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Sonett von den Schattenspielen

16.02.2026

Grimassen sollen uns nicht blenden, Zucken
der Wollust nicht, nicht Krampf in Lachen Blut.
Fern sei das Schreien aufgepeitschter Wut,
das Seufzen, wenn perverse Bilder jucken.

Uns ekelt, fliegt das hohe Wort in Fetzen,
quietscht reiner Reim wie rostiges Metall,
verschleimt den Rhythmus lüsternes Gelall,
will Phrasen drein der kecke Zeitgeist schwätzen.

Wir wollen Spiele stiller Schatten sehen,
die schwach im Schein der Abendsonne zittern,
die wie in Träumen hin- und widergehen

und leise Worte sagen, die erschüttern.
Daß uns sublimer Verse Düfte wehen,
als rankten Rosen noch an zarten Gittern.

 

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