Bruchstücke verschollener Oden
Wind warf Schlangen ins Haar,
o Wildnis bitteren Zischens
*
So ritzt der Strahl die schlafende Haut,
blutend, Demeter, Erinnern quillt
*
An basaltener Mauer glänzte die Traube herab,
Schlummer ein Mond
*
Der tote Wald ist heimgewandert
ins Gebirg des zerklüfteten Worts
*
Der Menhir Seele bemoost sich
unter den Rätselsprüchen des Regens
*
Am Rand des Gerölls zertrümmerter Sagen
blaut ein Veilchen, einsamer Abend
*
Aufgeschäumt an purpurnen Lettern
ferner Korallenriffe, Gesang
*
Überhangend ins abschiedsselige Wasser
das Notturno dämmernder Weiden
*
Schnee, der von Pfirsichzweigen herabfiel,
Träume, aufgewirbelte Flocken
*
Stimmen, aus gespenstischen Bäumen
geträufelt, war nicht auch die deine,
verhauchenden Atems Flöte, ihnen gesellt?
*
Der seine Klage ruft ins waldichte Grün,
in meinem Liede niste, Vogel der Nacht
*
Die ihr sapphischen Zartsinns Locken
Blüten gestreut, goldene, mir, Urquells
Musen, genügen die wenigen Tropfen
*
Haucht, Rosen, mir nächtlichen Duft,
vom Trugbild des Tags mich zu wenden
in traumlosen Schlaf
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