Wind von den Höhen weht, meine Gedanken wiegen, die sich über diesen Widerhall der Harmonien aus der Unterwelt wundern.</p>
<p>Die Dämmerung erregt die Wahnsinnigen. – Ich erinnere mich zweier Freunde, die von der Abenddämmerung ganz krank wurden. Der eine mißachtete alle Regeln der Freundschaft und Höflichkeit und malträtierte wie ein Wilder den erstbesten Gast. Ich sah einmal, wie er dem Wirt des Hotels ein vorzügliches Brathühnchen, in dem er irgendeine ihn höhnende Hieroglyphe sah, an den Kopf warf. Der Abend, Vorbote tiefer Lüste, verdarb ihm die schmackhaftesten Dinge.</p>
<p>Der andere, bei seinem Flug zum Ruhm abgestürzt, wurde, je mehr der Tag sich neigte, umso säuerlicher, finsterer, nörgelnder. Nachgiebig und umgänglich während des Tages war er abends unerbittlich; und nicht nur gegen andere, auch gegen sich selbst richtete er wutentbrannt seine Dämmerungsmanie.</p>
<p>Der erste ist im Wahnsinn gestorben, unfähig seine Frau und sein Kind wiederzuerkennen; der zweite trug den Stachel eines andauernden Unbehagens in sich, und wäre er mit allen Ehren ausgezeichnet worden, die von den Staaten und Fürsten vergeben werden, noch immer würde, meine ich, die Abenddämmerung in ihm die heiße Begierde nach phantastischen Auszeichnungen entzünden. Die Nacht, die ihre Finsternis in ihren Geist senkte, steckt dem meinen ein Licht an; und wenn es auch nicht selten zu beobachten ist, wie dieselbe Ursache gegensätzliche Wirkungen hervorbringt, bin ich von diesem Phänomen doch stets beunruhigt und geängstigt.</p>
<p>O Nacht, o Kühle spendende Dunkelheit! Mir seid ihr das Zeichen zu einer innerlichen Feier, ihr seid die Erlösung von einer Angst! In der Einsamkeit der Ebenen, in den steinernen Labyrinthen der Großstadt, dem Gefunkel der Sterne, dem Aufblitzen der Straßenlaternen seid ihr das Feuerwerk der Göttin Ungebundenheit!</p>
<p>Dämmerung, wie bist du sanft und zart! Das Rosenlicht, das noch den Horizont umspielt, wie die Agonie des Tags unter dem sieghaften Griff der Nacht, die Flammen der Kandelaber, die Flecken von düsterem Rot auf den ersterbenden Glorienschein der sinkenden Sonne werfen, die schweren Vorhänge, die eine unsichtbare Hand aus den Tiefen des Orients hervorzieht, sie ahmen die verschlungenen Empfindungen nach, die im Herzens des Menschen in den Weihestunden des Lebens miteinander ringen.</p>
<p>Man könnte auch von einem jener sonderbaren Kostüme der Tänzerinnen reden, bei denen die durchschimmernde und dunkle Gaze die gedämpften Schimmer eines prachtvollen Rockes ahnen läßt, wie unter der Gegenwart der Nacht die köstliche Vergangenheit hervorblickt; und die zwischen Gold und Silber flackernden Sterne, die darauf gestreut sind, versinnbildlichen die Flammen der Phantasie, die einzig sich unter der tiefen Trauer der Nacht entzünden.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Les tentations ou Éros, Plutus et la Gloire</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Nov 2018 17:18:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Les tentations ou Éros Plutus et la Gloire deutsch Übersetzung Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Deux superbes Satans et une Diablesse, non moins extraordinaire, ont la nuit dernière monté l’escalier mystérieux par où l’Enfer donne assaut à la faiblesse de l’homme qui dort, et communique en secret avec lui. Et ils sont venus se poser glorieusement devant moi, debout comme sur [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-les-tentations-ou-eros-plutus-et-la-gloire/">Charles Baudelaire, Les tentations ou Éros, Plutus et la Gloire</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)<br />
</em><br />
Deux superbes Satans et une Diablesse, non moins extraordinaire, ont la nuit dernière monté l’escalier mystérieux par où l’Enfer donne assaut à la faiblesse de l’homme qui dort, et communique en secret avec lui. Et ils sont venus se poser glorieusement devant moi, debout comme sur une estrade. Une splendeur sulfureuse émanait de ces trois personnages, qui se détachaient ainsi du fond opaque de la nuit. Ils avaient l’air si fier et si plein de domination, que je les pris d’abord tous les trois pour de vrais Dieux.</p>
<p>Le visage du premier Satan était d’un sexe ambigu, et il y avait aussi, dans les lignes de son corps, la mollesse des anciens Bacchus. Ses beaux yeux languissants, d’une couleur ténébreuse et indécise, ressemblaient à des violettes chargées encore des lourds pleurs de l’orage, et ses lèvres entr’ouvertes à des cassolettes chaudes, d’où s’exhalait la bonne odeur d’une parfumerie ; et à chaque fois qu’il soupirait, des insectes musqués s’illuminaient, en voletant, aux ardeurs de son souffle.</p>
<p>Autour de sa tunique de pourpre était roulé, en manière de ceinture, un serpent chatoyant qui, la tête relevée, tournait langoureusement vers lui ses yeux de braise. À cette ceinture vivante étaient suspendus, alternant avec des fioles pleines de liqueurs sinistres, de brillants couteaux et des instruments de chirurgie. Dans sa main droite il tenait une autre fiole dont le contenu était d’un rouge lumineux, et qui portait pour étiquette ces mots bizarres : « Buvez, ceci est mon sang, un parfait cordial ; » dans la gauche, un violon qui lui servait sans doute à chanter ses plaisirs et ses douleurs, et à répandre la contagion de sa folie dans les nuits de sabbat.</p>
<p>À ses chevilles délicates traînaient quelques anneaux d’une chaîne d’or rompue, et quand la gêne qui en résultait le forçait à baisser les yeux vers la terre, il contemplait vaniteusement les ongles de ses pieds, brillants et polis comme des pierres bien travaillées.</p>
<p>Il me regarda avec ses yeux inconsolablement navrés, d’où s’écoulait une insidieuse ivresse, et il me dit d’une voix chantante : « Si tu veux, si tu veux, je te ferai le seigneur des âmes, et tu seras le maître de la matière vivante, plus encore que le sculpteur peut l’être de l’argile ; et tu connaîtras le plaisir, sans cesse renaissant, de sortir de toi-même pour t’oublier dans autrui, et d’attirer les autres âmes jusqu’à les confondre avec la tienne. »</p>
<p>Et je lui répondis : « Grand merci ! je n’ai que faire de cette pacotille d’êtres qui, sans doute, ne valent pas mieux que mon pauvre moi. Bien que j’aie quelque honte à me souvenir, je ne veux rien oublier ; et quand même je ne te connaîtrais pas, vieux monstre, ta mystérieuse coutellerie, tes fioles équivoques, les chaînes dont tes pieds sont empêtrés, sont des symboles qui expliquent assez clairement les inconvénients de ton amitié. Garde tes présents. »</p>
<p>Le second Satan n’avait ni cet air à la fois tragique et souriant, ni ces belles manières insinuantes, ni cette beauté délicate et parfumée. C’était un homme vaste, à gros visage sans yeux, dont la lourde bedaine surplombait les cuisses, et dont toute la peau était dorée et illustrée, comme d’un tatouage, d’une foule de petites figures mouvantes représentant les formes nombreuses de la misère universelle. Il y avait de petits hommes efflanqués qui se suspendaient volontairement à un clou ; il y avait de petits gnomes difformes, maigres, dont les yeux suppliants réclamaient l’aumône mieux encore que leurs mains tremblantes ; et puis de vieilles mères portant des avortons accrochés à leurs mamelles exténuées. Il y en avait encore bien d’autres.</p>
<p>Le gros Satan tapait avec son poing sur son immense ventre, d’où sortait alors un long et retentissant cliquetis de métal, qui se terminait en un vague gémissement fait de nombreuses voix humaines. Et il riait, en montrant impudemment ses dents gâtées, d’un énorme rire imbécile, comme certains hommes de tous les pays quand ils ont trop bien dîné.</p>
<p>Et celui-là me dit : « Je puis te donner ce qui obtient tout, ce qui vaut tout, ce qui remplace tout ! » Et il tapa sur son ventre monstrueux, dont l’écho sonore fit le commentaire de sa grossière parole.</p>
<p>Je me détournai avec dégoût, et je répondis : « Je n’ai besoin, pour ma jouissance, de la misère de personne ; et je ne veux pas d’une richesse attristée, comme un papier de tenture, de tous les malheurs représentés sur ta peau. »</p>
<p>Quant à la Diablesse, je mentirais si je n’avouais pas qu’à première vue je lui trouvai un bizarre charme. Pour définir ce charme, je ne saurais le comparer à rien de mieux qu’à celui des très-belles femmes sur le retour, qui cependant ne vieillissent plus, et dont la beauté garde la magie pénétrante des ruines. Elle avait l’air à la fois impérieux et dégingandé, et ses yeux, quoique battus, contenaient une force fascinatrice. Ce qui me frappa le plus, ce fut le mystère de sa voix, dans laquelle je retrouvais le souvenir des <em>contralti</em> les plus délicieux et aussi un peu de l’enrouement des gosiers incessamment lavés par l’eau-de-vie.</p>
<p>« Veux-tu connaître ma puissance ? » dit la fausse déesse avec sa voix charmante et paradoxale. « Écoute. »</p>
<p>Et elle emboucha alors une gigantesque trompette, enrubannée, comme un mirliton, des titres de tous les journaux de l’univers, et à travers cette trompette elle cria mon nom, qui roula ainsi à travers l’espace avec le bruit de cent mille tonnerres, et me revint répercuté par l’écho de la plus lointaine planète.</p>
<p>« Diable ! » fis-je, à moitié subjugué, « voilà qui est précieux ! » Mais en examinant plus attentivement la séduisante virago, il me sembla vaguement que je la reconnaissais pour l’avoir vue trinquant avec quelques drôles de ma connaissance ; et le son rauque du cuivre apporta à mes oreilles je ne sais quel souvenir d’une trompette prostituée.</p>
<p>Aussi je répondis, avec tout mon dédain : « Va-t’en ! Je ne suis pas fait pour épouser la maîtresse de certains que je ne veux pas nommer. »</p>
<p>Certes, d’une si courageuse abnégation j’avais le droit d’être fier. Mais malheureusement je me réveillai, et toute ma force m’abandonna. « En vérité, me dis-je, il fallait que je fusse bien lourdement assoupi pour montrer de tels scrupules. Ah ! s’ils pouvaient revenir pendant que je suis éveillé, je ne ferais pas tant le délicat ! »</p>
<p>Et je les invoquai à haute voix, les suppliant de me pardonner, leur offrant de me déshonorer aussi souvent qu’il le faudrait pour mériter leurs faveurs ; mais je les avais sans doute fortement offensés, car ils ne sont jamais revenus.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Versuchungen oder Eros, Plutus und Gloria<br />
</strong><br />
Zwei Oberteufel und eine Teufelin, auch ziemlich bedeutend, sind letzte Nacht die geheime Treppe hochgestiegen, auf der die Hölle Sturm auf des Menschen Schwachheit nimmt, so er schläft und unbewußt mit ihr verkehrt. Sie haben sich in aller Pracht vor ihm aufgereckt, wie Standbilder auf einem Podest. Ein schwefliges Gleißen entströmte diesen drei Gestalten, und sie brachen hervor aus dem dunklen Grund der Nacht. Sie strahlten einen solchen Hochmut und so hohe Herrschgewalt aus, daß ich die drei zunächst für echte Götter ansah.</p>
<p>Das Gesicht des ersten Teufels hatte Züge beiderlei Geschlechts und die Linien seines Leibs verschwammen weich wie bei Antiken die des Bacchus. Seine schönen Sehnsuchtsaugen waren dämmrig und verwischt, wie Veilchen sind, wenn ihre Lider noch erschlaffen unter schweren Tränen des Gewitters, und seine Lippen waren halb geöffnet wie heiße Rauchgefäße, denen der Wohlgeruch von Spezereien entweicht; und immer wenn er seufzte, glommen nach Moschus duftende Glühwürmchen auf, sobald sie in den Gluthauch seines Atems schwirrten.</p>
<p>Um seine Tunika mit dem Purpurstreif wand sich wie ein Gürtel eine schimmernde Schlange, die, den Kopf zurückgeworfen, ihm schmachtend ihre glühenden Augen zukehrte. An diesem lebenden Gürtel hingen, im Wechsel mit Phiolen, verfüllt mit dunklen Likören, funkelnde Messer und chirurgische Instrumente. In seiner Rechten hielt er wiederum eine Phiole, ihr Inhalt war von heller Röte und auf ihrem Etikett waren seltsame Worte zu lesen: „Trinket, das ist mein Blut, ein Likör vom feinsten“; in der Linken eine Geige, gewiß, um seine Freuden und Leiden in Melodien zu verwandeln und in den Sabbatnächten alle mit seinem Wahnsinn anzustecken.</p>
<p>An seinen zierlichen Knöcheln baumelten einige Ringe, deren goldener Bogen gerissen war, und als er durch dies Hemmnis sich gezwungen fühlte, die Augen auf die Erde zu senken, betrachtete er selbstgefällig seine schimmernden Fußnägel, die glatt waren wie fein polierte Steine.</p>
<p>Er schaute mich mit seinen untröstlich-traurigen Augen an, die von einem tückischen Taumel quollen, und sagte mir mit singender Stimme: „Wenn du willst, du nur willst, mache ich dich zum Herrn der Seelen und du wirst aller lebenden Herrscher Herr sein, mehr als es der Bildhauer über den Ton zu sein vermag. Du wirst die Lust, endlos sich erneuend, erleben, dir selbst zu entrinnen, um im anderen dich zu vergessen, und fremde Seele an dich zu ziehen, bis sie sich mit der deinen vermischen.“</p>
<p>Ich antworte ihm: „Besten Dank, mit solchen Talmi-Kreaturen habe ich nichts zu schaffen, die bestimmt nicht wehr wert sind als mein armes Selbst. Auch wenn ich öfters rot werden muß, wenn ich mich erinnere, will ich doch nichts vergessen. Und würde ich dich nicht kennen, altes Scheusal, sind deine geheimnisvollen Messer, deine zweideutigen Phiolen, deine Kettchen, die sich an deinen Füßen verheddern, Symbole genug, die das Bedenkliche deiner Freundschaft in ein helles Licht rücken. Behalte deine Geschenke!“</p>
<p>Der zweite Teufel hatte nicht dieses tragische und gleichwohl lächelnde Gesicht, nicht dies einschmeichelnde Gebaren noch diese zarte und duftige Schönheit. Es war ein mächtiger Kerl mit Augenschlitzen in einem verfetteten Gesicht, sein dicker Wanst hing ihm über die Schenkel und seine Haut war ganz mit Gold überzogen und als wäre er tätowiert, mit einer Vielzahl kleiner anrührender Szenen des weltweiten Elends bemalt. Da gab es dünne Männlein, die entschlossen waren, sich an einem Nagel zu erhängen; da gab es häßliche, spindeldürre Zwerge, die mehr noch mit den flehenden Augen nach Almosen bettelten als mit ihren zitternden Händen. Und schließlich ältliche Mütter, deren verkümmerte Kinder sich an ihren ausgemergelten Brüsten festklammerten. Und noch etliche andere.</p>
<p>Der dicke Teufel schlug sich mit seiner Faust auf den kolossalen Bauch und auf der Stelle ertönte ein lange widerhallendes Gerassel von Metall, das in ein undeutliches Stöhnen zahlloser menschlicher Stimmen ausklang. Er lachte, schamlos seine faulen Zähne entblößend, das gellende Lachen eines Schwachsinnigen, wie es gewisse Leute in aller Herren Länder nach einer üppigen Mahlzeit zu tun pflegen.</p>
<p>Er sprach zu mir: „Ich kann dir geben, was alles einheimst, was alles aufwiegt, was alles ersetzt!“ Und er schlug auf seinen monströsen Wanst, und sein Widerhall war der Kommentar zu seinen pöbelhaften Worten.</p>
<p>Ich wandte mich widerwillig ab und antwortete: „Mich verlangt nach keines Menschen Elend, um mein Wohlbefinden zu erhöhen; ich verschmähe einen Reichtum, der von all dem Elend verdüstert ist, wie es deine Haut, einem Wandteppich gleich, versinnbildlicht.“</p>
<p>Von der Teufelin indes, ich löge, wenn ich es nicht frei bekennte, fühlte ich einen seltsamen Zauber mich anwandeln. Ich könnte diesen Zauber nicht besser umschreiben, als wenn ich ihn mit dem Zauber der überaus schönen Frauen auf dem Heimweg vergleiche, die doch nicht gealtert sind, während um ihre Schönheit noch die Magie der Ruinen weht. Sie sah zugleich herrisch und schmächtig aus, und ihre Augen waren, wenn auch niedergeschlagen, doch von bannender Macht. Am meisten beeindruckte mich das Geheimnis ihrer Stimme, aus der mir die Erinnerung an lange verklungene wohltönende Altstimmen widerhallte und sogar ein wenig die Heiserkeit von Kehlen, die unentwegt mit Wermut genetzt worden sind.</p>
<p>„Willst du meine Macht kennenlernen?“, frug die falsche Göttin mit ihrer zauberhaften und doppeldeutigen Stimme. „Höre!“</p>
<p>Und sie blies auf einer riesigen bebänderten Trompete wie auf einer Tröte die Schlagzeilen der Zeitungen aus Ost und West und zwischen den Fanfaren rief sie meinen Namen, der durch die Räume hallte mit dem Lärm von hunderttausend Donnerschlägen und an mein Ohr vom Echo des fernsten Planeten zurückgeworfen wurde.</p>
<p>„Teufel“, entfuhr es mir, halb in ihren Bann geschlagen, „das ist köstlich!“ Doch wie ich das verführerische Mannweib aufmerksamer musterte, glaubte ich sie von ungefähr als diejenige wiederzuerkennen, die ich einst sah, wie sie mit einigen Spaßvögeln aus meinem Bekanntenkreis angestoßen hat; und der heisere Ton ihrer Tröte brachte mir die vage Erinnerung an eine Trompete zum Klingen, die auf den Strich gegangen ist.</p>
<p>So erwiderte ich mit all der mir zu Gebote stehenden Verachtung: „Weiche von mir! Ich bin nicht aus solch einem Holz geschnitzt, daß ich die Bettgenossin von Leuten ehelichen würde, deren Namen ich nicht nennen möchte!“</p>
<p>Auf eine so kühne Entsagung konnte ich wohl mit Recht stolz sein. Doch unglückerweise bin ich in diesem Moment aufgewacht und all meine Kräfte verließen mich. „Ich muß wohl“, sagte ich mir, „im Tiefschlaf gelegen haben, daß ich solche Bedenken zeigen konnte. Ach, könnten sie zurückkehren, wenn ich wach bin, dann würde ich mich wohl nicht dermaßen zieren!“</p>
<p>Und ich beschwor sie mit lauter Stimme, flehte sie an, mir zu vergeben, bot ihnen an, mich zu entehren, sooft es nötig wäre, um ihre Gunst zu verdienen; doch ich habe sie wohl allzu sehr vor den Kopf gestoßen, denn sie kehrten nie wieder zurück.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Les dons des fées</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Nov 2018 16:39:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Les dons des fées Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) C’était grande assemblée des Fées, pour procéder à la répartition des dons parmi tous les nouveau-nés, arrivés à la vie depuis vingt-quatre heures. Toutes ces antiques et capricieuses Sœurs du Destin, toutes ces Mères bizarres de la joie et de la douleur, étaient fort diverses : les [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-les-dons-des-fees/">Charles Baudelaire, Les dons des fées</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)<br />
</em><strong><br />
</strong>C’était grande assemblée des Fées, pour procéder à la répartition des dons parmi tous les nouveau-nés, arrivés à la vie depuis vingt-quatre heures.</p>
<p>Toutes ces antiques et capricieuses Sœurs du Destin, toutes ces Mères bizarres de la joie et de la douleur, étaient fort diverses : les unes avaient l’air sombre et rechigné, les autres, un air folâtre et malin ; les unes, jeunes, qui avaient toujours été jeunes ; les autres, vieilles, qui avaient toujours été vieilles.</p>
<p>Tous les pères qui ont foi dans les Fées étaient venus, chacun apportant son nouveau-né dans ses bras.</p>
<p>Les Dons, les Facultés, les bons Hasards, les Circonstances invincibles, étaient accumulés à côté du tribunal, comme les prix sur l’estrade, dans une distribution de prix. Ce qu’il y avait ici de particulier, c’est que les Dons n’étaient pas la récompense d’un effort, mais tout au contraire une grâce accordée à celui qui n’avait pas encore vécu, une grâce pouvant déterminer sa destinée et devenir aussi bien la source de son malheur que de son bonheur.</p>
<p>Les pauvres Fées étaient très-affairées ; car la foule des solliciteurs était grande, et le monde intermédiaire, placé entre l’homme et Dieu, est soumis comme nous à la terrible loi du Temps et de son infinie postérité, les Jours, les Heures, les Minutes, les Secondes.</p>
<p>En vérité, elles étaient aussi ahuries que des ministres un jour d’audience, ou des employés du Mont-de-Piété quand une fête nationale autorise les dégagements gratuits. Je crois même qu’elles regardaient de temps à autre l’aiguille de l’horloge avec autant d’impatience que des juges humains qui, siégeant depuis le matin, ne peuvent s’empêcher de rêver au dîner, à la famille et à leurs chères pantoufles. Si, dans la justice surnaturelle, il y a un peu de précipitation et de hasard, ne nous étonnons pas qu’il en soit de même quelquefois dans la justice humaine. Nous serions nous-mêmes, en ce cas, des juges injustes.</p>
<p>Aussi furent commises ce jour-là quelques bourdes qu’on pourrait considérer comme bizarres, si la prudence, plutôt que le caprice, était le caractère distinctif, éternel des Fées.</p>
<p>Ainsi la puissance d’attirer magnétiquement la fortune fut adjugée à l’héritier unique d’une famille très-riche, qui, n’étant doué d’aucun sens de charité, non plus que d’aucune convoitise pour les biens les plus visibles de la vie, devait se trouver plus tard prodigieusement embarrassé de ses millions.</p>
<p>Ainsi furent donnés l’amour du Beau et la Puissance poétique au fils d’un sombre gueux, carrier de son état, qui ne pouvait, en aucune façon, aider les facultés, ni soulager les besoins de sa déplorable progéniture.</p>
<p>J’ai oublié de vous dire que la distribution, en ces cas solennels, est sans appel, et qu’aucun don ne peut être refusé.</p>
<p>Toutes les Fées se levaient, croyant leur corvée accomplie ; car il ne restait plus aucun cadeau, aucune largesse à jeter à tout ce fretin humain, quand un brave homme, un pauvre petit commerçant, je crois, se leva, et empoignant par sa robe de vapeurs multicolores la Fée qui était le plus à sa portée, s’écria :</p>
<p>« Eh ! madame ! vous nous oubliez ! Il y a encore mon petit ! Je ne veux pas être venu pour rien. »</p>
<p>La Fée pouvait être embarrassée ; car il ne restait plus <em>rien.</em> Cependant elle se souvint à temps d’une loi bien connue, quoique rarement appliquée, dans le monde surnaturel, habité par ces déités impalpables, amies de l’homme, et souvent contraintes de s’adapter à ses passions, telles que les Fées, les Gnomes, les Salamandres, les Sylphides, les Sylphes, les Nixes, les Ondins et les Ondines, — je veux parler de la loi qui concède aux Fées, dans un cas semblable à celui-ci, c’est-à-dire le cas d’épuisement des lots, la faculté d’en donner encore un, supplémentaire et exceptionnel, pourvu toutefois qu’elle ait l’imagination suffisante pour le créer immédiatement.</p>
<p>Donc la bonne Fée répondit, avec un aplomb digne de son rang : « Je donne à ton fils… je lui donne… le <em>Don de plaire !</em> »</p>
<p>« Mais plaire comment ? plaire… ? plaire pourquoi ? » demanda opiniâtrément le petit boutiquier, qui était sans doute un de ces raisonneurs si communs, incapable de s’élever jusqu’à la logique de l’Absurde.</p>
<p>« Parce que ! parce que ! » répliqua la Fée courroucée, en lui tournant le dos ; et rejoignant le cortége de ses compagnes, elle leur disait : « Comment trouvez-vous ce petit Français vaniteux, qui veut tout comprendre, et qui ayant obtenu pour son fils le meilleur des lots, ose encore interroger et discuter l’indiscutable ? »</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Gaben der Feen<br />
</strong><br />
Die große Versammlung der Feen tagte, um darüber zu befinden, wie man die Geschenke an die Neugeborenen verteile, die in den letzten vierundzwanzig Stunden das Licht der Welt erblickt hatten.</p>
<p>Von all diesen ehrwürdigen und launischen Schwestern des Schicksals, all diesen seltsamen Müttern der Freude und des Leids glich keine der anderen: Die einen schauten finster und mürrisch drein, die anderen übermütig und verschmitzt; die einen jugendlich, sie waren von jeher jung, die anderen alt, sie waren von jeher alt.</p>
<p>Alle Väter, die an die Feen glaubten, waren gekommen, ein jeder trug sein Neugeborenes auf den Armen.</p>
<p>Die <em>Geschenke</em>, die <em>Talente</em>, die <em>glücklichen Fügungen</em>, die <em>fatalen Umstände</em> waren um das Gericht geschart, wie die Preise auf dem Podest bei einer Preisverleihung. Das Besondere bestand darin, daß die Geschenke keine Belohnung für Anstrengungen darstellten, sondern im Gegenteil eine Gnadengabe für jene, die noch nicht gelebt hatten, eine Gnade, die ihr Schicksal vorzeichnen und ebenso die Quelle ihres Unglücks wie ihres Glücks werden konnte.</p>
<p>Die armen Feen waren sehr geschäftig; denn die Menge der Bittsteller war groß, und die Welt der Mittler, zwischen Mensch und Gott gelegen, ist wie die unsere dem schrecklichen Gesetz der Zeit unterworfen und ihrer unermeßlichen Nachkommenschaft, den Tagen, Stunden, Minuten und Sekunden.</p>
<p>Sie waren wirklich so verwirrt wie die Minister am Tag der Audienz des Königs oder die Angestellten der Armenbank Mont-de-Piété, als man für den Nationalfeiertag die zinslose Freigabe von Kleinkrediten bewilligte. Ich glaube, sie schauten sogar von Minute zu Minute mit solcher Ungeduld auf den Zeiger der Uhr wie die menschlichen Richter, die während ihrer morgendlichen Sitzung eins ums andere Mal ans Mittagessen denken müssen, an ihre Familie und ihre geliebten Pantoffeln. Wenn es denn bei der übernatürlichen Rechtsprechung ein wenig überstürzt und willkürlich zugeht, sollten wir uns nicht wundern, wenn dies bei der menschlichen Rechtsprechung bisweilen nicht viel anders ist. Wir werden in solchen Fällen selbst auch keine gerechten Richter sein.</p>
<p>An diesem Tage hat man sich auch einige Schnitzer erlaubt, über die man sich wohl wundern könnte, wäre eher als die Laune die Bedachtsamkeit das ewige Charaktermerkmal der Feen.</p>
<p>So wurde das Talent, gleich einem Magneten Vermögen an sich zu ziehen, dem Erben einer steinreichen Familie zuerkannt, der ohne geringsten Hang zur Mildtätigkeit und weniger noch zum Genuß der sinnenfälligsten Güter des Lebens sich später ungemein von der Bürde seiner Millionen erdrückt fühlen mußte.</p>
<p>So wurden die Liebe zum Schönen und das Talent für die Dichtung dem Sohn eines finsteren Spitzbuben, Steinhauer von Beruf, verliehen, der seine Fähigkeiten auf keine Weise fördern und die Nöte seines beklagenswerten Sprößlings nicht lindern konnte.</p>
<p>Ich vergaß zu erwähnen, daß die Verteilung der Gaben bei solch feierlichen Anlässen keinen Einspruch duldet und ihre Annahme nicht verweigert werden kann.</p>
<p>Alle Feen erhoben sich, im Glauben, ihre lästige Pflicht absolviert zu haben; denn es blieb kein Geschenk mehr übrig, keine Gunst der kleinen Menschenbrut mehr zu vergeben. Da stand ein biederer Mann, ein kleiner Händler, glaube ich, auf, zupfte die erstbeste Fee an ihrem schillernden Kleid aus Dunst und rief:</p>
<p>„Halt, Gnädige, Sie haben uns vergessen! Hier ist noch mein Kleiner, ich will nicht umsonst hergekommen sein!“</p>
<p>Das hätte die Fee in arge Verlegenheit bringen können, denn es war <em>nichts</em> mehr übrig. Doch ihr kam rechtzeitig ein bekanntes Gesetz in den Sinn, das allerdings selten Anwendung findet in der übernatürlichen Welt, die von ungreifbaren Gottheiten bewohnt ist, Freunden des Menschen, die sich oft auf ihre Leidenschaften einstellen müssen, als da sind die Feen, Gnomen, Salamander, Sylphiden, Sylphen, Nixen, Wassermänner und Undinen – ich spreche von dem Gesetz, das den Feen in ähnlichen Fällen wie diesem, da alle Gaben verteilt sind, die Möglichkeit zugesteht, doch noch eine auszuhändigen, zusätzlich und ausnahmsweise, unter der Bedingung freilich, daß eine Fee genügend Phantasie hat, sie auf der Stelle aus dem Ärmel zu schütteln.</p>
<p>Da antwortete die gute Fee mit einer ihres Ranges würdigen Selbstsicherheit: „Ich schenke deinem Sohn … ich schenke ihm die <em>Gabe zu gefallen</em>.“</p>
<p>„Wie, zu gefallen? Gefallen? … Warum gefallen?“, fragte der kleine Krämer halsstarrig, er war augenscheinlich einer dieser ordinären aufgeklärten Köpfe, die unfähig sind, sich zum Begriff des Unbegreiflichen zu erheben.</p>
<p>„Warum! Warum!“, gab die Fee, in Harnisch geraten, zurück, und drehte ihm den Rücken zu; und sich wieder den Reihen ihrer Gefährten anschließend, sprach sie zu ihnen: „Wie findet ihr diesen eitlen Franzosen, der alles verstehen möchte, und hat er schon die beste Gabe für seinen Sohn bekommen, sich erdreistet, immer weiter zu fragen und das schweigend Hinzunehmende geschwätzig zu bestreiten?“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Le joujou du pauvre</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Nov 2018 23:03:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Le joujou du pauvre Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Je veux donner l’idée d’un divertissement innocent. Il y a si peu d’amusements qui ne soient pas coupables ! Quand vous sortirez le matin avec l’intention décidée de flâner sur les grandes routes, remplissez vos poches de petites inventions à un sol, — telles que le polichinelle [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-le-joujou-du-pauvre/">Charles Baudelaire, Le joujou du pauvre</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)<br />
</em><strong><br />
</strong>Je veux donner l’idée d’un divertissement innocent. Il y a si peu d’amusements qui ne soient pas coupables !</p>
<p>Quand vous sortirez le matin avec l’intention décidée de flâner sur les grandes routes, remplissez vos poches de petites inventions à un sol, — telles que le polichinelle plat mû par un seul fil, les forgerons qui battent l’enclume, le cavalier et son cheval dont la queue est un sifflet, — et le long des cabarets, au pied des arbres, faites-en hommage aux enfants inconnus et pauvres que vous rencontrerez. Vous verrez leurs yeux s’agrandir démesurément. D’abord ils n’oseront pas prendre ; ils douteront de leur bonheur. Puis leurs mains agripperont vivement le cadeau, et ils s’enfuiront comme font les chats qui vont manger loin de vous le morceau que vous leur avez donné, ayant appris à se défier de l’homme.</p>
<p>Sur une route, derrière la grille d’un vaste jardin, au bout duquel apparaissait la blancheur d’un joli château frappé par le soleil, se tenait un enfant beau et frais, habillé de ces vêtements de campagne si pleins de coquetterie.</p>
<p>Le luxe, l’insouciance et le spectacle habituel de la richesse, rendent ces enfants-là si jolis, qu’on les croirait faits d’une autre pâte que les enfants de la médiocrité ou de la pauvreté.</p>
<p>À côté de lui, gisait sur l’herbe un joujou splendide, aussi frais que son maître, verni, doré, vêtu d’une robe pourpre, et couvert de plumets et de verroteries. Mais l’enfant ne s’occupait pas de son joujou préféré, et voici ce qu’il regardait :</p>
<p>De l’autre côté de la grille, sur la route, entre les chardons et les orties, il y avait un autre enfant, sale, chétif, fuligineux, un de ces marmots-parias dont un œil impartial découvrirait la beauté, si, comme l’œil du connaisseur devine une peinture idéale sous un vernis de carrossier, il le nettoyait de la répugnante patine de la misère.</p>
<p>À travers ces barreaux symboliques séparant deux mondes, la grande route et le château, l’enfant pauvre montrait à l’enfant riche son propre joujou, que celui-ci examinait avidement comme un objet rare et inconnu. Or, ce joujou, que le petit souillon agaçait, agitait et secouait dans une boîte grillée, c’était un rat vivant ! Les parents, par économie sans doute, avaient tiré le joujou de la vie elle-même.</p>
<p>Et les deux enfants se riaient l’un à l’autre fraternellement, avec des dents d’une <em>égale</em> blancheur.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das Spielzeug des Armen<br />
</strong><br />
Ich möchte von einem unschuldigen Zeitvertreib eine Vorstellung geben. Es sind der Vergnügungen, die nicht sündhaft sind, so wenige!</p>
<p>Wenn Sie des Morgens das Haus verlassen, um über die großen Straßen zu schlendern, stopfen Sie die Tasche voll mit kleinen Erfindungen für einen Groschen, wie die dünne Kasperlepuppe, die an einem Faden baumelt, die Spielzeugschmiede, die den Amboß schlagen, den Reiter und sein Pferd, dessen Schweif eine Pfeife ist – und entlang der Schenken, zu Füßen der Bäume, machen Sie damit den unbekannten armen Kindern, auf die Sie treffen, huldvoll ein Geschenk. Sie werden sehen, wie sich ihre Augen über die Maßen weiten. Zunächst wagen sie nicht, etwas anzurühren; sie trauen ihrem Glücke nicht. Dann reißen ihre Hände hurtig das Geschenk an sich, und sie flüchten, wie es Katzen tun, die den Brocken, den Sie ihnen hingeworfen haben, außer Sichtweise vertilgen wollen, haben sie doch dem Menschen zu mißtrauen gelernt.</p>
<p>An der Straße, hinter dem Gitter eines großen Gartens, an dessen Ende der weiße Marmor eines hübschen Schlosses unter dem Schlaglicht der Sonne hervorschimmerte, stand ein hübscher Junge, in einem jener ländlichen Janker, die so fesch wirken.</p>
<p>Der Luxus, die Unbekümmertheit und das gepflegte Gebaren der besseren Kreise geben diesen Kindern einen solchen Charme, daß man glauben könnte, sie seien aus einem anderen Holz geschnitzt als die Kinder der gewöhnlichen Leute und armen Schlucker.</p>
<p>Neben ihm lag auf dem Rasen ein glänzendes Spielzeug, unverbraucht wie sein Besitzer, lackiert, vergoldet, mit einem purpurnen Gewand bekleidet, mit Federn bedeckt und Glasperlen. Doch der Junge ließ sein Lieblingsspielzeug links liegen, denn er hatte etwas anderes im Auge:</p>
<p>Jenseits des Gitters stand auf der Straße zwischen Disteln und Brennesseln ein anderer Junge, schmutzig, mager, rußverschmiert, einer dieser Paria-Knirpse, an denen nur ein unbefangenes Auge die Schönheit entdeckt, wenn es sie, so wie das Auge des Kenners unter dem Talmi-Firnis ein bedeutendes Gemälde errät, von der abstoßenden Patina des Elends gesäubert hat.</p>
<p>Durch diese symbolischen Gitterstäbe, die zwei Welten trennten, die Straße und das Schloß, zeigte das arme Kind dem reichen sein eigenes Spielzeug, das dieses mit gierigen Blicken musterte wie ein seltenes und fremdes Etwas. Nun, dieses Spielzeug, das der kleine Schmutzfink in einer angekokelten Schachtel reizte, rüttelte und schüttelte, war eine lebende Ratte! Wohl aus keinen anderen als Sparsamkeitsgründen hatten die Eltern das Spielzeug aus dem Leben selbst genommen.</p>
<p>Die beiden Jungs lachten sich, der eine wie der andere, brüderlich zu, und ihre Zähne zeigten den <em>gleichen</em> weißen Schmelz.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, L’Invitation au voyage</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-linvitation-au-voyage/</link>
		<comments>http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-linvitation-au-voyage/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Nov 2018 14:41:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire L’Invitation au voyage Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Il est un pays superbe, un pays de Cocagne, dit-on, que je rêve de visiter avec une vieille amie. Pays singulier, noyé dans les brumes de notre Nord, et qu’on pourrait appeler l’Orient de l’Occident, la Chine de l’Europe, tant la chaude et capricieuse fantaisie s’y [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-linvitation-au-voyage/">Charles Baudelaire, L’Invitation au voyage</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)<br />
</em><strong><br />
</strong>Il est un pays superbe, un pays de Cocagne, dit-on, que je rêve de visiter avec une vieille amie. Pays singulier, noyé dans les brumes de notre Nord, et qu’on pourrait appeler l’Orient de l’Occident, la Chine de l’Europe, tant la chaude et capricieuse fantaisie s’y est donné carrière, tant elle l’a patiemment et opiniâtrement illustré de ses savantes et délicates végétations.</p>
<p>Un vrai pays de Cocagne, où tout est beau, riche, tranquille, honnête ; où le luxe a plaisir à se mirer dans l’ordre ; où la vie est grasse et douce à respirer ; d’où le désordre, la turbulence et l’imprévu sont exclus ; où le bonheur est marié au silence ; où la cuisine elle-même est poétique, grasse et excitante à la fois ; où tout vous ressemble, mon cher ange.</p>
<p>Tu connais cette maladie fiévreuse qui s’empare de nous dans les froides misères, cette nostalgie du pays qu’on ignore, cette angoisse de la curiosité ? Il est une contrée qui te ressemble, où tout est beau, riche, tranquille et honnête, où la fantaisie a bâti et décoré une Chine occidentale, où la vie est douce à respirer, où le bonheur est marié au silence. C’est là qu’il faut aller vivre, c’est là qu’il faut aller mourir !</p>
<p>Oui, c’est là qu’il faut aller respirer, rêver et allonger les heures par l’infini des sensations. Un musicien a écrit l’<em>Invitation à la valse ;</em> quel est celui qui composera l’<em>Invitation au voyage,</em> qu’on puisse offrir à la femme aimée, à la sœur d’élection ?</p>
<p>Oui, c’est dans cette atmosphère qu’il ferait bon vivre, — là-bas, où les heures plus lentes contiennent plus de pensées, où les horloges sonnent le bonheur avec une plus profonde et plus significative solennité.</p>
<p>Sur des panneaux luisants, ou sur des cuirs dorés et d’une richesse sombre, vivent discrètement des peintures béates, calmes et profondes, comme les âmes des artistes qui les créèrent. Les soleils couchants, qui colorent si richement la salle à manger ou le salon, sont tamisés par de belles étoffes ou par ces hautes fenêtres ouvragées que le plomb divise en nombreux compartiments. Les meubles sont vastes, curieux, bizarres, armés de serrures et de secrets comme des âmes raffinées. Les miroirs, les métaux, les étoffes, l’orfévrerie et la faïence y jouent pour les yeux une symphonie muette et mystérieuse ; et de toutes choses, de tous les coins, des fissures des tiroirs et des plis des étoffes s’échappe un parfum singulier, un <em>revenez-y</em> de Sumatra, qui est comme l’âme de l’appartement.</p>
<p>Un vrai pays de Cocagne, te dis-je, où tout est riche, propre et luisant, comme une belle conscience, comme une magnifique batterie de cuisine, comme une splendide orfévrerie, comme une bijouterie bariolée ! Les trésors du monde y affluent, comme dans la maison d’un homme laborieux et qui a bien mérité du monde entier. Pays singulier, supérieur aux autres, comme l’Art l’est à la Nature, où celle-ci est réformée par le rêve, où elle est corrigée, embellie, refondue.</p>
<p>Qu’ils cherchent, qu’ils cherchent encore, qu’ils reculent sans cesse les limites de leur bonheur, ces alchimistes de l’horticulture ! Qu’ils proposent des prix de soixante et de cent mille florins pour qui résoudra leurs ambitieux problèmes ! Moi, j’ai trouvé ma <em>tulipe noire</em> et mon <em>dahlia bleu !</em></p>
<p>Fleur incomparable, tulipe retrouvée, allégorique dahlia, c’est là, n’est-ce pas, dans ce beau pays si calme et si rêveur, qu’il faudrait aller vivre et fleurir ? Ne serais-tu pas encadrée dans ton analogie, et ne pourrais-tu pas te mirer, pour parler comme les mystiques, dans ta propre <em>correspondance ?</em></p>
<p>Des rêves ! toujours des rêves ! et plus l’âme est ambitieuse et délicate, plus les rêves l’éloignent du possible. Chaque homme porte en lui sa dose d’opium naturel, incessamment sécrétée et renouvelée, et, de la naissance à la mort, combien comptons-nous d’heures remplies par la jouissance positive, par l’action réussie et décidée ? Vivrons-nous jamais, passerons-nous jamais dans ce tableau qu’a peint mon esprit, ce tableau qui te ressemble ?</p>
<p>Ces trésors, ces meubles, ce luxe, cet ordre, ces parfums, ces fleurs miraculeuses, c’est toi. C’est encore toi, ces grands fleuves et ces canaux tranquilles. Ces énormes navires qu’ils charrient, tout chargés de richesses, et d’où montent les chants monotones de la manœuvre, ce sont mes pensées qui dorment ou qui roulent sur ton sein. Tu les conduis doucement vers la mer qui est l’Infini, tout en réfléchissant les profondeurs du ciel dans la limpidité de ta belle âme ; — et quand, fatigués par la houle et gorgés des produits de l’Orient, ils rentrent au port natal, ce sont encore mes pensées enrichies qui reviennent de l’infini vers toi.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Einladung zur Reise<br />
</strong><br />
Es gibt ein Wunderland, da fließen, sagt man, Milch und Honig, das will ich gern besuchen mit einer Freundin aus vergangenen Tagen. Einzigartiges Land, gehüllt in unsre nordischen Nebel, könnte man es den Orient des Okzidents nennen, Europas China, so weit erging sich hier die heiße und launenhafte Phantasie, so weit hat sie es geduldig und beharrlich ausgemalt mit ihren kunstvollen und zierlichen Blumen.</p>
<p>Ein wahres Paradies, wo alles Schönheit ist, Reichtum, Ruhe, Würde; wo die Fülle sich gern im Spiegel der Ordnung betrachtet; wo Leben satten, weichen Atem hat; wo ferne wohnen Chaos, Wirrwarr, Unbedachtes; wo das Glück die Braut des Schweigens ist; wo selbst die Küche dichtet, üppig und anregend zugleich; wo dir, mein teurer Engel, alles gleicht.</p>
<p>Du kennst das Fieber, das uns im kalten Elend überfällt, jenes Heimweh nach dem unbekannten Land, jenen Alb, der dorthin äugt? Es ist das Land, das dir so ähnelt, wo alles Schönheit ist, Reichtum, Ruhe, Würde, wo die Phantasie ein abendländisches China erbaut und ausgeschmückt hat, wo das Leben süßen Atem hat, wo das Glück die Braut des Schweigens ist. Dorthin muß man gehen, um zu leben, dorthin, um zu sterben!</p>
<p>Ja, dorthin muß man gehen, um zu atmen, zu träumen und die Stunden auszudehnen in die grenzenlose Weite des Empfindens. Ein Komponist schrieb die <em>Einladung zum Walzer</em>; wer komponiert die <em>Einladung zur Reise</em>, die man seiner Geliebten schenken könnte, der Schwester des Herzens?</p>
<p>Ja, in dieser Luft wär es gut zu leben; dort, wo die säumenderen Stunden gedankenvoller sind, dort, wo des Glückes Stunden voller schlagen, feierlicher.</p>
<p>Auf schimmernden Paneelen oder vergoldetem Leder von düsterer Fülle sind heimlich Bilder lebendig, selig, still und tief, gleich den Seelen der Künstler, die sie schufen. Die untergehenden Sonnen, die so verschwenderisch den Speisesaal oder den Salon in Farben tauchen, werden von feinen Stoffen gedämpft oder von jenen hohen, kunstvollen Fenstern, die ein reiches Gitterwerk aus Blei durchbricht. Die Möbel sind ausladend, seltsam, wunderlich, mit Schlössern versehen und geheimen Fächern, wie es die Seelen sind. Die Spiegel, die Metalle, die Tücher, Goldschmiedearbeiten und Fayencen spielen eine stumme und geheimnisvolle Symphonie für die Augen; und aus allem, den Winkeln und Spalten, den Fächern und Falten der Kissen steigt ein sonderbarer Duft, ein <em>Komm bald wieder</em> aus Sumatra, gleichsam die Seele des Hauses.</p>
<p>Ein wahres Paradies, sage ich dir, wo alles reich ist, sauber und glänzend, wie ein gutes Gewissen, wie eine prächtige Speisekammer, wie funkelnde Goldschmiedekunst, wie bunte Juwelen! Hier münden die Schätze der Welt, wie im Hause eines arbeitsamen Mannes, der sich in aller Welt Verdienste erwarb. Einzigartiges Land, allen anderen überlegen, wie die Kunst der Natur, wo diese verwandelt ward vom Traum, ins Rechte gerückt, verschönt, umgeschmolzen.</p>
<p>Wie sie suchen und immer weiter suchen, wie sie die Grenzen ihres Glückes unaufhörlich zurückstecken, diese Gärtner-Alchemisten! Wie sie Preise von hundertsechzigtausend Gulden ausschreiben, wenn nur einer ihre hochfliegenden Versuche wahrmacht! Ich habe sie, habe sie gefunden, meine <em>schwarze Tulpe</em>, meine <em>blaue Dahlie</em>!</p>
<p>Blume ohnegleichen, wiedergefundene Tulpe, allegorische Dahlie, man muß, nicht wahr, in dies schöne Land gehen, so voller Ruhe, voller Traum, um zu leben, um zu blühen. Würdest du nicht in dein eigenes Bildnis gerahmt, könntest du nicht, um mit den Mystikern zu sprechen, in dein <em>Spiegelbild</em> tauchen?</p>
<p>Träume, immer nur Träume! Und je höher die Seele fliegt, je zartsinniger sie ist, umso ungreifbarer ihr Traum. Ein jeder hat seine Dosis Opium im Blut, immer wieder abgesondert, immer wieder aufgefrischt. Und von der Wiege bis zum Grab, wie viele Stunden wahrer Wonne, leicht erlangt, beherzt gepflückt, zählen wir? Werden wir jemals leben, jemals in dies Bildnis Einzug halten, das mein Geist gemalt, dieses Bild, das dir so ähnelt?</p>
<p>Diese Schätze, diese Möbel, dieser Luxus, diese Ordnung, diese Düfte, diese Wunderblumen, das bist du. Und auch dies, die großen Ströme, die stillen Grachten. Diese ungeheuren Kähne voller Fracht an Kostbarkeiten, von denen während der Manöver eintönige Lieder schallen, meine Gedanken sind es ja, die schlummern oder sich auf deinem Schoße wiegen. Du trägst sie sanft zum Meere hin, zur Unendlichkeit, und die Tiefen des Himmels spiegeln sich im reinen Kristall deiner Seele. – Und wenn sie, ermüdet vom Schaukeln und gesättigt an den Früchten des Orients, in den Heimathafen einlaufen, so sind es noch immer meine Gedanken, die, mit reicher Ernte, aus dem Unendlichen zu dir nach Hause kommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Un hémisphère dans une chevelure</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Nov 2018 23:34:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Un hémisphère dans une chevelure deutsch Übersetzung Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Laisse-moi respirer longtemps, longtemps, l’odeur de tes cheveux, y plonger tout mon visage, comme un homme altéré dans l’eau d’une source, et les agiter avec ma main comme un mouchoir odorant, pour secouer des souvenirs dans l’air. Si tu pouvais savoir tout ce que je vois ! [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-un-hemisphere-dans-une-chevelure/">Charles Baudelaire, Un hémisphère dans une chevelure</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)</em></p>
<p>Laisse-moi respirer longtemps, longtemps, l’odeur de tes cheveux, y plonger tout mon visage, comme un homme altéré dans l’eau d’une source, et les agiter avec ma main comme un mouchoir odorant, pour secouer des souvenirs dans l’air.</p>
<p>Si tu pouvais savoir tout ce que je vois ! tout ce que je sens ! tout ce que j’entends dans tes cheveux ! Mon âme voyage sur le parfum comme l’âme des autres hommes sur la musique.</p>
<p>Tes cheveux contiennent tout un rêve, plein de voilures et de mâtures ; ils contiennent de grandes mers dont les moussons me portent vers de charmants climats, où l’espace est plus bleu et plus profond, où l’atmosphère est parfumée par les fruits, par les feuilles et par la peau humaine.</p>
<p>Dans l’océan de ta chevelure, j’entrevois un port fourmillant de chants mélancoliques, d’hommes vigoureux de toutes nations et de navires de toutes formes découpant leurs architectures fines et compliquées sur un ciel immense où se prélasse l’éternelle chaleur.</p>
<p>Dans les caresses de ta chevelure, je retrouve les langueurs des longues heures passées sur un divan, dans la chambre d’un beau navire, bercées par le roulis imperceptible du port, entre les pots de fleurs et les gargoulettes rafraîchissantes.</p>
<p>Dans l’ardent foyer de ta chevelure, je respire l’odeur du tabac mêlé à l’opium et au sucre ; dans la nuit de ta chevelure, je vois resplendir l’infini de l’azur tropical ; sur les rivages duvetés de ta chevelure je m’enivre des odeurs combinées du goudron, du musc et de l’huile de coco.</p>
<p>Laisse-moi mordre longtemps tes tresses lourdes et noires. Quand je mordille tes cheveux élastiques et rebelles, il me semble que je mange des souvenirs.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Eine Hemisphäre in einem Haar<br />
</strong><br />
Laß mich lange, lange deiner Haare Wohlgerüche atmen, in ihnen ganz mein Antlitz niedertauchen, wie ein Mensch, den das Wasser einer Quelle verwandelt hat, laß sie mit meiner Hand mich schütteln wie ein parfümiertes Taschentuch, auf daß die Lüfte von Erinnerungen wölken.</p>
<p>Wüßtest du all das, was ich sehe, all das, was ich fühle! All das, was ich in deinem Haar erlausche! Meine Seele wandert über seinen Duft wie die Seele anderer Menschen über Musik.</p>
<p>Deine Haare bergen einen Traum, voll von Segeln und Masten; dort sind große Meere verborgen, und ihr Monsunwind trägt mich zu lieblichen Gefilden, wo der Himmel blauer ist und tiefer, wo die Luft den Wohlgeruch der Früchte atmet, der Blätter und der menschlichen Haut.</p>
<p>Im Ozean deines Haars erahne ich einen Hafen, wimmelnd von schwermütigen Gesängen, von kernigen Menschen aller Nationen und von Schiffen in allen Gestalten, die ihre zierlichen und verschlungenen Bauten vor einem ungeheuren Himmel abzeichnen, wo die immerwährende Wärme schwelgt.</p>
<p>Unter den Liebkosungen deines Haars finde ich das Schmachten langer Stunden, hingezögert auf einem Divan, wieder in einer Kabine eines schönen Schiffes, das sich auf dem unmerklichen Schlingern des Hafens wiegt, zwischen Vasen mit Blumen und dem erfrischenden Hauch aus tönernen Krügen.</p>
<p>Im glühenden Herd deines Haars atme ich den Duft von Tabak, mit Opium vermengt und Zucker; in der Nacht deines Haars sehe ich die grenzenlose Weite des tropischen Himmels funkeln; auf den Ufern, umschilft von deinem Haar, machen Gerüche mich trunken, ein Gemisch aus Teer, Moschus und Kokosöl.</p>
<p>Laß mich lange in die schweren und dunklen Flechten beißen. Wenn ich deine biegsamen und widerspenstigen Haare kaue, dünkt es mich, als esse ich Erinnerungen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, L’horloge</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-lhorloge/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Nov 2018 23:21:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire L’horloge Die Uhr Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Les Chinois voient l’heure dans l’œil des chats. Un jour un missionnaire, se promenant dans la banlieue de Nankin, s’aperçut qu’il avait oublié sa montre, et demanda à un petit garçon quelle heure il était. Le gamin du céleste Empire hésita d’abord ; puis, se ravisant, il [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-lhorloge/">Charles Baudelaire, L’horloge</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)</em></p>
<p>Les Chinois voient l’heure dans l’œil des chats.</p>
<p>Un jour un missionnaire, se promenant dans la banlieue de Nankin, s’aperçut qu’il avait oublié sa montre, et demanda à un petit garçon quelle heure il était.</p>
<p>Le gamin du céleste Empire hésita d’abord ; puis, se ravisant, il répondit : « Je vais vous le dire ». Peu d’instants après, il reparut, tenant dans ses bras un fort gros chat, et le regardant, comme on dit, dans le blanc des yeux, il affirma sans hésiter : « Il n’est pas encore tout à fait midi. » Ce qui était vrai.</p>
<p>Pour moi, si je me penche vers la belle Féline, la si bien nommée, qui est à la fois l’honneur de son sexe, l’orgueil de mon cœur et le parfum de mon esprit, que ce soit la nuit, que ce soit le jour, dans la pleine lumière ou dans l’ombre opaque, au fond de ses yeux adorables je vois toujours l’heure distinctement, toujours la même, une heure vaste, solennelle, grande comme l’espace, sans divisions de minutes ni de secondes, — une heure immobile qui n’est pas marquée sur les horloges, et cependant légère comme un soupir, rapide comme un coup d’œil.</p>
<p>Et si quelque importun venait me déranger pendant que mon regard repose sur ce délicieux cadran, si quelque Génie malhonnête et intolérant, quelque Démon du contre-temps venait me dire : « Que regardes-tu là avec tant de soin ? Que cherches-tu dans les yeux de cet être ? Y vois-tu l’heure, mortel prodigue et fainéant ? » je répondrais sans hésiter : « Oui, je vois l’heure ; il est l’Éternité ! »</p>
<p>N’est-ce pas, madame, que voici un madrigal vraiment méritoire, et aussi emphatique que vous-même ? En vérité, j’ai eu tant de plaisir à broder cette prétentieuse galanterie, que je ne vous demanderai rien en échange.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Uhr<br />
</strong><br />
Die Chinesen lesen die Uhrzeit von den Augen der Katzen ab.</p>
<p>Eines Tages spazierte ein Missionar durch die Vorstadt von Nanking und bemerkte, daß er seine Uhr vergessen hatte. Er fragte einen kleinen Jungen, wie spät es sei.</p>
<p>Der Bub aus dem Reich des Himmels zögerte erst; dann besann er sich und antwortete: „Das will ich Ihnen sagen.“ Nach wenigen Augenblicken kam er mit einer dicken Katze auf dem Arm zurück, und indem er ihr, wie man sagt, tief in die Augen schaute, sagte er, ohne zu zögern: „Es ist kurz vor Zwölf.“ Und das stimmte.</p>
<p>Was mich angeht, so beuge ich mich über die schöne Feline, diesen hübschen Namen gab ich ihr, sie ist zugleich die Zierde ihres Geschlechts, der Stolz meines Herzens und der Duft meines Geistes, in der Tiefe ihrer anbetungswürdigen Augen sehe ich stets, ob in der Nacht, ob am Tage, im Glanz des Lichts oder in der Düsternis des Schattens, genau die Stunde, immer die meine, eine Stunde, gedehnt, feierlich, groß wie der Raum, ohne Einteilung nach Minuten und Sekunden – eine statische Stunde, die man auf den Wanduhren nicht ablesen kann, und dennoch flüchtig wie ein Seufzer, rasch wie ein Augenaufschlag.</p>
<p>Und wenn ein Störenfried mir in die Quere kommt, während ich meinen Blick auf diesem köstlichen Ziffernblatt ruhen lasse, wenn irgendein ehrloser und unduldsamer Geist, ein Dämon der Unzeit naht und zu mir sagt: „Was betrachtest du da so genau? Was suchst du in den Augen dieses Wesens? Siehst du, dem Tod verfallener Nichtsnutz, dort die Stunde?“ Dann antworte ich, ohne zu zögern: „Ja, ich sehe die Stunde, es ist die Ewigkeit!“</p>
<p>Ist dies, meine Gnädige, nicht ein wahrhaft löbliches Madrigal, und so einfühlsam wie sie selbst? Ich hatte soviel Vergnügen daran, um diese Aufmerksamkeit einen solchen Saum zu sticken, daß ich darauf keine Antwort erwarte.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Le gâteau</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-le-gateau/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Nov 2018 18:11:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Le gâteau Der Kuchen Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Je voyageais. Le paysage au milieu duquel j’étais placé était d’une grandeur et d’une noblesse irrésistibles. Il en passa sans doute en ce moment quelque chose dans mon âme. Mes pensées voltigeaient avec une légèreté égale à celle de l’atmosphère ; les passions vulgaires, telles que la [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-le-gateau/">Charles Baudelaire, Le gâteau</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)<br />
</em><strong><br />
</strong>Je voyageais. Le paysage au milieu duquel j’étais placé était d’une grandeur et d’une noblesse irrésistibles. Il en passa sans doute en ce moment quelque chose dans mon âme. Mes pensées voltigeaient avec une légèreté égale à celle de l’atmosphère ; les passions vulgaires, telles que la haine et l’amour profane, m’apparaissaient maintenant aussi éloignées que les nuées qui défilaient au fond des abîmes sous mes pieds ; mon âme me semblait aussi vaste et aussi pure que la coupole du ciel dont j’étais enveloppé ; le souvenir des choses terrestres n’arrivait à mon cœur qu’affaibli et diminué, comme le son de la clochette des bestiaux imperceptibles qui paissaient loin, bien loin, sur le versant d’une autre montagne. Sur le petit lac immobile, noir de son immense profondeur, passait quelquefois l’ombre d’un nuage, comme le reflet du manteau d’un géant aérien volant à travers le ciel. Et je me souviens que cette sensation solennelle et rare, causée par un grand mouvement parfaitement silencieux, me remplissait d’une joie mêlée de peur. Bref, je me sentais, grâce à l’enthousiasmante beauté dont j’étais environné, en parfaite paix avec moi-même et avec l’univers ; je crois même que, dans ma parfaite béatitude et dans mon total oubli de tout le mal terrestre, j’en étais venu à ne plus trouver si ridicules les journaux qui prétendent que l’homme est né bon ; — quand la matière incurable renouvelant ses exigences, je songeai à réparer la fatigue et à soulager l’appétit causés par une si longue ascension. Je tirai de ma poche un gros morceau de pain, une tasse de cuir et un flacon d’un certain élixir que les pharmaciens vendaient dans ce temps-là aux touristes pour le mêler dans l’occasion avec de l’eau de neige.</p>
<p>Je découpais tranquillement mon pain, quand un bruit très-léger me fit lever les yeux. Devant moi se tenait un petit être déguenillé, noir, ébouriffé, dont les yeux creux, farouches et comme suppliants, dévoraient le morceau de pain. Et je l’entendis soupirer, d’une voix basse et rauque, le mot : <em>gâteau !</em> Je ne pus m’empêcher de rire en entendant l’appellation dont il voulait bien honorer mon pain presque blanc, et j’en coupai pour lui une belle tranche que je lui offris. Lentement il se rapprocha, ne quittant pas des yeux l’objet de sa convoitise ; puis, happant le morceau avec sa main, se recula vivement, comme s’il eût craint que mon offre ne fût pas sincère ou que je m’en repentisse déjà.</p>
<p>Mais au même instant il fut culbuté par un autre petit sauvage, sorti je ne sais d’où, et si parfaitement semblable au premier qu’on aurait pu le prendre pour son frère jumeau. Ensemble ils roulèrent sur le sol, se disputant la précieuse proie, aucun n’en voulant sans doute sacrifier la moitié pour son frère. Le premier, exaspéré, empoigna le second par les cheveux ; celui-ci lui saisit l’oreille avec les dents, et en cracha un petit morceau sanglant avec un superbe juron patois. Le légitime propriétaire du gâteau essaya d’enfoncer ses petites griffes dans les yeux de l’usurpateur ; à son tour celui-ci appliqua toutes ses forces à étrangler son adversaire d’une main, pendant que de l’autre il tâchait de glisser dans sa poche le prix du combat. Mais, ravivé par le désespoir, le vaincu se redressa et fit rouler le vainqueur par terre d’un coup de tête dans l’estomac. À quoi bon décrire une lutte hideuse qui dura en vérité plus longtemps que leurs forces enfantines ne semblaient le promettre ? Le gâteau voyageait de main en main et changeait de poche à chaque instant ; mais, hélas ! il changeait aussi de volume ; et lorsque enfin, exténués, haletants, sanglants, ils s’arrêtèrent par impossibilité de continuer, il n’y avait plus, à vrai dire, aucun sujet de bataille ; le morceau de pain avait disparu, et il était éparpillé en miettes semblables aux grains de sable auxquels il était mêlé.</p>
<p>Ce spectacle m’avait embrumé le paysage, et la joie calme où s’ébaudissait mon âme avant d’avoir vu ces petits hommes avait totalement disparu ; j’en restai triste assez longtemps, me répétant sans cesse : « Il y a donc un pays superbe où le pain s’appelle du <em>gâteau,</em> friandise si rare qu’elle suffit pour engendrer une guerre parfaitement fratricide ! »</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der Kuchen<br />
</strong><br />
Ich war auf Reisen. Die Landschaft, in der ich mich aufhielt, war von einer Größe und einem Adel, denen man sich nicht entziehen konnte. Etwas davon schwebte in diesem Augenblick fraglos durch meine Seele. Meine Gedanken flügelten mit einer Leichtigkeit, leicht wie die Atmosphäre. Die gemeinen Leidenschaften wie der Haß und die sinnliche Liebe erschienen mir jetzt so fern wie die Wolken, die im Abgrund zu meinen Füßen vorbeiglitten; meine Seele wurde mir so weit und so rein wie die Kuppel des Himmels, die mich überwölbte; die Erinnerung an die irdischen Dinge hallte nur schwach und unwirklich in meinem Herzen nach, gleich dem kaum hörbaren Gebimmel der Herden, die fern, sehr fern über den Hang eines anderen Berges vorüberzogen. Über den kleinen, ruhigen See, dunkel von seiner ungeheuren Tiefe, huschte bisweilen der Schatten einer Wolke, als würde sich das Gewand eines Luftgeistes darin spiegeln, der zum Himmel emporstieg. Und ich wurde gewahr, wie sich diese feierliche und seltene Empfindung, hervorgerufen durch eine große Bewegung der vollkommenen Stille, mich mit einer Freude erfüllte, der Angst beigemischt war. Mit einem Wort, ich fühlte mich dank der begeisternden Schönheit der Umgebung in vollkommener Übereinstimmung mit mir selbst und dem Weltall; ich glaube gar, ich war in meiner vollendeten Seligkeit, da jeder Gedanke an das Erdenleid vergessen war, dahin gelangt, die Zeitungen, die des Menschen angeborene Güte hochhielten, gar nicht mehr so lächerlich zu finden – da erhob die unheilbare Materie wieder ihre Forderungen, und ich sann darauf, nach einem solch langen Aufstieg etwas gegen meine Erschöpfung zu tun und meinen Hunger zu stillen. Ich holte aus meinem Rucksack ein großes Brot, ein Trinkgefäß aus Leder und ein Fläschchen mit einem Elixier, das zu jener Zeit die Apotheker den Touristen verkauften und das man bei Bedarf mit der Feuchte von Schnee verdünnen sollte.</p>
<p>Ich schnitt mir in aller Ruhe etwas von dem Brot ab, da ließ mich ein leises Geräusch den Blick heben. Vor mir stand ein kleines zerlumptes, dunkles, zerzausten Wesen, dessen hohle, wilde und gleichsam flehende Augen das Brotstück verschlangen. Ich hörte, wie es mit einer tiefen und heiseren Stimme seufzte: <em>Kuchen!</em> Ich konnte ein Lachen nicht zurückhalten, als ich hörte, welchen vornehmen Namen es meinem schlicht weißen Brot gab, und ich schnitt ihm eine gute Scheibe ab und reichte sie ihm. Langsam kam es näher, ohne die Augen vom Gegenstand seiner Begierde abzuwenden; dann schnappte es sich das Stück und wich hurtig zurück, als fürchtete es, meine Gabe sei nicht ernst gemeint oder ich könnte es mir noch anders überlegen. Doch im gleichen Moment wurde es von einem anderen kleinen Wilden zu Boden gestürzt, der plötzlich, ich weiß nicht, woher, da war, und er glich dem ersten aufs Haar, als wäre er sein Zwillingsbruder. Sie wälzten sich auf der Erde und stritten sich um die köstliche Beute, keiner wollte seinem Bruder die Hälfte opfern. Der erste packte den anderen erbost am Schopf; dieser biß ihn ins Ohr und spuckte, in breiter Mundart fluchend, einen kleinen blutigen Brocken aus. Der rechtmäßige Eigentümer des Kuchens versuchte seine kleinen Krallen dem Räuber in die Augen zu stechen; der wiederum wandte all seine Kräfte auf, um seinen Gegner mit der Hand die Luft abzuschnüren und ihm dabei die Siegestrophäe zu stibitzen und in seiner Tasche verschwinden zu lassen. Doch aufgestachelt von der Verzweiflung, richtete sich der Besiegte wieder auf und verpaßte dem Sieger einen Stoß mit dem Kopf in die Magengrube, sodaß er über die Erde kullerte. Wozu die Beschreibung eines abscheulichen Kampfes in die Länge ziehen, der länger dauerte, als solch kindliche Kräfte vermuten ließen? Der Kuchen wanderte augenblicks von Hand zu Hand und von Tasche zu Tasche; doch, o weh, er büßte auch an Umfang ein; und schließlich, als sie abgehetzt, keuchend, blutend innehielten, weil sie nicht mehr weiterkonnten, blieb, die Wahrheit zu sagen, von dem Streitobjekt nichts mehr übrig; das Kuchenstück hatte sich aufgelöst und lag in Bröseln zerstreut umher, gleich den Sandkörner, mit denen es vermengt war.</p>
<p>Dieses Schauspiel hat mir die Landschaft verdüstert, und die Freude, in der meine Seele geschwelgt hatte, bevor mir diese Gnomen vor Augen kamen, war ganz und gar dahin; ich saß noch lange trübsinnig da und sagte mir immer wieder: „Es gibt mithin ein herrliches Land, in dem man das Brot <em>Kuchen</em> nennt, ein so seltener Leckerbissen, daß er genügt, einen mörderischen Bruderkrieg zu entfachen!“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Le vieux saltimbanque</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-le-vieux-saltimbanque/</link>
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		<pubDate>Sat, 24 Nov 2018 23:24:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Le vieux saltimbanque Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Partout s’étalait, se répandait, s’ébaudissait le peuple en vacances. C’était une de ces solennités sur lesquelles, pendant un long temps, comptent les saltimbanques, les faiseurs de tours, les montreurs d’animaux et les boutiquiers ambulants, pour compenser les mauvais temps de l’année. En ces jours-là il me [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-le-vieux-saltimbanque/">Charles Baudelaire, Le vieux saltimbanque</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: <i>Le Spleen de Paris</i> (Petits Poèmes en Prose)</em></p>
<p>Partout s’étalait, se répandait, s’ébaudissait le peuple en vacances. C’était une de ces solennités sur lesquelles, pendant un long temps, comptent les saltimbanques, les faiseurs de tours, les montreurs d’animaux et les boutiquiers ambulants, pour compenser les mauvais temps de l’année.</p>
<p>En ces jours-là il me semble que le peuple oublie tout, la douleur et le travail ; il devient pareil aux enfants. Pour les petits c’est un jour de congé, c’est l’horreur de l’école renvoyée à vingt-quatre heures. Pour les grands c’est un armistice conclu avec les puissances malfaisantes de la vie, un répit dans la contention et la lutte universelles.</p>
<p>L’homme du monde lui-même et l’homme occupé de travaux spirituels échappent difficilement à l’influence de ce jubilé populaire. Ils absorbent, sans le vouloir, leur part de cette atmosphère d’insouciance. Pour moi, je ne manque jamais, en vrai Parisien, de passer la revue de toutes les baraques qui se pavanent à ces époques solennelles.</p>
<p>Elles se faisaient, en vérité, une concurrence formidable : elles piaillaient, beuglaient, hurlaient. C’était un mélange de cris, de détonations de cuivre et d’explosions de fusées. Les queues-rouges et les Jocrisses convulsaient les traits de leurs visages basanés, racornis par le vent, la pluie et le soleil ; ils lançaient, avec l’aplomb des comédiens sûrs de leurs effets, des bons mots et des plaisanteries d’un comique solide et lourd comme celui de Molière. Les Hercules, fiers de l’énormité de leurs membres, sans front et sans crâne, comme les orang-outangs, se prélassaient majestueusement sous les maillots lavés la veille pour la circonstance. Les danseuses, belles comme des fées ou des princesses, sautaient et cabriolaient sous le feu des lanternes qui remplissaient leurs jupes d’étincelles.</p>
<p>Tout n’était que lumière, poussière, cris, joie, tumulte ; les uns dépensaient, les autres gagnaient, les uns et les autres également joyeux. Les enfants se suspendaient aux jupons de leurs mères pour obtenir quelque bâton de sucre, ou montaient sur les épaules de leurs pères pour mieux voir un escamoteur éblouissant comme un dieu. Et partout circulait, dominant tous les parfums, une odeur de friture qui était comme l’encens de cette fête.</p>
<p>Au bout, à l’extrême bout de la rangée de baraques, comme si, honteux, il s’était exilé lui-même de toutes ces splendeurs, je vis un pauvre saltimbanque, voûté, caduc, décrépit, une ruine d’homme, adossé contre un des poteaux de sa cahute ; une cahute plus misérable que celle du sauvage le plus abruti, et dont deux bouts de chandelles, coulants et fumants, éclairaient trop bien encore la détresse.</p>
<p>Partout la joie, le gain, la débauche ; partout la certitude du pain pour les lendemains ; partout l’explosion frénétique de la vitalité. Ici la misère absolue, la misère affublée, pour comble d’horreur, de haillons comiques, où la nécessité, bien plus que l’art, avait introduit le contraste. Il ne riait pas, le misérable ! Il ne pleurait pas, il ne dansait pas, il ne gesticulait pas, il ne criait pas ; il ne chantait aucune chanson, ni gaie ni lamentable, il n’implorait pas. Il était muet et immobile. Il avait renoncé, il avait abdiqué. Sa destinée était faite.</p>
<p>Mais quel regard profond, inoubliable, il promenait sur la foule et les lumières, dont le flot mouvant s’arrêtait à quelques pas de sa répulsive misère ! Je sentis ma gorge serrée par la main terrible de l’hystérie, et il me sembla que mes regards étaient offusqués par ces larmes rebelles qui ne veulent pas tomber.</p>
<p>Que faire ? À quoi bon demander à l’infortuné quelle curiosité, quelle merveille il avait à montrer dans ces ténèbres puantes, derrière son rideau déchiqueté ? En vérité, je n’osais ; et, dût la raison de ma timidité vous faire rire, j’avouerai que je craignais de l’humilier. Enfin, je venais de me résoudre à déposer en passant quelque argent sur une de ses planches, espérant qu’il devinerait mon intention, quand un grand reflux de peuple, causé par je ne sais quel trouble, m’entraîna loin de lui.</p>
<p>Et, m’en retournant, obsédé par cette vision, je cherchai à analyser ma soudaine douleur, et je me dis : Je viens de voir l’image du vieil homme de lettres qui a survécu à la génération dont il fut le brillant amuseur ; du vieux poëte sans amis, sans famille, sans enfants, dégradé par sa misère et par l’ingratitude publique, et dans la baraque de qui le monde oublieux ne veut plus entrer !</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der alte Gaukler </strong></p>
<p>Nach allen Seiten strömte das Volk ausgelassen in die Ferien. Es war einer der Feiertage, worauf die Gaukler lange warten, das fahrende Volk, die Tierbändiger und die herumziehenden Krämer, um die schlechte Jahreszeit wettzumachen.</p>
<p>An solchen Tagen scheinen mir die Leute alles zu vergessen, das Leid und die Arbeit; sie werden wie die Kinder. Für die Kleinen ist es ein Ferientag, der den Schrecken der Schule für vierundzwanzig Stunden vertagt. Für die Großen ist es ein Waffenstillstand mit den bösen Mächten des Lebens, eine Atempause in all der Anstrengung und all dem Kampf.</p>
<p>Der Mann von Welt und der Geistliche, selbst sie können sich dem Einfluß dieses Volksfestes nur schwer entziehen. Sie saugen wider Willen ihre Portion dieser Atmosphäre von Unbekümmertheit in sich auf. Ich für meinen Teil verpasse es als echter Pariser niemals, all die Schaubuden in Augenschein zu nehmen, die in solchen Festzeiten in Reih und Glied prunken.</p>
<p>Sie versuchten sich wie toll eine die andere auszustechen, mit Kreischen, Dröhnen und Johlen. Das war ein Wirrwarr von Schreien, Detonationen blecherner Trompeten und Explosionen von Raketen. Die Clowns und Hanswurste schnitten Fratzen mit ihren sonnenverbrannten Gesichtern, rissig von Wind und Wetter; sie schleuderten mit der Keckheit des Komödianten, der weiß, daß er trifft, ihre Bonmots und Scherze eines derben und plumpen Komikers, wie auf der Bühne des Molière. Die Herkulesse, stolz auf ihre gewaltigen Gliedmaßen, mit flacher Stirn und plattem Schädel, gleich den Orang-Utans, strotzten hoheitsvoll in ihren Trikots, die sie am Vortag für ihren Auftritt frisch gewaschen hatten. Die Tänzerinnen, schön wie Feen oder Prinzessinnen, hüpften und vollführten Luftsprünge im Feuer der Laternen, die ihre Röcke mit Geglitzer übersäten.</p>
<p>Alles war nur Licht, Staub, Schreie, Freude, Trubel; die einen verpraßten ihr Geld, die andern machten ihren Reibach, fröhlich die einen wie die anderen. Die Kinder hängten sich an die Röcke der Mütter, um eine Zuckerstange zu ergattern, oder schwangen sich auf die Schultern der Väter, um den Zauberkünstler besser zu sehen, der blendete wie ein Gott. Und über allem wogte, die Düfte der Parfums sämtlich überlagernd, ein Geruch von Bratenfett, der Weihrauch dieses Festes.</p>
<p>Am Rand, am äußersten Rand der Budenreihe, als habe er sich aus Scham selbst aus all diesem Glanz verbannt, sah ich einen armen Gaukler, gebeugt, hinfällig, altersschwach, eine Ruine von Mensch, an einen Pfosten seiner Hütte gelehnt; eine Hütte, elender als die eines völlig stumpfsinnigen Wilden, in der zwei Kerzenstummel, tropfend und rußend, noch genügend Licht auf das Elend warfen.</p>
<p>Ringsum Freude, Reibach, Ausschweifung; ringsum das Brot für morgen im Kasten; ringsum die tobende Explosion der Lebenskraft. Hier das nackte Elend, das Elend, das, um das Grauen voll zu machen, mit lächerlichen Lumpen ausstaffiert war, bei denen mehr die Not als die Kunst für Kontraste gesorgt hatte. Er lachte nicht, der Elende! Er weinte nicht, er tanzte nicht, er fuchtelte nicht mit den Händen, er schrie nicht; er sang kein Lied, kein fröhliches, kein trauriges, er flehte nicht. Er war stumm und starr. Er hatte entsagt, hatte aufgegeben. Sein Schicksal hatte sich erfüllt.</p>
<p>Doch was für einen tiefen, unvergeßlichen Blick er auf die Menge und die Lichter warf, deren Wellen einige Schritte vor seinem abstoßenden Elend verebbten! Ich fühlte, wie die schreckliche Hand der Hysterie sich würgend um meinen Hals legte, und meine Blicke nahmen Ärgernis an diesen widerspenstigen Tränen, die nicht fließen wollten.</p>
<p>Was tun? Wozu den Unglücklichen noch fragen, welche Raritäten, welche Wunderwerke er in diesen stinkenden Finsternissen zeigen könnte, hinter seinem zerrissenen Vorhang? Wahrhaftig, das traute ich mich nicht; und sollte auch der Grund meiner Schüchternheit Sie zum Lachen bringen, bekenne ich doch, daß ich fürchtete, ihn zu beschämen. Schließlich rang ich mich dazu durch, ihm ein paar Geldmünzen auf die Dielen zu legen, in der Hoffnung, er werde meine Absicht erraten, da spülte mich ein starker Rückstrom von Leuten, aufgrund eines mir unbekannten Tumults, weit von ihm weg.</p>
<p>Während ich, von diesem Anblick besessen, nochmals umkehrte, versuchte ich meinen jähen Schmerz zu ergründen, und ich sagte mir: Ich erblickte soeben das Bildnis des alten Schriftstellers, der die Generation überlebt hat, deren glänzender Unterhalter er gewesen ist; des alten Dichters, ohne Freunde, ohne Familie, ohne Kinder, herabgewürdigt durch sein Elend und die Undankbarkeit des Publikums, in der Hütte, in welche die vergeßliche Welt keinen Schritt mehr setzen mag!</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Les veuves</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Nov 2018 23:07:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Les veuves Die Witwen Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Vauvenargues dit que dans les jardins publics il est des allées hantées principalement par l’ambition déçue, par les inventeurs malheureux, par les gloires avortées, par les cœurs brisés, par toutes ces âmes tumultueuses et fermées, en qui grondent encore les derniers soupirs d’un orage, et qui [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-les-veuves/">Charles Baudelaire, Les veuves</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: <em><i>Le Spleen de Paris</i> (Petits Poèmes en Prose)</em><br />
</em></p>
<p>Vauvenargues dit que dans les jardins publics il est des allées hantées principalement par l’ambition déçue, par les inventeurs malheureux, par les gloires avortées, par les cœurs brisés, par toutes ces âmes tumultueuses et fermées, en qui grondent encore les derniers soupirs d’un orage, et qui reculent loin du regard insolent des joyeux et des oisifs. Ces retraites ombreuses sont les rendez-vous des éclopés de la vie.</p>
<p>C’est surtout vers ces lieux que le poëte et le philosophe aiment diriger leurs avides conjectures. Il y a là une pâture certaine. Car s’il est une place qu’ils dédaignent de visiter, comme je l’insinuais tout à l’heure, c’est surtout la joie des riches. Cette turbulence dans le vide n’a rien qui les attire. Au contraire, ils se sentent irrésistiblement entraînés vers tout ce qui est faible, ruiné, contristé, orphelin.</p>
<p>Un œil expérimenté ne s’y trompe jamais. Dans ces traits rigides ou abattus, dans ces yeux caves et ternes, ou brillants des derniers éclairs de la lutte, dans ces rides profondes et nombreuses, dans ces démarches si lentes ou si saccadées, il déchiffre tout de suite les innombrables légendes de l’amour trompé, du dévouement méconnu, des efforts non récompensés, de la faim et du froid humblement, silencieusement supportés.</p>
<p>Avez-vous quelquefois aperçu des veuves sur ces bancs solitaires, des veuves pauvres ? Qu’elles soient en deuil ou non, il est facile de les reconnaître. D’ailleurs il y a toujours dans le deuil du pauvre quelque chose qui manque, une absence d’harmonie qui le rend plus navrant. Il est contraint de lésiner sur sa douleur. Le riche porte la sienne au grand complet.</p>
<p>Quelle est la veuve la plus triste et la plus attristante, celle qui traîne à sa main un bambin avec qui elle ne peut pas partager sa rêverie, ou celle qui est tout à fait seule ? Je ne sais… Il m’est arrivé une fois de suivre pendant de longues heures une vieille affligée de cette espèce ; celle-là roide, droite, sous un petit châle usé, portait dans tout son être une fierté de stoïcienne.</p>
<p>Elle était évidemment condamnée, par une absolue solitude, à des habitudes de vieux célibataire, et le caractère masculin de ses mœurs ajoutait un piquant mystérieux à leur austérité. Je ne sais dans quel misérable café et de quelle façon elle déjeuna. Je la suivis au cabinet de lecture ; et je l’épiai longtemps pendant qu’elle cherchait dans les gazettes, avec des yeux actifs, jadis brûlés par les larmes, des nouvelles d’un intérêt puissant et personnel.</p>
<p>Enfin, dans l’après-midi, sous un ciel d’automne charmant, un de ces ciels d’où descendent en foule les regrets et les souvenirs, elle s’assit à l’écart dans un jardin, pour entendre, loin de la foule, un de ces concerts dont la musique des régiments gratifie le peuple parisien.</p>
<p>C’était sans doute là la petite débauche de cette vieille innocente (ou de cette vieille purifiée), la consolation bien gagnée d’une de ces lourdes journées sans ami, sans causerie, sans joie, sans confident, que Dieu laissait tomber sur elle, depuis bien des ans peut-être ! trois cent soixante-cinq fois par an.</p>
<p>Une autre encore :</p>
<p>Je ne puis jamais m’empêcher de jeter un regard, sinon universellement sympathique, au moins curieux, sur la foule de parias qui se pressent autour de l’enceinte d’un concert public. L’orchestre jette à travers la nuit des chants de fête, de triomphe ou de volupté. Les robes traînent en miroitant ; les regards se croisent ; les oisifs, fatigués de n’avoir rien fait, se dandinent, feignant de déguster indolemment la musique. Ici rien que de riche, d’heureux ; rien qui ne respire et n’inspire l’insouciance et le plaisir de se laisser vivre ; rien, excepté l’aspect de cette tourbe qui s’appuie là-bas sur la barrière extérieure, attrapant gratis, au gré du vent, un lambeau de musique, et regardant l’étincelante fournaise intérieure.</p>
<p>C’est toujours chose intéressante que ce reflet de la joie du riche au fond de l’œil du pauvre. Mais ce jour-là, à travers ce peuple vêtu de blouses et d’indienne, j’aperçus un être dont la noblesse faisait un éclatant contraste avec toute la trivialité environnante.</p>
<p>C’était une femme grande, majestueuse, et si noble dans tout son air, que je n’ai pas souvenir d’avoir vu sa pareille dans les collections des aristocratiques beautés du passé. Un parfum de hautaine vertu émanait de toute sa personne. Son visage, triste et amaigri, était en parfaite accordance avec le grand deuil dont elle était revêtue. Elle aussi, comme la plèbe à laquelle elle s’était mêlée et qu’elle ne voyait pas, elle regardait le monde lumineux avec un œil profond, et elle écoutait en hochant doucement la tête.</p>
<p>Singulière vision ! « À coup sûr, me dis-je, cette pauvreté-là, si pauvreté il y a, ne doit pas admettre l’économie sordide ; un si noble visage m’en répond. Pourquoi donc reste-t-elle volontairement dans un milieu où elle fait une tache si éclatante ? »</p>
<p>Mais en passant curieusement auprès d’elle, je crus en deviner la raison. La grande veuve tenait par la main un enfant comme elle vêtu de noir ; si modique que fût le prix d’entrée, ce prix suffisait peut-être pour payer un des besoins du petit être, mieux encore, une superfluité, un jouet.</p>
<p>Et elle sera rentrée à pied, méditant et rêvant, seule, toujours seule ; car l’enfant est turbulent, égoïste, sans douceur et sans patience ; et il ne peut même pas, comme le pur animal, comme le chien et le chat, servir de confident aux douleurs solitaires.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Witwen<br />
</strong><br />
Vauvenargues sagt, es gebe in den öffentlichen Gärten Alleen, die hauptsächlich von den Gespenstern des enttäuschten Ehrgeizes heimgesucht werden, von glücklosen Erfindern, von gescheiterten Berühmtheiten, gebrochenen Herzen, von all den aufgewühlten und verschlossenen Seelen, die noch von den ersterbenden Seufzern eines Gewitters brausen und vor den dreisten Blicken der heiteren Müßiggänger zurückweichen. Diese schattigen Rückzugsorte sind die Tummelplätze der Versehrten des Lebens.</p>
<p>Es sind vorzüglich diese Stätten, auf welche Dichter und Philosophen ihre begierigen Vermutungen hinlenken. Dort finden sie üppige Weidegründe. Denn wenn es Orte gibt, die sie zu besuchen verschmähen, sind es, wie ich soeben unterstellt habe, vor allem die Vergnügungsstätten der Wohlhabenden. Dieses Gewoge im Leeren hat nichts Anziehendes für sie. Sie fühlen sich im Gegenteil zu allem hingezogen, was schwach, verfallen, betrübt und verwaist ist.</p>
<p>Ein erfahrenes Auge täuscht sich hierin nie. In diesen starren und niedergeschlagenen Zügen, diesen hohlen und glanzlosen Augen oder Augen, die von den letzten Blitzen des Lebenskampfes funkeln, in diesen Geflechten tiefer Falten, diesem schleppenden und holpernden Gang entziffert es sogleich die zahllosen Legenden von betrogener Liebe, von verkannter Hingabe, von Mühen, denen kein Dank ward, von Hunger und Frost, erduldet in Demut, im Schweigen.</p>
<p>Haben Sie bisweilen verwitwete Frauen auf den einsamen Bänken bemerkt, arme Witwen? Ob sie nun Trauer tragen oder nicht, sie sind leicht zu erkennen. Es liegt ja stets etwas in der Trauer des Armen, was eine Lücke hat, ein Mangel an Harmonie, was sie noch herzzerreißender macht. Mit seinem Schmerz noch muß er knausern. Der Reiche trägt den seinen in einem Prachtgewand.</p>
<p>Welche Witwe ist die traurigste und flößt am meisten Trauer ein, jene, die einen kleinen Jungen an der Hand führt, mit dem sie ihre Träume nicht teilen kann, oder jene, die ganz und gar einsam ist? Ich weiß es nicht … Einmal geschah es mir, daß ich einer solcherart bekümmerten Alten während langer Stunden gefolgt bin. Diese zeigte, steif, aufrecht, unter einem abgenutzten Umhang, in ihrem ganzen Wesen einen stoischen Stolz.</p>
<p>Sie war offensichtlich durch eine vollständige Einsamkeit zur Lebensweise eines alten Junggesellen verurteilt, und die männlichen Züge ihres Betragens umgaben ihre Strenge mit einem Hauch geheimnisvoller Pikanterie. Ich weiß nicht, was sie in welchem elenden Café gefrühstückt hat. Ich folgte ihr in den öffentlichen Lesesaal; ich beobachtete sie lange heimlich, wie sie, mit regen Augen, die einst unter Tränen gebrannt, die Zeitungen mit einem lebhaften Interesse nach Neuigkeiten durchblätterte.</p>
<p>Am Nachmittag schließlich, der zauberhafte Herbsthimmel war einer jener, die Gefühle von Wehmut und Erinnerungen in Fülle herabsinken lassen, da setzte sie sich in den Winkel eines Parks, um, fern der Menge, einem der musikalischen Potpourris zu lauschen, mit denen die Militärkapellen das Volk von Paris bedenken.</p>
<p>Dies war ohne Zweifel die kleine Ausschweifung der alten sündelosen (oder geläuterten) Frau, die Tröstung, die sie sich aufgrund eines dieser schweren Tage ohne Freund, ohne Plauderei, ohne Freude, ohne Vertrauten wohl verdient hatte und die Gott sich auf sie senken ließ, seit vielen Jahren womöglich, dreihundertfünfundsechzigmal im Jahr.</p>
<p>Da war noch eine:</p>
<p>Ich kann nicht davon lassen, einen wenn nicht ganz und gar teilnehmenden, so zumindest neugierigen Blick auf die Menge der Parias zu werfen, die sich an der Umzäunung eines Freiluft-Konzertes drängen. Das Orchester wirft festliche, triumphale oder schwelgerische Klänge an den Abendhimmel. Die Schleppen der Abendkleider glitzern; die Blicke treffen sich; die Snobs, erschöpft vom Nichtstun, stolzieren auf und ab, und geben vor, der Musik keinen Genuß abgewinnen zu können. Hier ist alles Reichtum, alles Glück. Alles haucht und atmet Unbeschwertheit und die Lust zu leben; alles, ausgenommen der Anblick der Menge, die sich dort gegen die Absperrung lehnt und dank des Windes Fetzen der Musik erhascht und Blicke auf den Funkenflug aus dem inneren Glutofen.</p>
<p>Es ist immer bemerkenswert, was sich von der Lust des Reichen im Auge des Armen widerspiegelt. Doch an diesem Tag sah ich unter diesem Volk in seinen groben Arbeitskitteln ein Wesen, dessen Vornehmheit von all der Trivialität seiner Umgebung stark abstach.</p>
<p>Es war eine große Frau, hoheitsvoll und nobel in ihrer ganzen Ausstrahlung, wie ich ihresgleichen mich nicht erinnere, unter den Ansammlungen aristokratischer Schönheiten der Vergangenheit gesehen zu haben. Ein Duft unnahbarer Tugend entströmte der ganzen Person. Ihr Gesicht, traurig und eingefallen, war in vollkommenem Einklang mit der Trauer, in die sie gehüllt war. Auch sie blickte wie das Volk, unter das sie sich gemischt hatte, ohne es zu beachten, mit einem tiefen Blick auf die strahlende Welt und lauschte, das Haupt sachte wiegend.</p>
<p>Sonderbare Erscheinung! „Gewiß“, sagte ich mir, „sollte diese Armut, so sie Armut denn ist, dem schmutzigen Reichtum keinen Zugang gewähren. Dafür bürgt mir solch ein edles Antlitz. Weshalb verharrt sie wohl freiwillig in einer Umgebung, in der sie einen so auffälligen Makel bildet?“</p>
<p>Indes, als ich neugierig nah an ihr vorüberging, glaubte ich den Grund zu erraten. Die großgewachsene Witwe hielt einen Knaben an der Hand, schwarz gekleidet wie sie selbst. So gering der Eintrittspreis auch gewesen sein mag, das Geld mochte wohl reichen, dem Kleinen etwas Lebensnotwendiges zu kaufen oder besser noch etwas Überflüssiges, ein Spielzeug.</p>
<p>Sie wird zu Fuß nach Hause gegangen sein, sinnend und träumend, einsam, stets einsam; denn das Kind ist wild, selbstsüchtig, ohne Zartsinn und ohne Geduld; es vermag nicht einmal, wie das unschuldige Tier, der Hund oder die Katze, der Bundesgenosse einsamer Leiden zu sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Les foules</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Nov 2018 23:28:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Les foules Übersetzung deutsch Petits Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Il n’est pas donné à chacun de prendre un bain de multitude : jouir de la foule est un art ; et celui-là seul peut faire, aux dépens du genre humain, une ribote de vitalité, à qui une fée a insufflé dans son berceau le goût du travestissement [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-les-foules/">Charles Baudelaire, Les foules</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: <em><em><i>Le Spleen de Paris</i> (Petits Poèmes en Prose)</em></em><br />
</em><strong><br />
</strong>Il n’est pas donné à chacun de prendre un bain de multitude : jouir de la foule est un art ; et celui-là seul peut faire, aux dépens du genre humain, une ribote de vitalité, à qui une fée a insufflé dans son berceau le goût du travestissement et du masque, la haine du domicile et la passion du voyage.</p>
<p>Multitude, solitude : termes égaux et convertibles pour le poëte actif et fécond. Qui ne sait pas peupler sa solitude, ne sait pas non plus être seul dans une foule affairée.</p>
<p>Le poëte jouit de cet incomparable privilége, qu’il peut à sa guise être lui-même et autrui. Comme ces âmes errantes qui cherchent un corps, il entre, quand il veut, dans le personnage de chacun. Pour lui seul, tout est vacant ; et si de certaines places paraissent lui être fermées, c’est qu’à ses yeux elles ne valent pas la peine d’être visitées.</p>
<p>Le promeneur solitaire et pensif tire une singulière ivresse de cette universelle communion. Celui-là qui épouse facilement la foule connaît des jouissances fiévreuses, dont seront éternellement privés l’égoïste, fermé comme un coffre, et le paresseux, interné comme un mollusque. Il adopte comme siennes toutes les professions, toutes les joies et toutes les misères que la circonstance lui présente.</p>
<p>Ce que les hommes nomment amour est bien petit, bien restreint et bien faible, comparé à cette ineffable orgie, à cette sainte prostitution de l’âme qui se donne tout entière, poésie et charité, à l’imprévu qui se montre, à l’inconnu qui passe.</p>
<p>Il est bon d’apprendre quelquefois aux heureux de ce monde, ne fût-ce que pour humilier un instant leur sot orgueil, qu’il est des bonheurs supérieurs au leur, plus vastes et plus raffinés. Les fondateurs de colonies, les pasteurs de peuples, les prêtres missionnaires exilés au bout du monde, connaissent sans doute quelque chose de ces mystérieuses ivresses ; et, au sein de la vaste famille que leur génie s’est faite, ils doivent rire quelquefois de ceux qui les plaignent pour leur fortune si agitée et pour leur vie si chaste.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Vielen</strong></p>
<p>Es ist nicht einem jeden gegeben, ein Bad in der Menge zu nehmen: In der Menge aufzugehen ist eine Kunst. Und nur jener taucht aus ihr, auf Kosten der menschlichen Gattung, wie aus einem Jungbrunnen auf, dem eine Fee den Geschmack an der Verkleidung und der Maske in die Wiege gehaucht hat, den Haß auf den Aufenthalt und die Leidenschaft zur Reise.</p>
<p>Vielheit, Einsamkeit: gleichwertige und ineinander übergehende Begriffe für den tätigen und fruchtbaren Dichter. Wer sich nicht darauf versteht, seine Einsamkeit zu bevölkern, kann auch nicht für sich sein in der wimmelnden Menge.</p>
<p>Der Dichter genießt dieses unvergleichliche Vorrecht, nach Gutdünken er selbst und ein anderer sein zu können. Gleich den herumirrenden Seelen, die auf der Suche nach einem Körper sind, schlüpft er, wann immer er will, in jedermanns Rolle. Ihm allein stehen alle Tore offen, und wenn diese und jene Orte ihm verschlossen dünken, dann, weil sie in seinen Augen eines Besuches nicht wert sind.</p>
<p>Der einsame und nachdenkliche Spaziergänger verschafft sich einen einzigartigen Rausch aus dieser allseitigen Teilhabe. Wer sich leicht mit der Menge vermählt, erlebt fieberhafte Wonnen, deren der Egoist auf immer beraubt ist, verschlossen wie eine Truhe, ebenso der Faulpelz, verkapselt wie eine Muschel. Er sieht alle Berufe als die seinen an, alle Arten der Freude und des Elends, die ihm die Situation darbietet.</p>
<p>Was die Menschen Liebe nennen, ist recht klein, beschränkt und schwach im Vergleich zu diesem unnennbaren Taumel, dieser heiligen Prostitution der Seele, die sich, Dichtung und Barmherzigkeit, ganz dem hingibt, der aus dem Dunkel hervortritt, dem Unbekannten, der vorübergeht.</p>
<p>Es tut den Glücklichen dieser Welt manchmal gut einzusehen, sei es auch nur, um für einen Augenblick ihren törichten Hochmut zu demütigen, daß es erhabenere Formen des Glücks gibt als das ihre, tiefere und edlere. Die Gründer der Kolonien, die Hirten der Völker, die Priester der Mission, verbannt ans Ende der Welt, sie kennen ohne Zweifel etwas von diesen geheimnisvollen Trunkenheiten; und im Schoße der großen Familie, die ihr Genius sich schuf, müssen sie bisweilen über jene lachen, die sie ihres so unruhigen Schicksals und ihres so keuschen Lebens wegen bedauern.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, La femme sauvage et la petite maîtresse</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-la-femme-sauvage-et-la-petite-maitresse/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Nov 2018 17:51:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire La femme sauvage et la petite maîtresse deutsch Übersetzung Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) « Vraiment, ma chère, vous me fatiguez sans mesure et sans pitié ; on dirait, à vous entendre soupirer, que vous souffrez plus que les glaneuses sexagénaires et que les vieilles mendiantes qui ramassent des croûtes de pain à la porte des cabarets. « Si au moins vos soupirs [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-la-femme-sauvage-et-la-petite-maitresse/">Charles Baudelaire, La femme sauvage et la petite maîtresse</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: <em><em><em><i>Le Spleen de Paris</i> (Petits Poèmes en Prose)</em></em></em></em></p>
<p>« Vraiment, ma chère, vous me fatiguez sans mesure et sans pitié ; on dirait, à vous entendre soupirer, que vous souffrez plus que les glaneuses sexagénaires et que les vieilles mendiantes qui ramassent des croûtes de pain à la porte des cabarets.</p>
<p>« Si au moins vos soupirs exprimaient le remords, ils vous feraient quelque honneur ; mais ils ne traduisent que la satiété du bien-être et l’accablement du repos. Et puis, vous ne cessez de vous répandre en paroles inutiles : « Aimez-moi bien ! j’en ai tant besoin ! Consolez-moi par-ci, caressez-moi par-là ! » Tenez, je veux essayer de vous guérir ; nous en trouverons peut-être le moyen, pour deux sols, au milieu d’une fête, et sans aller bien loin.</p>
<p>« Considérons bien, je vous prie, cette solide cage de fer derrière laquelle s’agite, hurlant comme un damné, secouant les barreaux comme un orang-outang exaspéré par l’exil, imitant, dans la perfection, tantôt les bonds circulaires du tigre, tantôt les dandinements stupides de l’ours blanc, ce monstre poilu dont la forme imite assez vaguement la vôtre.</p>
<p>« Ce monstre est un de ces animaux qu’on appelle généralement « mon ange ! » c’est-à-dire une femme. L’autre monstre, celui qui crie à tue-tête, un bâton à la main, est un mari. Il a enchaîné sa femme légitime comme une bête, et il la montre dans les faubourgs, les jours de foire, avec permission des magistrats, cela va sans dire.</p>
<p>« Faites bien attention ! Voyez avec quelle voracité (non simulée peut-être !) elle déchire des lapins vivants et des volailles piaillantes que lui jette son cornac. « Allons, dit-il, il ne faut pas manger tout son bien en un jour, » et, sur cette sage parole, il lui arrache cruellement la proie, dont les boyaux dévidés restent un instant accrochés aux dents de la bête féroce, de la femme, veux-je dire.</p>
<p>« Allons ! un bon coup de bâton pour la calmer ! car elle darde des yeux terribles de convoitise sur la nourriture enlevée. Grand Dieu ! le bâton n’est pas un bâton de comédie, avez-vous entendu résonner la chair, malgré le poil postiche ? Aussi les yeux lui sortent maintenant de la tête, elle hurle <em>plus naturellement.</em> Dans sa rage, elle étincelle tout entière, comme le fer qu’on bat.</p>
<p>« Telles sont les mœurs conjugales de ces deux descendants d’Ève et d’Adam, ces œuvres de vos mains, ô mon Dieu ! Cette femme est incontestablement malheureuse, quoique après tout, peut-être, les jouissances titillantes de la gloire ne lui soient pas inconnues. Il y a des malheurs plus irrémédiables, et sans compensation. Mais dans le monde où elle a été jetée, elle n’a jamais pu croire que la femme méritât une autre destinée.</p>
<p>« Maintenant, à nous deux, chère précieuse ! À voir les enfers dont le monde est peuplé, que voulez-vous que je pense de votre joli enfer, vous qui ne reposez que sur des étoffes aussi douces que votre peau, qui ne mangez que de la viande cuite, et pour qui un domestique habile prend soin de découper les morceaux ?</p>
<p>« Et que peuvent signifier pour moi tous ces petits soupirs qui gonflent votre poitrine parfumée, robuste coquette ? Et toutes ces affectations apprises dans les livres, et cette infatigable mélancolie, faite pour inspirer au spectateur un tout autre sentiment que la pitié ? En vérité, il me prend quelquefois envie de vous apprendre ce que c’est que le vrai malheur.</p>
<p>« À vous voir ainsi, ma belle délicate, les pieds dans la fange et les yeux tournés vaporeusement vers le ciel, comme pour lui demander un roi, on dirait vraisemblablement une jeune grenouille qui invoquerait l’idéal. Si vous méprisez le soliveau (ce que je suis maintenant, comme vous savez bien), gare la grue <em>qui vous croquera, vous gobera et vous tuera à son plaisir !</em></p>
<p>« Tant poëte que je sois, je ne suis pas aussi dupe que vous voudriez le croire, et si vous me fatiguez trop souvent de vos <em>precieuses</em> pleurnicheries, je vous traiterai en <em>femme sauvage,</em> ou je vous jetterai par la fenêtre, comme une bouteille vide. »</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das Tierweib und die kleine Geliebte</strong></p>
<p>„Wirklich, meine Liebe, Sie ermüden mich über die Maßen und ohne Erbarmen. Man könnte meinen, wenn man Sie seufzen hört, sie litten mehr als die sechzigjährigen Ährenleserinnen und die alten Bettlerinnen, die Brotkrumen vor der Tür der Schenken aufklauben.</p>
<p>Wenn Ihre Seufzer doch Ausdruck von Zerknirschung wären, machten Sie Ihnen noch einige Ehre. Sie zeugen aber einzig von der Übersättigung des Wohllebens und der Melancholie des Müßiggangs. Ferner lassen Sie nicht ab, in eitlen Phrasen zu schwelgen: ›Haben Sie mich nur recht lieb, ich habe es so nötig! Trösten Sie mich hiermit, schmeicheln Sie mir damit!‹ Gemach, ich will versuchen, Ihnen Linderung zu verschaffen. Wir finden vielleicht ein Heilmittel für zwei Groschen auf einem Rummelplatz, und müssen dazu gar nicht weit gehen.</p>
<p>Schauen Sie sich bitte diesen massiven Käfig aus Eisen an, in dem heulend wie ein Verdammter, an den Gitterstäben rüttelnd wie ein durch die Verbannung erbitterter Orang-Utan, bald den im engsten Kreise sich drehenden Tiger, bald das stumpfsinnige Watscheln des Eisbären vollendet nachäffend, jenes behaarte Scheusal tobt, dessen Gestalt der Ihren nicht ganz unähnlich ist.</p>
<p>Dieses Scheusal ist eines jener Tiere, die man gewöhnlich „Mein Engel!“ ruft, also eine Frau. Das andere Scheusal, jenes, das, einen Stock in der Hand, aus vollem Halse brüllt, ist ein Ehemann. Er hat seine ehelich angetraute Frau wie ein Tier in Ketten gelegt und stellt sie an den Markttagen in den Vorstädten zur Schau, mit Genehmigung der Stadtverwaltung selbstverständlich.</p>
<p>Geben Sie gut acht! Schauen Sie, mit welcher Freßwut (sie ist womöglich nicht geschauspielert!) sie lebendige Kaninchen zerreißt und gackernde Hühner, die ihr Dompteur ihr zuwirft. „Schluß jetzt“, ruft er, „man soll sein Hab und Gut nicht an einem Tag verzehren“, und mit diesem klugen Ratschlag entreißt er ihr brutal die Beute, von der Fetzen der auseinandergewickelten Därme noch einen Moment zwischen den Zähnen des wilden Viehs kleben bleiben, der Frau, wollte ich sagen.</p>
<p>Zack, ein beherzter Stockhieb, dann gibt sie Ruhe! Denn ihre schrecklichen Augen lechzen noch voll Gier nach dem entzogenen Fraß. Großer Gott! Der Stock ist kein Stock der Komödie, haben Sie gehört, wie das Fleisch klatschte, trotz des aufgeklebten Fells? Nun quellen auch die Augen aus dem Schädel hervor und ihr Geheul <em>klingt viel natürlicher</em>. Vor Wut beginnt sie über und über zu funkeln, wie ein Eisen, auf das man hämmert.</p>
<p>Solche ehelichen Sitten finden sich bei diesen beiden Nachkommen von Adam und Eva, dem Werk deiner Hände, mein Gott! Diese Frau ist zweifellos unglücklich, wenn ihr bei alldem der Kitzel des Ruhms vielleicht nicht fremd sein dürfte. Es gibt an Unglück mehr, gegen das kein Kraut gewachsen ist und das kein Trost lindert. Aber in der Welt, in die sie geworfen wurde, konnte sie nicht glauben, der Frau sei jemals ein anderes Schicksal bestimmt.</p>
<p>Nun zu uns zweien, meine Teure! Was soll ich Ihrer Ansicht nach angesichts der Höllen, von denen diese Welt nur so wimmelt, von Ihrer hübschen Hölle denken, wo Sie sich auf Kissen räkeln, weich wie Ihre Haut, nur gekochtes Fleisch verzehren und Ihnen ein gewandter Domestike die Stücke mundgerecht zuschneidet?</p>
<p>Wonach mögen all die kleinen Seufzer in meinen Ohren tönen, die Ihre parfümierte Brust schwellen lassen, stramme Kokotte? All dies affektierte Gehabe, abgekupfert aus schlechten Romanen, und diese schlaflose Schwermut, die dem Betrachter eine ganz andere Empfindung erweckt als Mitgefühl? Wirklich, ich hätte nicht übel Lust, Ihnen klarzumachen, was dies in Wahrheit bedeutet, das Unglück.</p>
<p>Auf daß Sie, meine schöne Empfindsame, Füße im Schlamm sehen und Augen, glasig gen Himmel verdreht, als bäten sie ihn um einen König: Da dürfte es sich wohl um eine junge Froschdame handeln, die um ihren idealen Herren fleht. Wenn Sie den Balken verschmähen (ein solcher bin eben ich, Sie verstehen), so läßt sich der Kranich nieder, der <em>Sie knackt</em>, <em>Sie hinunterschlingt, Sie tötet</em>, wie es ihm beliebt!</p>
<p>So sehr ich Dichter bin, bin ich doch kein Opfer von Täuschung, wie Sie glauben mögen, und wenn Sie mich allzu oft mit Ihren <em>preziösen</em> Tränenströmen ermüden, werde ich Sie wie das <em>Tierweib </em>behandeln oder Sie zum Fenster hinauswerfen wie eine leere Flasche.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Zum Verständnis der Pointe siehe die Fabel von La Fontaine, „Die Frösche, die einen König verlangen“:</em></p>
<p><a class="moz-txt-link-freetext" href="http://www.zeno.org/Literatur/M/La+Fontaine,+Jean+de/Versfabeln/Fabeln/Die+Fr%C3%B6sche,+die+einen+K%C3%B6nig+verlangen">http://www.zeno.org/Literatur/M/La+Fontaine,+Jean+de/Versfabeln/Fabeln/Die+Fr%C3%B6sche,+die+einen+K%C3%B6nig+verlangen</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, À une heure du matin</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Nov 2018 23:36:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire À une heure du matin Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Enfin ! seul ! On n’entend plus que le roulement de quelques fiacres attardés et éreintés. Pendant quelques heures, nous posséderons le silence, sinon le repos. Enfin ! la tyrannie de la face humaine a disparu, et je ne souffrirai plus que par moi-même. Enfin ! il m’est donc permis [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-une-heure-du-matin/">Charles Baudelaire, À une heure du matin</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: <em><em><em><em><i>Le Spleen de Paris</i> (Petits Poèmes en Prose)</em></em></em></em><br />
</em><strong><br />
</strong>Enfin ! seul ! On n’entend plus que le roulement de quelques fiacres attardés et éreintés. Pendant quelques heures, nous posséderons le silence, sinon le repos. Enfin ! la tyrannie de la face humaine a disparu, et je ne souffrirai plus que par moi-même.</p>
<p>Enfin ! il m’est donc permis de me délasser dans un bain de ténèbres ! D’abord, un double tour à la serrure. Il me semble que ce tour de clef augmentera ma solitude et fortifiera les barricades qui me séparent actuellement du monde.</p>
<p>Horrible vie ! Horrible ville ! Récapitulons la journée : avoir vu plusieurs hommes de lettres, dont l’un m’a demandé si l’on pouvait aller en Russie par voie de terre (il prenait sans doute la Russie pour une île) ; avoir disputé généreusement contre le directeur d’une revue, qui à chaque objection répondait : « — C’est ici le parti des honnêtes gens, » ce qui implique que tous les autres journaux sont rédigés par des coquins ; avoir salué une vingtaine de personnes, dont quinze me sont inconnues ; avoir distribué des poignées de main dans la même proportion, et cela sans avoir pris la précaution d’acheter des gants ; être monté pour tuer le temps, pendant une averse, chez une sauteuse qui m’a prié de lui dessiner un costume de <em>Vénustre ;</em> avoir fait ma cour à un directeur de théâtre, qui m’a dit en me congédiant : « — Vous feriez peut-être bien de vous adresser à Z… ; c’est le plus lourd, le plus sot et le plus célèbre de tous mes auteurs, avec lui vous pourriez peut-être aboutir à quelque chose. Voyez-le, et puis nous verrons ; » m’être vanté (pourquoi ?) de plusieurs vilaines actions que je n’ai jamais commises, et avoir lâchement nié quelques autres méfaits que j’ai accomplis avec joie, délit de fanfaronnade, crime de respect humain ; avoir refusé à un ami un service facile, et donné une recommandation écrite à un parfait drôle ; ouf ! est-ce bien fini ?</p>
<p>Mécontent de tous et mécontent de moi, je voudrais bien me racheter et m’enorgueillir un peu dans le silence et la solitude de la nuit. Âmes de ceux que j’ai aimés, âmes de ceux que j’ai chantés, fortifiez-moi, soutenez-moi, éloignez de moi le mensonge et les vapeurs corruptrices du monde, et vous, Seigneur mon Dieu ! accordez-moi la grâce de produire quelques beaux vers qui me prouvent à moi-même que je ne suis pas le dernier des hommes, que je ne suis pas inférieur à ceux que je méprise !</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ein Uhr in der Früh</strong></p>
<p>Endlich allein! Man hört nur noch das Gleiten einiger später und müder Wagen. Für einige Stunden gehört uns die Stille, zumindest die Ruhe. Endlich! Die Tyrannei des menschlichen Gesichts ist erloschen und ich leide nur noch an mir selbst.</p>
<p>Endlich ist es mir doch vergönnt, in eine Woge der Dunkelheiten unterzutauchen. Zuvor, den Schlüssel zweifach umgedreht. Mir scheint, dies Drehen des Schlüssels vergrößert meine Einsamkeit und befestigt die Barrikaden, die mich nun von der Welt abdichten.</p>
<p>Grauenhaftes Leben! Grauenhafte Stadt! Vergegenwärtigen wir uns den Tag: mehrere Gelehrte gesehen, von denen einer mich frug, ob man nach Rußland reisen könne (er hielt Rußland ohne Zweifel für eine Insel); reichlich gegen den Herausgeber einer Revue ausgeteilt, der auf jeden Einwand erwiderte: „Wir hier sind das Sprachrohr der anständigen Leute“, womit er meinte, daß alle anderen Zeitschriften von Schlawinern geleitet werden; rund zwanzig Leute gegrüßt, von denen mir fünfzehn unbekannt waren; im selben Verhältnis Leuten die Hand geschüttelt, und das ohne vorsichtshalber mich mit Handschuhen eingedeckt zu haben; um Zeit zu schinden während eines Regenschauers zu einer Seiltänzerin in die Mansarde gestiegen, die mich darum bat, ihr den Entwurf eines Kostüms der <em>Aphroliese</em> zu zeichnen; einem Theaterdirektor den Hof gemacht, der mich hinauskomplimentierte und dabei sagte: „Sie könnten sich vielleicht an Herrn Z. wenden; das ist der plumpste, dümmste und berühmteste all meiner Autoren, mit ihm kommen sie vielleicht auf einen grünen Zweig. Besuchen sie ihn, dann werden wir sehen“; mit einigen Gaunerstücken geprahlt (warum nur?), die ich nie verbrochen habe, und feige andere Untaten bestritten, die ich mit wahrer Freude begangen habe, frevelhafte Wichtigtuerei, verbrecherische Ehrenhaftigkeit; einem Freund eine geringfügige Hilfe verweigert und ein Empfehlungsschreiben für einen vollkommenen Witzbold verfaßt; uff, bin ich endlich durch?</p>
<p>Unzufrieden mit allen und unzufrieden mit mir selbst, möchte ich gern ein wenig Buße tun und ein wenig Stolz zurückgewinnen in der Stille und Einsamkeit der Nacht. Seelen jener, die ich geliebt habe, Seelen jener, die ich besungen habe, gebt mir Kraft, entfernt mich von der Lüge und den verderblichen Ausdünstungen der Welt, und Du, Herr mein Gott, gewähre mir die Gnade, ein paar schöne Verse zustandezubringen, die mir das Zeugnis ausstellen, nicht der letzte der Menschen zu sein, nicht niedriger zu sein als jene, die ich verachte!</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Le mauvais vitrier</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Nov 2018 18:21:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Le mauvais vitrier Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Il y a des natures purement contemplatives et tout à fait impropres à l’action, qui cependant, sous une impulsion mystérieuse et inconnue, agissent quelquefois avec une rapidité dont elles se seraient crues elles-mêmes incapables. Tel qui, craignant de trouver chez son concierge une nouvelle chagrinante, rôde [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-le-mauvais-vitrier/">Charles Baudelaire, Le mauvais vitrier</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: <em> <em><em><em><em><i>Le Spleen de Paris</i> (Petits Poèmes en Prose)</em></em></em></em></em><br />
</em></p>
<p>Il y a des natures purement contemplatives et tout à fait impropres à l’action, qui cependant, sous une impulsion mystérieuse et inconnue, agissent quelquefois avec une rapidité dont elles se seraient crues elles-mêmes incapables.</p>
<p>Tel qui, craignant de trouver chez son concierge une nouvelle chagrinante, rôde lâchement une heure devant sa porte sans oser rentrer, tel qui garde quinze jours une lettre sans la décacheter, ou ne se résigne qu’au bout de six mois à opérer une démarche nécessaire depuis un an, se sentent quelquefois brusquement précipités vers l’action par une force irrésistible, comme la flèche d’un arc. Le moraliste et le médecin, qui prétendent tout savoir, ne peuvent pas expliquer d’où vient si subitement une si folle énergie à ces âmes paresseuses et voluptueuses, et comment, incapables d’accomplir les choses les plus simples et les plus nécessaires, elles trouvent à une certaine minute un courage de luxe pour exécuter les actes les plus absurdes et souvent même les plus dangereux.</p>
<p>Un de mes amis, le plus inoffensif rêveur qui ait existé, a mis une fois le feu à une forêt pour voir, disait-il, si le feu prenait avec autant de facilité qu’on l’affirme généralement. Dix fois de suite, l’expérience manqua ; mais, à la onzième, elle réussit beaucoup trop bien.</p>
<p>Un autre allumera un cigare à côté d’un tonneau de poudre, <em>pour voir, pour savoir, pour tenter la destinée,</em> pour se contraindre lui-même à faire preuve d’énergie, pour faire le joueur, pour connaître les plaisirs de l’anxiété, pour rien, par caprice, par désœuvrement.</p>
<p>C’est une espèce d’énergie qui jaillit de l’ennui et de la rêverie ; et ceux en qui elle se manifeste si inopinément sont, en général, comme je l’ai dit, les plus indolents et les plus rêveurs des êtres.</p>
<p>Un autre, timide à ce point qu’il baisse les yeux même devant les regards des hommes, à ce point qu’il lui faut rassembler toute sa pauvre volonté pour entrer dans un café ou passer devant le bureau d’un théâtre, où les contrôleurs lui paraissent investis de la majesté de Minos, d’Éaque et de Rhadamanthe, sautera brusquement au cou d’un vieillard qui passe à côté de lui et l’embrassera avec enthousiasme devant la foule étonnée.</p>
<p>— Pourquoi ? Parce que… parce que cette physionomie lui était irrésistiblement sympathique ? Peut-être ; mais il est plus légitime de supposer que lui-même il ne sait pas pourquoi.</p>
<p>J’ai été plus d’une fois victime de ces crises et de ces élans, qui nous autorisent à croire que des Démons malicieux se glissent en nous et nous font accomplir, à notre insu, leurs plus absurdes volontés.</p>
<p>Un matin je m’étais levé maussade, triste, fatigué d’oisiveté, et poussé, me semblait-il, à faire quelque chose de grand, une action d’éclat ; et j’ouvris la fenêtre, hélas !</p>
<p>(Observez, je vous prie, que l’esprit de mystification qui, chez quelques personnes, n’est pas le résultat d’un travail ou d’une combinaison, mais d’une inspiration fortuite, participe beaucoup, ne fût-ce que par l’ardeur du désir, de cette humeur, hystérique selon les médecins, satanique selon ceux qui pensent un peu mieux que les médecins, qui nous pousse sans résistance vers une foule d’actions dangereuses ou inconvenantes.)</p>
<p>La première personne que j’aperçus dans la rue, ce fut un vitrier dont le cri perçant, discordant, monta jusqu’à moi à travers la lourde et sale atmosphère parisienne. Il me serait d’ailleurs impossible de dire pourquoi je fus pris à l’égard de ce pauvre homme d’une haine aussi soudaine que despotique.</p>
<p>« — Hé ! hé ! » et je lui criai de monter. Cependant je réfléchissais, non sans quelque gaieté, que, la chambre étant au sixième étage et l’escalier fort étroit, l’homme devait éprouver quelque peine à opérer son ascension et accrocher en maint endroit les angles de sa fragile marchandise.</p>
<p>Enfin il parut : j’examinai curieusement toutes ses vitres, et je lui dis : « — Comment ? vous n’avez pas de verres de couleur ? des verres roses, rouges, bleus, des vitres magiques, des vitres de paradis ? Impudent que vous êtes ! vous osez vous promener dans des quartiers pauvres, et vous n’avez pas même de vitres qui fassent voir la vie en beau ! » Et je le poussai vivement vers l’escalier, où il trébucha en grognant.</p>
<p>Je m’approchai du balcon et je me saisis d’un petit pot de fleurs, et quand l’homme reparut au débouché de la porte, je laissai tomber perpendiculairement mon engin de guerre sur le rebord postérieur de ses crochets ; et le choc le renversant, il acheva de briser sous son dos toute sa pauvre fortune ambulatoire qui rendit le bruit éclatant d’un palais de cristal crevé par la foudre.</p>
<p>Et, ivre de ma folie, je lui criai furieusement : « La vie en beau ! la vie en beau ! »</p>
<p>Ces plaisanteries nerveuses ne sont pas sans péril, et on peut souvent les payer cher. Mais qu’importe l’éternité de la damnation à qui a trouvé dans une seconde l’infini de la jouissance?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der stümperhafte Glaser<br />
</strong><br />
Es gibt rein kontemplative Charaktere, die zur Tat gänzlich ungeeignet sind und die doch unter einem geheimnisvollen und unbekannten Antrieb bisweilen mit einer Schnelligkeit zur Tat schreiten, die sie sich selbst nicht zugetraut hätten.</p>
<p>Solch ein Mensch, der in der Befürchtung, eine betrübliche Nachricht bei seinem Pförtner vorzufinden, eine geschlagene Stunde feige vor der Haustüre herumtrödelt, so einer, der einen Brief fünfzehn Tage ungeöffnet in der Schublade liegen läßt oder der sich erst nach sechs Monaten zu einem wichtigen Behördengang durchringt, der schon seit einem Jahr ansteht, sie stürzen sich bisweilen wie der Pfeil eines Bogens, von einer unwiderstehlichen Macht gestoßen, kopfüber ins kalte Wasser einer Tat. Der Moralist und der Mediziner, die alles zu wissen vorgeben, können nicht erklären, woraus der Trägheit und dem Wohlleben verfallene Seelen mit einemal eine solche irrwitzige Energie schöpfen und wieso sie, unfähig, die alltäglichsten und notwendigsten Dinge hinzubekommen, in einem bestimmten Augenblick einen Überschuß an Mut aufbringen, um ganz unglaubliche und oft sogar äußerst gefährliche Taten auszuführen.</p>
<p>Einer meiner Freunde, ein ganz und gar harmloser Träumer, hat einmal in einem Waldstück gezündelt, um, wie er sagte, zu sehen, ob das Feuer so leicht um sich greife, wie man allgemein behauptet. Zehnmal hintereinander scheiterte der Versuch, doch beim elften Mal war er nur allzu erfolgreich.</p>
<p>Ein anderer entzündete neben einem Pulverfaß eine Zigarre, <em>um zu sehen, zu wissen, um das Schicksal zu versuchen</em>, um sich auf Teufel komm raus seine Tatkraft unter Beweis zu stellen, um den Hasardeur zu mimen, um die Wonnen der Angst zu kosten, für nichts, aus einer Laune heraus, aus Schlendrian.</p>
<p>Dies ist eine Form der Willensstärke, die der Langeweile und der Traumseligkeit entspringt; und jene, an denen sie sich so unerwartet zeigt, sind, wie ich schon sagte, die trägsten und träumerischsten Naturen.</p>
<p>Ein anderer, schüchtern in einem Maße, daß er den Blick sogar vor den Passanten senkt, in dem Maße, daß er seinen ganzen armseligen Mut zusammenraffen muß, um in ein Café einzutreten oder am Dienstzimmer eines Theaters vorüberzugehen, dessen Kontrolleure ihm die majestätische Aura eines Minos, Ajakos und Rhadamanthys auszustrahlen scheinen, fällt plötzlich einem Greis, der an ihm vorbeistrich, um den Hals und umarmt ihn überschwänglich vor der verblüften Menge.</p>
<p>Weshalb? Weil … weil ihm sein Gesicht unwiderstehlich sympathisch war? Vielleicht. Aber plausibler ist die Annahme, daß er es selbst nicht weiß.</p>
<p>Ich war mehr als einmal Opfer jener Anfälle und Anflüge, die uns das Zeugnis in die Hand drücken, wonach bösartige Dämonen sich in uns einschleichen und uns gegen unseren Willen ihre widersinnigsten Absichten vollführen lassen.</p>
<p>Eines Morgens erhob ich mich mißmutig, trist, ausgelaugt vom Müßiggang, mit dem Antrieb, wie mir schien, etwas Außerordentliches auf die Beine zu stellen, etwas Spektakuläres; und ich machte, leider, das Fenster auf!</p>
<p>(Achten Sie bitte einmal darauf, daß der Geist der Mystifikation, der bei einigen nicht das Ergebnis gedanklicher Anstrengung oder Kombinationskunst, sondern einer zufälligen Eingebung darstellt, in hohem Maße, wenn nicht an der Glut der Begierde, an jener Stimmung teilhat, die von den Medizinern Hysterie, satanische Besessenheit aber von jenen genannt wird, die etwas tiefer dringen als die Ärzte, dieser Geist uns widerstandslos zu einer Unmenge von gefährlichen und unschicklichen Taten antreibt.)</p>
<p>Der erste Mensch, den ich auf der Straße bemerkte, war ein Glaser, dessen durchdringender, schriller Ruf durch die drückende und schmutzige Luft von Paris an mein Ohr drang. Ich könnte beim besten Willen nicht sagen, weshalb mich angesichts dieses armseligen Kerls ein solch unerwarteter und despotischer Haß ergriff.</p>
<p>„Heda, he!“, rief ich ihn herbei. Wobei ich nicht ohne ein gewisses Vergnügen daran dachte, wie der Mann, lag mein Zimmer doch im sechsten Stock und die Treppe war schmal, nur mit Mühe den Aufstieg bewältigen könnte und an etlichen Winkeln die Ecken seiner zerbrechlichen Ware verkanten müßte.</p>
<p>Endlich tauchte er auf. Ich begutachtete mit Interesse seine Gläser und sagte zu ihm: „Was, sie haben keine farbigen Gläser, rosa, rote, blaue Gläser, Zaubergläser, Paradiesesgläser? Sie unverschämter Mensch, Sie wagen es, durch die Armenviertel zu gehen, und haben nicht einmal Gläser, durch die man das Leben in Schönheit schauen kann?“ Und ich stieß ihn kräftig in Richtung Treppe, wo er murrend stolperte.</p>
<p>Ich ging zum Balkon und ergriff einen Blumentopf, und als der Mann am Toreingang erschien, ließ ich meine Rakete senkrecht auf den hinteren Rand seiner Halterung fallen. Vor Schreck stürzte er zu Boden und zerbrach auf seinem Rücken das dünne Vermögen seiner Wanderschaft, das mit einem Geklirr auseinanderstob, als habe der Blitz einen Palast aus Kristall zum Bersten gebracht.</p>
<p>Diese hysterischen Späße sind nicht ohne Gefahr, und oft kann man sie teuer bezahlen. Doch was schert den die Ewigkeit der Verdammnis, der für eine Sekunde die Unendlichkeit der Wonne gekostet hat?</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Le chien et le flacon</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Nov 2018 20:21:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Le chien et le flacon Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) « — Mon beau chien, mon bon chien, mon cher toutou, approchez et venez respirer un excellent parfum acheté chez le meilleur parfumeur de la ville. » Et le chien, en frétillant de la queue, ce qui est, je crois, chez ces pauvres êtres, le signe correspondant du [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-le-chien-et-le-flacon/">Charles Baudelaire, Le chien et le flacon</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: <em><em><em><em><em><em><i>Le Spleen de Paris</i> (Petits Poèmes en Prose)</em></em></em></em></em></em><br />
</em></p>
<p>« — Mon beau chien, mon bon chien, mon cher toutou, approchez et venez respirer un excellent parfum acheté chez le meilleur parfumeur de la ville. »</p>
<p>Et le chien, en frétillant de la queue, ce qui est, je crois, chez ces pauvres êtres, le signe correspondant du rire et du sourire, s’approche et pose curieusement son nez humide sur le flacon débouché ; puis, reculant soudainement avec effroi, il aboie contre moi en manière de reproche.</p>
<p>« — Ah ! misérable chien, si je vous avais offert un paquet d’excréments, vous l’auriez flairé avec délices et peut-être dévoré. Ainsi, vous-même, indigne compagnon de ma triste vie, vous ressemblez au public, à qui il ne faut jamais présenter des parfums délicats qui l’exaspèrent, mais des ordures soigneusement choisies. »</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der Hund und das Duftfläschchen</strong></p>
<p>„Feiner Hund, guter Hund, mein Hundelein, komm mal her und riech an diesem edlen Duft, bei der besten Parfümerie der Stadt hab ich ihn gekauft.“</p>
<p>Und der Hund wedelt mit dem Schwanz, was glaube ich bei diesen armen Kreaturen unserem Lachen und Lächeln entspricht, nähert sich und hält seine feuchte Schnauze über das geöffnete Fläschchen; doch er schrickt jäh zurück und bellt mich an, als mache er mir Vorwürfe.</p>
<p>„Ach, elender Hund, hätte ich dir eine Schachtel mit Exkrementen offeriert, hättest du mit Wonne daran herumgeschnuppert und sie vielleicht gefressen. So gleichst, unwürdiger Begleiter meines tristen Lebens, du also der Leserschaft, der man nie mit erlesenen Düften kommen darf, da rümpfen sie gleich die Nase, sondern mit Kehricht, zeilenweise hingestreut.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Le fou et la Vénus</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Nov 2018 17:25:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Le fou et la Vénus Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Quelle admirable journée ! Le vaste parc se pâme sous l’œil brûlant du soleil, comme la jeunesse sous la domination de l’Amour. L’extase universelle des choses ne s’exprime par aucun bruit ; les eaux elles-mêmes sont comme endormies. Bien différente des fêtes humaines, c’est ici une orgie silencieuse. [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-le-fou-et-la-venus/">Charles Baudelaire, Le fou et la Vénus</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: <em><em><em><em><em><em><em><i>Le Spleen de Paris</i> (Petits Poèmes en Prose)</em></em></em></em></em></em></em><br />
</em></p>
<p>Quelle admirable journée ! Le vaste parc se pâme sous l’œil brûlant du soleil, comme la jeunesse sous la domination de l’Amour.</p>
<p>L’extase universelle des choses ne s’exprime par aucun bruit ; les eaux elles-mêmes sont comme endormies. Bien différente des fêtes humaines, c’est ici une orgie silencieuse.</p>
<p>On dirait qu’une lumière toujours croissante fait de plus en plus étinceler les objets ; que les fleurs excitées brûlent du désir de rivaliser avec l’azur du ciel par l’énergie de leurs couleurs, et que la chaleur, rendant visibles les parfums, les fait monter vers l’astre comme des fumées.</p>
<p>Cependant, dans cette jouissance universelle, j’ai aperçu un être affligé.</p>
<p>Aux pieds d’une colossale Vénus, un de ces fous artificiels, un de ces bouffons volontaires chargés de faire rire les rois quand le Remords ou l’Ennui les obsède, affublé d’un costume éclatant et ridicule, coiffé de cornes et de sonnettes, tout ramassé contre le piédestal, lève des yeux pleins de larmes vers l’immortelle Déesse.</p>
<p>Et ses yeux disent : — « Je suis le dernier et le plus solitaire des humains, privé d’amour et d’amitié, et bien inférieur en cela au plus imparfait des animaux. Cependant je suis fait, moi aussi, pour comprendre et sentir l’immortelle Beauté ! Ah ! Déesse ! ayez pitié de ma tristesse et de mon délire ! »</p>
<p>Mais l’implacable Vénus regarde au loin je ne sais quoi avec ses yeux de marbre.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der Narr und die Venus<br />
</strong><br />
Was für ein prächtiger Tag! Der weite Park schmilzt hin unter dem flammenden Auge der Sonne, wie die Jugend unter Amors Herrschgewalt.</p>
<p>Die alles ergreifende Verzückung hat geräuschlos sich enthüllt; die Wasser, selbst sie, sind eingeschlummert. Anders als die Feste der Menschen ist dies ein Bacchanal ohne Lärm.</p>
<p>Es war, als ob ein unablässig wachsendes Licht die Dinge mehr und mehr zum Funkeln brachte; als ob die erregten Blüten von Verlangen brannten, das Blau des Himmels mit der Kraft ihrer Farben zu übertreffen, und als ob die Hitze, indem sie die Düfte sichtbar machte, sie wie Rauch zur Sonne steigen ließ.</p>
<p>Und doch habe ich in all dem Freudentaumel eine traurige Gestalt erblickt.</p>
<p>Zu Füßen einer kolossalen Venus preßte sich einer dieser falschen Narren an den Denkmalsockel, einer dieser Possenreißer, die sich, ausstaffiert mit einem lächerlichen Glimmerkostüm, von Hörnchen und Glöckchen übersät, freiwillig dazu hergaben, von Zerknirschung und innerer Leere heimgesuchte Könige zum Lachen zu bringen, und hob tränenfeuchte Augen zu der unsterblichen Göttin empor.</p>
<p>Seine Augen sprachen: „Ich bin der letzte und einsamste unter den Menschen, der Liebe beraubt und der Freundschaft, und darum niedriger als die unvollkommenste der Kreaturen. Dennoch bin ich, auch ich, dazu erschaffen, die unsterbliche Schönheit zu erfassen und zu empfinden. Ach, Göttin, erbarme dich meiner Traurigkeit und Narrheit!“</p>
<p>Doch die gnadenlose Venus blickte ich weiß nicht worauf in die Ferne mit ihren Marmoraugen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Chacun sa chimère</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Nov 2018 12:04:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Chacun sa chimère Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Sous un grand ciel gris, dans une grande plaine poudreuse, sans chemins, sans gazon, sans un chardon, sans une ortie, je rencontrai plusieurs hommes qui marchaient courbés. Chacun d’eux portait sur son dos une énorme Chimère, aussi lourde qu’un sac de farine ou de charbon, ou [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-chacun-sa-chimere/">Charles Baudelaire, Chacun sa chimère</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: <em><em><em><em><em><em><em><em><i>Le Spleen de Paris</i> (Petits Poèmes en Prose)</em></em></em></em></em></em></em></em><br />
</em></p>
<p>Sous un grand ciel gris, dans une grande plaine poudreuse, sans chemins, sans gazon, sans un chardon, sans une ortie, je rencontrai plusieurs hommes qui marchaient courbés.</p>
<p>Chacun d’eux portait sur son dos une énorme Chimère, aussi lourde qu’un sac de farine ou de charbon, ou le fourniment d’un fantassin romain.</p>
<p>Mais la monstrueuse bête n’était pas un poids inerte ; au contraire, elle enveloppait et opprimait l’homme de ses muscles élastiques et puissants ; elle s’agrafait avec ses deux vastes griffes à la poitrine de sa monture ; et sa tête fabuleuse surmontait le front de l’homme, comme un de ces casques horribles par lesquels les anciens guerriers espéraient ajouter à la terreur de l’ennemi.</p>
<p>Je questionnai l’un de ces hommes, et je lui demandai où ils allaient ainsi. Il me répondit qu’il n’en savait rien, ni lui, ni les autres ; mais qu’évidemment ils allaient quelque part, puisqu’ils étaient poussés par un invincible besoin de marcher.</p>
<p>Chose curieuse à noter : aucun de ces voyageurs n’avait l’air irrité contre la bête féroce suspendue à son cou et collée à son dos ; on eût dit qu’il la considérait comme faisant partie de lui-même. Tous ces visages fatigués et sérieux ne témoignaient d’aucun désespoir ; sous la coupole spleenétique du ciel, les pieds plongés dans la poussière d’un sol aussi désolé que ce ciel, ils cheminaient avec la physionomie résignée de ceux qui sont condamnés à espérer toujours.</p>
<p>Et le cortége passa à côté de moi et s’enfonça dans l’atmosphère de l’horizon, à l’endroit où la surface arrondie de la planète se dérobe à la curiosité du regard humain.</p>
<p>Et pendant quelques instants je m’obstinai à vouloir comprendre ce mystère ; mais bientôt l’irrésistible Indifférence s’abattit sur moi, et j’en fus plus lourdement accablé qu’ils ne l’étaient eux-mêmes par leurs écrasantes Chimères.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Jedem seine Chimäre</strong></p>
<p>Unter einem großen grauen Himmel, in einer großen staubigen Ebene, ohne Pfade, ohne Rasen, ohne eine Distel, ohne eine Nessel, begegneten mir mehrere Menschen, die gebückt einherschritten.</p>
<p>Jeder trug auf seinem Rücken eine ungeheure Chimäre, schwer wie ein Sack mit Mehl oder Kohlen oder das Gepäck eines römischen Infanteristen.</p>
<p>Doch das monströse Tier war keine träge Last; im Gegenteil, es umwickelte und presste den Menschen mit seinen biegsamen und kraftvollen Muskeln; es klammerte sich mit seinen zwei riesigen Krallen um die Brust seines Trägers; und sein Fabeltier-Kopf schob sich vor die Stirn des Menschen wie einer der furchterregenden Helme, womit die alten Krieger dem Schrecken des Feindes noch eins draufzusetzen hofften.</p>
<p>Ich nahm mir eine der Herrschaften zur Brust und frug ihn, wohin sie denn auf diese Weise marschierten. Er antwortete mir, er habe keine Ahnung, weder er noch die anderen; klar sei nur, daß sie irgendwohin unterwegs seien, weil ein unbezwinglicher Drang sie vorwärtstreibe.</p>
<p>Es war schon verblüffend zu gewahren, daß keiner der Reisenden auch nur den Schatten einer Verstörung auf dem Gesicht trug, und hing ihnen doch das wilde Biest im Nacken, klebte ihnen am Rücken; als erachteten sie es als natürlichen Teil ihrer selbst. All diese müden und ernsten Gesichter zeigten keine Spur von Verzweiflung; unter der Schwermut-Kuppel des Himmels gingen sie, die Füße in den Staub einer Erde getaucht, die ebenso trostlos war wie der Himmel, ihres Weges, und ihre Mienen spiegelten die Ergebenheit derer, die verdammt sind, ohne Unterlaß zu hoffen.</p>
<p>Das Gefolge glitt an mir vorbei und tauchte in den Dunst des Horizonts, dorthin, wo sich die gewölbte Oberfläche des Planeten der Neugierde des menschlichen Blickes entzieht.</p>
<p>Und während einiger Augenblicke suchte ich verbissen hinter dieses Geheimnis zu kommen; doch alsbald stürzte sich die unwiderstehliche Gleichgültigkeit auf mich herab, und ich war mit ihr schwerer beladen als jene mit ihren niederdrückenden Chimären.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, La chambre double</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-la-chambre-double/</link>
		<comments>http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-la-chambre-double/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Nov 2018 23:11:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire La chambre double Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Une chambre qui ressemble à une rêverie, une chambre véritablement spirituelle, où l’atmosphère stagnante est légèrement teintée de rose et de bleu. L’âme y prend un bain de paresse, aromatisé par le regret et le désir. — C’est quelque chose de crépusculaire, de bleuâtre et de [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-la-chambre-double/">Charles Baudelaire, La chambre double</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: <em><em><em><em><em><em><em><em><em><i>Le Spleen de Paris</i> (Petits Poèmes en Prose)</em></em></em></em></em></em></em></em></em><br />
</em><strong><br />
</strong>Une chambre qui ressemble à une rêverie, une chambre véritablement <em>spirituelle,</em> où l’atmosphère stagnante est légèrement teintée de rose et de bleu.</p>
<p>L’âme y prend un bain de paresse, aromatisé par le regret et le désir. — C’est quelque chose de crépusculaire, de bleuâtre et de rosâtre ; un rêve de volupté pendant une éclipse.</p>
<p>Les meubles ont des formes allongées, prostrées, alanguies. Les meubles ont l’air de rêver ; on les dirait doués d’une vie somnambulique, comme le végétal et le minéral. Les étoffes parlent une langue muette, comme les fleurs, comme les ciels, comme les soleils couchants.</p>
<p>Sur les murs nulle abomination artistique. Relativement au rêve pur, à l’impression non analysée, l’art défini, l’art positif est un blasphème. Ici, tout a la suffisante clarté et la délicieuse obscurité de l’harmonie.</p>
<p>Une senteur infinitésimale du choix le plus exquis, à laquelle se mêle une très-légère humidité, nage dans cette atmosphère, où l’esprit sommeillant est bercé par des sensations de serre-chaude.</p>
<p>La mousseline pleut abondamment devant les fenêtres et devant le lit ; elle s’épanche en cascades neigeuses. Sur ce lit est couchée l’Idole, la souveraine des rêves. Mais comment est-elle ici ? Qui l’a amenée ? quel pouvoir magique l’a installée sur ce trône de rêverie et de volupté ? Qu’importe ? la voilà ! je la reconnais.</p>
<p>Voilà bien ces yeux dont la flamme traverse le crépuscule ; ces subtiles et terribles <em>mirettes,</em> que je reconnais à leur effrayante malice ! Elles attirent, elles subjuguent, elles dévorent le regard de l’imprudent qui les contemple. Je les ai souvent étudiées, ces étoiles noires qui commandent la curiosité et l’admiration.</p>
<p>À quel démon bienveillant dois-je d’être ainsi entouré de mystère, de silence, de paix et de parfums ? Ô béatitude ! ce que nous nommons généralement la vie, même dans son expansion la plus heureuse, n’a rien de commun avec cette vie suprême dont j’ai maintenant connaissance et que je savoure minute par minute, seconde par seconde !</p>
<p>Non ! il n’est plus de minutes, il n’est plus de secondes ! Le temps a disparu ; c’est l’Éternité qui règne, une éternité de délices !</p>
<p>Mais un coup terrible, lourd, a retenti à la porte, et, comme dans les rêves infernaux, il m’a semblé que je recevais un coup de pioche dans l’estomac.</p>
<p>Et puis un Spectre est entré. C’est un huissier qui vient me torturer au nom de la loi ; une infâme concubine qui vient crier misère et ajouter les trivialités de sa vie aux douleurs de la mienne ; ou bien le saute-ruisseau d’un directeur de journal qui réclame la suite du manuscrit.</p>
<p>La chambre paradisiaque, l’idole, la souveraine des rêves, la <em>Sylphide,</em> comme disait le grand René, toute cette magie a disparu au coup brutal frappé par le Spectre.</p>
<p>Horreur ! je me souviens ! je me souviens ! Oui ! ce taudis, ce séjour de l’éternel ennui, est bien le mien. Voici les meubles sots, poudreux, écornés ; la cheminée sans flamme et sans braise, souillée de crachats ; les tristes fenêtres où la pluie a tracé des sillons dans la poussière ; les manuscrits, raturés ou incomplets ; l’almanach où le crayon a marqué les dates sinistres !</p>
<p>Et ce parfum d’un autre monde, dont je m’enivrais avec une sensibilité perfectionnée, hélas ! il est remplacé par une fétide odeur de tabac mêlée à je ne sais quelle nauséabonde moisissure. On respire ici maintenant le ranci de la désolation.</p>
<p>Dans ce monde étroit, mais si plein de dégoût, un seul objet connu me sourit : la fiole de laudanum ; une vieille et terrible amie ; comme toutes les amies, hélas ! féconde en caresses et en traîtrises.</p>
<p>Oh ! oui ! Le Temps a reparu ; Le Temps règne en souverain maintenant ; et avec le hideux vieillard est revenu tout son démoniaque cortége de Souvenirs, de Regrets, de Spasmes, de Peurs, d’Angoisses, de Cauchemars, de Colères et de Névroses.</p>
<p>Je vous assure que les secondes maintenant sont fortement et solennellement accentuées, et chacune, en jaillissant de la pendule, dit : — « Je suis la Vie, l’insupportable, l’implacable Vie ! »</p>
<p>Il n’y a qu’une Seconde dans la vie humaine qui ait mission d’annoncer une bonne nouvelle, la <em>bonne nouvelle</em> qui cause à chacun une inexplicable peur.</p>
<p>Oui ! le Temps règne ; il a repris sa brutale dictature. Et il me pousse, comme si j’étais un bœuf, avec son double aiguillon. — « Et hue donc ! bourrique ! Sue donc, esclave ! Vis donc, damné ! »</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zweimal ein Zimmer<br />
</strong><br />
Ein Zimmer, das einem Traume gleicht, ein wahrhaft geistiges Zimmer, in dem die Lufthülle dicht und leicht rosig und blau getönt ist.</p>
<p>Die Seele taucht dort in ein träges Wasser, getränkt mit dem Balsam von Wehmut und Sehnsucht. – Es ist da etwas Abendrötliches, grau Blauendes, etwas Rosendämmriges; die Sonne verfinstert sich und die Wollust träumt.</p>
<p>Die Möbel sehen aus, als hätten sie sich gedehnt und ermattet hingestreckt. Die Möbel schauen drein, als träumten sie; man könnte ihnen ein schlafwandlerisches Dasein zusprechen, gleich den Pflanzen und Mineralien. Die Tücher reden eine stumme Sprache wie die Blumen, die Firmamente, die Abendsonnen.</p>
<p>Keine Kunstgräuel an den Wänden. Gegenüber dem reinen Traum, dem unzergliederten Eindruck ist die umgrenzte Kunst, die Wirklichkeitskunst, Gotteslästerung. Hier hat alles die sich selbst genügende Klarheit und köstliche Dunkelheit der Harmonie.</p>
<p>Ein Wohlgeruch, von der erlesensten Wahl an der Grenze des Empfindbaren, dem ein gewichtlosen Etwas von Feuchte beigemischt ist, durchflutet diese Luft, worin der träumende Geist von den Wallungen der Treibhaus-Wärme gewiegt wird.</p>
<p>Der Musselin regnet seine Schauer vor dem Fenster, vor dem Bett; er ergießt sich in schneeigen Kaskaden. Auf diesem Bett lagert das Idol, die Herrin der Träume. Doch wieso ist sie hier? Wer hat sie hergeleitet? Welche magische Macht hat sie auf diesen Thron des Traumes und der Wollust gesetzt? Wen kümmert es? Da ist sie, und ich erkenne sie wieder.</p>
<p>Da sind diese Augen, deren Feuer durch die Abenddämmerung fließt; jene feinen und schrecklichen kleinen Spiegel, die ich an ihrer furchteinfunkelnden Bosheit erkenne! Sie betören, sie unterjochen, sie verschlingen den Blick des Toren, der sich in sie versenkt. Ich habe sie oft studiert, diese schwarzen Sterne, die Neugier und Bewunderung heischen.</p>
<p>Welchem gütigen Dämon verdanke ich es, auf solche Weise von Geheimnis, von Stille, von Frieden und Wohlgerüchen umgeben zu sein? O Seligkeit! Was wir gewöhnlich Leben nennen, hat selbst in seiner glücklichsten Weiterung nichts gemein mit dieser höchsten Form des Daseins, von der ich nunmehr weiß und die ich Minute für Minute koste, Sekunde für Sekunde!</p>
<p>Nein! Es gibt keine Minuten mehr, keine Sekunden! Die Zeit ist ausgelöscht; Ewigkeit ist, die herrscht, eine Ewigkeit der Wonnen!</p>
<p>Doch ein fürchterlicher, dumpfer Schlag hallte von der Tür, und wie in Höllenträumen kam es mir so vor, als erhielte ich den Hieb einer Hacke in den Magen.</p>
<p>Dann ist ein Gespenst eingetreten. Es ist ein Scherge, drauf und dran, mich im Namen des Gesetzes zu foltern; eine niederträchtige Konkubine, Zeter und Mordio zu schreien und die Trivialitäten ihres Lebens den Schmerzen des meinen unterzujubeln; oder gar der Laufbursche eines Zeitungsdirektors, der einen Artikel einfordert.</p>
<p>Das paradiesische Zimmer, das Idol, die Herrin der Träume, die <em>Sylphide</em>, wie sie der große Renè genannt, all diese Magie hat sich mit dem brutalen Schlag des Gespenstes in Luft aufgelöst.</p>
<p>Welches Grauen! Ich erinnere mich! Ich erinnere mich! Ja, diese Bruchbude, diese Wohnung des immerwährenden Lebensekels, es ist die meine. Da stehen die Möbelstücke, dumm, staubig, verkratzt; der Kamin ohne Flamme und Glut, besudelt von Spucke; die trüben Fenster mit den Schlieren, die der Regen in den Staub gefurcht; die Manuskripte, durchgestrichen oder unvollendet; der Kalender, wo der Bleistift Unheilstage angekreuzt hat!</p>
<p>Und jenen Duft aus einer anderen Welt, von dem ich bis in die innerste Faser berückt ward, hat, ach, ein Gestank verdrängt, ein Gemisch aus Tabaksqualm und irgendeinem eklen Modermuff. Hier riecht es ranzig nach Verzweiflung.</p>
<p>In dieser engen Welt, doch so voller Ekel, lächelt mir nur ein vertrautes Ding: das Fläschchen mit dem Opium; eine alte und schreckliche Geliebte; wie alle Geliebten, leider, verschwenderisch an Zärtlichkeit und Tücke.</p>
<p>O ja, die Zeit hat mich wieder; die Zeit herrscht nun als Souverän; und mit der abscheulichen Greisin ist ihr ganzes dämonisches Gefolge aufmarschiert, Erinnerungen, Sehnsüchte, Krämpfe, Ängste, Beklemmungen, Albträume, cholerische und hysterische Anfälle.</p>
<p>Glaubt mir, die Sekunden tragen nun einen harten und feierlichen Akzent, und eine jede springt vom Pendel der Uhr und sagt: „Ich bin das Leben, das unerträgliche, das erbarmungslose Leben!“</p>
<p>Es gibt nur eine Sekunde im menschlichen Leben, die gesandt ist, die frohe Botschaft zu künden, die <em>frohe Botschaft</em>, die einem jeden eine unerklärliche Angst einjagt.</p>
<p>Ja, die Zeit herrscht; sie hat ihre brutale Diktatur wieder an sich gerissen. Und sie stößt mich, als wäre ich ein Rind, mit ihrem Doppel-Stachel. – „Hüh, Esel! Los, Sklave, schwitze! Lebe hin, Verdammter!“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Un Plaisant</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-un-plaisant/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Nov 2018 14:25:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Un Plaisant Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) C’était l’explosion du nouvel an : chaos de boue et de neige, traversé de mille carrosses, étincelant de joujoux et de bonbons, grouillant de cupidités et de désespoirs, délire officiel d’une grande ville fait pour troubler le cerveau du solitaire le plus fort. Au milieu de ce [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-un-plaisant/">Charles Baudelaire, Un Plaisant</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: <em><em><em><em><em><em><em><em><em><em><i>Le Spleen de Paris</i> (Petits Poèmes en Prose)</em></em></em></em></em></em></em></em></em></em><br />
</em><strong><br />
</strong>C’était l’explosion du nouvel an : chaos de boue et de neige, traversé de mille carrosses, étincelant de joujoux et de bonbons, grouillant de cupidités et de désespoirs, délire officiel d’une grande ville fait pour troubler le cerveau du solitaire le plus fort.</p>
<p>Au milieu de ce tohu-bohu et de ce vacarme, un âne trottait vivement, harcelé par un malotru armé d’un fouet.</p>
<p>Comme l’âne allait tourner l’angle d’un trottoir, un beau monsieur ganté, verni, cruellement cravaté et emprisonné dans des habits tout neufs, s’inclina cérémonieusement devant l’humble bête, et lui dit, en ôtant son chapeau : « Je vous la souhaite bonne et heureuse ! » puis se retourna vers je ne sais quels camarades avec un air de fatuité, comme pour les prier d’ajouter leur approbation à son contentement.</p>
<p>L’âne ne vit pas ce beau plaisant, et continua de courir avec zèle où l’appelait son devoir.</p>
<p>Pour moi, je fus pris subitement d’une incommensurable rage contre ce magnifique imbécile, qui me parut concentrer en lui tout l’esprit de la France.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ein Spaßvogel<br />
</strong><br />
So sah sie aus, die Explosion des neuen Jahrs: Chaos von Schlamm und Schnee, durchkreuzt von tausend Wagen, funkelnd von Tand und Bonbons, wimmelnd von Begehrlichkeit und Verzweiflung, verordnetes Delirium einer großen Stadt, um auch das stärkste Hirn des Einzelgängers in Verwirrung zu stürzen.</p>
<p>Mitten in diesem Tohuwabohu und Heidenlärm trottete munter ein Esel daher, und ein Rüpel setzte ihm mit der Peitsche zu.</p>
<p>Wie der Esel eben um die Ecke bog, machte ein Schönling mit Handschuhen und in Lackstiefeln, halb erwürgt von der Krawatte und eingezwängt in seinen neuen Frack, eine steif-gezierte Verbeugung vor dem demütigen Tier, und seinen Hut ziehend redete er es an: „Ich wünsche Ihnen ein gutes und glückliches neues Jahr!“ Dann drehte er sich mit einer blasierten Miene zu irgendwelchen Kumpanen um, als heische er ihr Placet, um seiner Selbstgefälligkeit die Krone aufzusetzen.</p>
<p>Der Esel merkte nicht auf diesen piekfeinen Spaßvogel und zog weiter seines Wegs, wohin die Pflicht ihn rief.</p>
<p>Was mich anging, mich packte eine grenzenlose Wut gegen diesen großspurigen Schwachkopf, der mir den ganzen Geist Frankreichs zu verkörpern schien.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Le confiteor de l’artiste</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Nov 2018 14:20:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Le confiteor de l’artiste Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) Que les fins de journées d’automne sont pénétrantes ! Ah ! pénétrantes jusqu’à la douleur ! car il est de certaines sensations délicieuses dont le vague n’exclut pas l’intensité ; et il n’est pas de pointe plus acérée que celle de l’Infini. Grand délice que celui de noyer son regard [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-le-confiteor-de-lartiste/">Charles Baudelaire, Le confiteor de l’artiste</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: <em><em><em><em><em><em><em><em><em><em><em><i>Le Spleen de Paris</i> (Petits Poèmes en Prose)</em></em></em></em></em></em></em></em></em></em></em><br />
</em></p>
<p>Que les fins de journées d’automne sont pénétrantes ! Ah ! pénétrantes jusqu’à la douleur ! car il est de certaines sensations délicieuses dont le vague n’exclut pas l’intensité ; et il n’est pas de pointe plus acérée que celle de l’Infini.</p>
<p>Grand délice que celui de noyer son regard dans l’immensité du ciel et de la mer ! Solitude, silence, incomparable chasteté de l’azur ! une petite voile frissonnante à l’horizon, et qui par sa petitesse et son isolement imite mon irrémédiable existence, mélodie monotone de la houle, toutes ces choses pensent par moi, ou je pense par elles (car dans la grandeur de la rêverie, le <em>moi</em> se perd vite !) ; elles pensent, dis-je, mais musicalement et pittoresquement, sans arguties, sans syllogismes, sans déductions.</p>
<p>Toutefois, ces pensées, qu’elles sortent de moi ou s’élancent des choses, deviennent bientôt trop intenses. L’énergie dans la volupté crée un malaise et une souffrance positive. Mes nerfs trop tendus ne donnent plus que des vibrations criardes et douloureuses.</p>
<p>Et maintenant la profondeur du ciel me consterne ; sa limpidité m’exaspère. L’insensibilité de la mer, l’immuabilité du spectacle, me révoltent… Ah ! faut-il éternellement souffrir, ou fuir éternellement le beau ? Nature, enchanteresse sans pitié, rivale toujours victorieuse, laisse-moi ! Cesse de tenter mes désirs et mon orgueil ! L’étude du beau est un duel où l’artiste crie de frayeur avant d’être vaincu.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das Glaubensbekenntnis des Künstlers<br />
</strong><br />
Wie tief gehen die Abende im Herbst! Ach, tief bis zum Schmerz! Birgt er ja gewisse köstliche Empfindungen, und sind sie auch verschwommen, so nicht weniger spürbar, wenn auch gewiß nicht schärfer als die Empfindung des Unendlichen.</p>
<p>Tiefe Wonne, wie jene, den Blick in die ungeheure Weite des Himmels und des Meers zu senken! Einsamkeit, Schweigen, unvergleichliche Keuschheit der Himmelsbläue! Ein kleines Segel, das unterm Horizont erzittert, in seiner Winzigkeit und Verlorenheit Bildnis meines unrettbaren Daseins, eintöniges Lied der Brandung, all diese Dinge denken durch mich oder ich denke durch sie (in der Weite des Traumbewußtseins verliert das Ich sich schnell!); sie, sage ich, denken, doch in der Weise der Musik, der Malerei, ohne Haarspaltereien, ohne Syllogismen, ohne Deduktionen.</p>
<p>Ob sie nun mir entstammen oder aus den Dingen kommen, diese Gedanken werden doch bald allzu heftig. Die Kraft der Lust erschafft sich weiche Not und süßes Leid. Meine allzu gespannten Nerven reichen nur ein Beben weiter, das schrillt und schmerzt.</p>
<p>Nun macht der Abgrund des Himmels mich bestürzt; seine Klarheit erbittert mich. Die Fühllosigkeit des Meeres, die Monotonie des Schauspiels, sie empören mich … Ach, gilt ewig es zu leiden, ewig das Schöne zu fliehen? Natur, Sirene ohne Mitleid, immer siegreiche Widersacherin, laß ab von mir! Laß ab davon, meine Begierde zu kitzeln und meinen Stolz! Das Spiel mit dem Schönen ist ein Zweikampf, bei dem der Künstler aufschreit vor Schrecken, bevor er niederstürzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, Le Désespoir de la vieille</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-le-desespoir-de-la-vieille/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Nov 2018 23:32:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire Le Désespoir de la vieille Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) La petite vieille ratatinée se sentit toute réjouie en voyant ce joli enfant à qui chacun faisait fête, à qui tout le monde voulait plaire ; ce joli être, si fragile, comme elle, la petite vieille, et, comme elle aussi, sans dents et sans cheveux. Et elle [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-le-desespoir-de-la-vieille/">Charles Baudelaire, Le Désespoir de la vieille</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: <em><em><em><em><em><em><em><em><em><em><em><em><i>Le Spleen de Paris</i> (Petits Poèmes en Prose)</em></em></em></em></em></em></em></em></em></em></em></em><br />
</em></p>
<p>La petite vieille ratatinée se sentit toute réjouie en voyant ce joli enfant à qui chacun faisait fête, à qui tout le monde voulait plaire ; ce joli être, si fragile, comme elle, la petite vieille, et, comme elle aussi, sans dents et sans cheveux.</p>
<p>Et elle s&#8217;approcha de lui, voulant lui faire des risettes et des mines agréables.</p>
<p>Mais l&#8217;enfant épouvanté se débattait sous les caresses de la bonne femme décrépite, et remplissait la maison de ses glapissements.</p>
<p>Alors la bonne vieille se retira dans sa solitude éternelle, et elle pleurait dans un coin, se disant: &#8212; « Ah ! pour nous, malheureuses vieilles femelles, l&#8217;âge est passé de plaire, même aux innocents ; et nous faisons horreur aux petits enfants que nous voulons aimer !».</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Verzweiflung der alten Frau<br />
</strong><br />
Das runzlige alte Weib war ganz von Heiterkeit erfüllt beim Anblick des hübschen Kinds, an dem ein jeder Gefallen fand, dem ein jeder gefallen wollte; dies hübsche Ding, so zerbrechlich, wie sie selbst, die kleine Alte, und zahnlos genau wie sie und ohne Haare.</p>
<p>Und sie beugte sich über es, ihm ihr Lächeln zu zeigen, ihr Lachgesicht.</p>
<p>Doch das Kind erschrak und fing zu strampeln an unter den Liebkosungen des verschrumpelten Weibs, und im ganzen Haus erscholl sein Gezeter.</p>
<p>Da verkroch sich die Alte in ihre grenzenlose Einsamkeit, und sie weinte in ihrem Winkel und sprach vor sich hin: „Weh uns unglücklichen, alten Frauen, wir gefallen keinem mehr, nicht einmal den unschuldigen Kindern, ein Grauen packt die Kleinen, denen wir unsere Liebe schenken wollen!“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Charles Baudelaire, L’Étranger</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Nov 2018 23:27:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Baudelaire L’Étranger Der Fremde Übersetzung deutsch Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose)]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Aus: Le Spleen de Paris (Petits Poèmes en Prose) — Qui aimes-tu le mieux, homme énigmatique, dis ? ton père, ta mère, ta sœur ou ton frère ? — Je n’ai ni père, ni mère, ni sœur, ni frère. — Tes amis ? — Vous vous servez là d’une parole dont le sens m’est resté jusqu’à ce jour [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/charles-baudelaire-letranger/">Charles Baudelaire, L’Étranger</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aus: <em><em><em><em><em><em><em><em><em><em><em><em><em><i>Le Spleen de Paris</i> (Petits Poèmes en Prose)</em></em></em></em></em></em></em></em></em></em></em></em></em></em></p>
<p>— Qui aimes-tu le mieux, homme énigmatique, dis ? ton père, ta mère, ta sœur ou ton frère ?</p>
<p>— Je n’ai ni père, ni mère, ni sœur, ni frère.</p>
<p>— Tes amis ?</p>
<p>— Vous vous servez là d’une parole dont le sens m’est resté jusqu’à ce jour inconnu.</p>
<p>— Ta patrie ?</p>
<p>— J’ignore sous quelle latitude elle est située.</p>
<p>— La beauté ?</p>
<p>— Je l’aimerais volontiers, déesse et immortelle.</p>
<p>— L’or ?</p>
<p>— Je le hais comme vous haïssez Dieu.</p>
<p>— Eh ! qu’aimes-tu donc, extraordinaire étranger ?</p>
<p>— J’aime les nuages… les nuages qui passent… là-bas… les merveilleux nuages !</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der Fremde</strong></p>
<p>„Wen liebst du am meisten, rätselhafter Mann, sag? Deinen Vater, deine Mutter, deine Schwester oder deinen Bruder?“</p>
<p>„Hab Vater nicht noch Mutter, weder Schwester noch Bruder.“</p>
<p>„Deine Freunde?“</p>
<p>„Du sagst da ein Wort, dessen Sinn mir zeitlebens nicht aufging.“</p>
<p>„Dein Heimatland?“</p>
<p>„Auf welchem Breitengrade das liegt, weiß ich nicht.“</p>
<p>„Die Schönheit?“</p>
<p>„Ich liebte sie wohl sehr, wär Göttin sie und ohne Tod.“</p>
<p>„Das Gold?“</p>
<p>„Ich hasse es, wie du Gott hassest.“</p>
<p>„Was liebst du denn nun, seltsamer Fremdling?“</p>
<p>„Die Wolken liebe ich … die Wolken, die dahinziehen … dahin … die wunderbaren Wolken!“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Schlummert ein, ihr matten Augen</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Nov 2018 14:17:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Schlummert ein ihr matten Augen Gedichte in Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>In der dämmerigen, kühlen Katakombe, in der vor dem Altar aus wuchtigen, grob gehauenen Steinen nur die große, einsame Kerze Licht spendet, verhalten wir den Schritt und dämpfen die Stimme, und ihr Hauch wird flüchtiger Dunst. * Welche Stille, dunkelblaues Tuch, vom Wind der Dämmerung leicht gebläht, breitet sich über die Gedichte des alten Meisters. [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/schlummert-ein-ihr-matten-augen/">Schlummert ein, ihr matten Augen</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In der dämmerigen, kühlen Katakombe, in der vor dem Altar aus wuchtigen, grob gehauenen Steinen nur die große, einsame Kerze Licht spendet, verhalten wir den Schritt und dämpfen die Stimme, und ihr Hauch wird flüchtiger Dunst.</p>
<p>*</p>
<p>Welche Stille, dunkelblaues Tuch, vom Wind der Dämmerung leicht gebläht, breitet sich über die Gedichte des alten Meisters.</p>
<p>*</p>
<p>Nachts, das Schimmern ferner Fenster in schneebedeckten Hütten, in denen Menschen singen, flüstern, sich küssen, schlafen, zu denen du, unterwegs auf verschneiten Pfaden, nicht mehr findest.</p>
<p>*</p>
<p>Schmerz der Erleuchtung, Stern über blauer Winternacht.</p>
<p>*</p>
<p>Rings das ungeheure Kreisen des Lichts um die schwarze Rose, in dir aus dem schwarzen Brunnen das unverständliche Rauschen.</p>
<p>*</p>
<p>Kelch des Engels, schwebend gehalten unter die Wunde, Kelch, gefüllt vom einzig lebendigen Wort.</p>
<p>*</p>
<p>Kind, das die gelben Blätter der Linde, des Ahorns, der Buche vom Boden aufrafft und zum Drei-Blatt der Liebe fächert.</p>
<p>*</p>
<p>Schnörkel des Verses, Gitter vor dem Blau des stummen Himmels.</p>
<p>*</p>
<p>Lied, Taschentuch, das aus dem Fenster winkt.</p>
<p>*</p>
<p>Das leise Knistern der dürren Gräser im Schnee, kaum noch Durst, kaum noch Klage.</p>
<p>*</p>
<p>Das Hoffen der Frommen, und die Arme, es zu halten, knicken ein wie blutleere Zweige.</p>
<p>*</p>
<p>Die Schatten wandern über den Sand, der Wind spielt mit dem Sand, bis er müde wird, müde der Wind, müde der Sand, die Schatten wandern.</p>
<p>*</p>
<p>Wenn das Dunkel mit Blütenblättern später Rosen niederschwebt, wenn das Dunkel sanfter glimmt mit Tropfen, die von Veilchenwangen rinnen, schlummert ein, ihr matten Augen.</p>
<p>*</p>
<p>Der Schein der Kerze knistert von Schatten.</p>
<p>*</p>
<p>Lippen zur Unschuld salben mit eines Verses zartem Finger.</p>
<p>*</p>
<p>Das Eichhorn huscht und sammelt seine Nüsse und weiß von keinem letzten Schnee.</p>
<p>*</p>
<p>Wenn wir kaum noch flüstern im Kerzenschimmer des hohen Doms, wenn wir verstummen, mag das Schweigen uns ins heilige Dunkel heben.</p>
<p>*</p>
<p>Erst ist es das Wogen des Atems, des Bluts, dann ist es der Rhythmus des Lieds, endlich das Wogen der Stille.</p>
<p>*</p>
<p>Die Taube hat sich auf dem Zweig vor deinem Fenster niedergelassen. Frag nicht, wieso diese Taube, warum zu dieser Stunde auf diesem Zweig. Frag nicht, wieso du dort sitzt, warum zu dieser Stunde in diesem Zimmer.</p>
<p>*</p>
<p>Gezählte Stunden. Ist noch eine, die vom Grund des blechernen Haufens golden heraufglänzt?</p>
<p>*</p>
<p>Wie zwischen schillernden Seifenblasen, die aneinander schweben, ist zwischen den Worten, den Seufzern, den Küssen ein unendlich leerer Raum.</p>
<p>*</p>
<p>Hündchen, legt sich auf die Füße des schlaflosen Dichters.</p>
<p>*</p>
<p>Strahl, der über das Polster des Schnees streift und es rötet, als würde es leise, leise tönen.</p>
<p>*</p>
<p>Die Kleine, läuft mit ihrem blauen Plastikeimerchen und der kleinen Schaufel zu den Spielkameraden, und ist kein Zweifel, daß der Sand warm und die Kinder freundlich sind.</p>
<p>*</p>
<p>Der stinkende, von Schwären verunstaltete Bettler, und singt wie die Sirene schön, wenn der stille Mond herableuchtet, sie haben ihn in einen alten Turm gesperrt, der oben gleich einem Brunnen offen ist, und so hockt er in der Tiefe und blickt in das blaue Loch und singt, und sie sitzen in der warmen Luft der Sommernacht rings um den Turm und lauschen, wenn der Mond in sein Inneres leuchtet.</p>
<p>*</p>
<p>Das tränenhelle Auge, das dich gläubig anschaut, die kleine Hand, die sich um deine schlingt, der trockne Mund, der um den Becher eines wahren Wortes bettelt – könnte das der Seele taugen?</p>
<p>*</p>
<p>Dort, wo an Dämmers Ufern Schilfe zittern, Lampions weißer Blüten auf den Wassern schweben, wo ein Herz, die blaue Knospe, in das Herz der roten blickt, dort …</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Siehe:</em><br />
<a class="moz-txt-link-freetext" href="https://www.youtube.com/watch?v=QioNzrN9wdI">https://www.youtube.com/watch?v=QioNzrN9wdI</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Julien Gracq, Le vent froid de la nuit</title>
		<link>http://www.luxautumnalis.de/julien-gracq-le-vent-froid-de-la-nuit/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Nov 2018 23:20:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hortirhenani]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte in Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungen und Nachdichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Julien Gracq Le vent froid de la nuit Übersetzung deutsch Gedichte in Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Je l&#8217;attendais le soir dans le pavillon de chasse, près de la Rivière Morte. Les sapins dans le vent hasardeux de la nuit secouaient des froissements de suaire et des craquements d&#8217;incendie. La nuit noire était doublée de gel, comme le satin blanc sous un habit de soirée, — au-dehors, des mains frisées couraient de [&#8230;]</p><p>The post <a href="http://www.luxautumnalis.de/julien-gracq-le-vent-froid-de-la-nuit/">Julien Gracq, Le vent froid de la nuit</a> appeared first on <a href="http://www.luxautumnalis.de">Lux autumnalis – Philosophie und Dichtung</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Je l&#8217;attendais le soir dans le pavillon de chasse, près de la Rivière Morte. Les sapins dans le vent hasardeux de la nuit secouaient des froissements de suaire et des craquements d&#8217;incendie. La nuit noire était doublée de gel, comme le satin blanc sous un habit de soirée, — au-dehors, des mains frisées couraient de toutes parts sur la neige. Les murs étaient de grands rideaux sombres, et sur les steppes de neige des nappes blanches, à perte de vue, comme des feux se décollent des étangs gelés, se levait la lumière mystique des bougies. J&#8217;étais le roi d&#8217;un peuple de forêts bleues, comme un pèlerinage avec ses bannières se range immobile sur les bords d&#8217;un lac de glace. Au plafond de la caverne bougeait par instants, immobile comme la moire d&#8217;une étoffe, le cyclone des pensées noires.</p>
<p>En habit de soirée, accoudé à la cheminée et maniant un revolver dans un geste de théâtre, j&#8217;interrogeais par désœuvrement l&#8217;eau verte et dormante de ces glaces très anciennes; une rafale plus forte parfois l&#8217;embuait d&#8217;une sueur fine comme celle des carafes, mais j&#8217;émergeais de nouveau, spectral et fixe, comme un marié sur la plaque du photographe qui se dégage des remous de plantes vertes. Ah ! les heures creuses de la nuit, pareilles à un qui voyage sur les os légers et pneumatiques d&#8217;un rapide — mais soudain elle était là, assise toute droite dans ses longues étoffes blanches.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich wartete auf sie im Jagd-Pavillon, nahe beim Totenfluß. Die Tannen schüttelten im Wage-Wind der Nacht Leichentuch-Geraschel und Brand-Geknister aus. Die schwarze Nacht war mit Frost gefüttert, dem weißen Atlas unterm Abendkleide gleich – draußen liefen Locken-Hände von allen Seiten über den Schnee. Die Mauern waren große dunkle Vorhänge, und auf den Schnee-Steppen weißer Tischtücher erhob sich, soweit das Auge reichte, wie Feuer sich von zugefrorenen Teichen ablösen, das geheimnisvolle Licht von Kerzen. Ich war der König eines Volkes blauer Wälder, wie ein Pilger, der sich mit seinen Bannern am Ufer eines Eissees aufpflanzt. An der Decke der Höhle flackerte manchmal, starr wie das Moiré-Muster eines Tuchs, der Wirbelsturm schwarzer Gedanken.</p>
<p>Im Abendanzug, den Ellenbogen auf den Kamin gestützt und indem ich in theatralischer Manier mit einer Pistole fuchtelte, verhörte ich, um die Zeit totzuschlagen, das grüne, schlafende Wasser dieser uralten Eisflächen; eine äußerst heftige Windböe ließ sie manchmal von einer dünnen Schweißschicht anlaufen wie die Oberfläche von Karaffen, doch ich tauchte von neuem auf, gespenstisch und angewurzelt wie der Bräutigam auf der Fotoplatte, der bei der Entwicklung aus dem Strudel grüner Pflanzen hervortritt. Ach, die leeren Stunden der Nacht, vergleichbar einem, der auf den leichten, pneumatischen Knochen einer Stromschnelle reist – doch plötzlich war sie da, saß ganz aufrecht in ihren langen weißen Stoffen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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