Was vom Jahr der Seele blieb
Im Gedenken an Stefan George
Einsamer nie noch als im Mai.
Wenn unter wirbelnden Flocken
der Atem dir will stocken,
zwischen tausend Zungen, heißen,
mußt dir auf die deine beißen.
Aus Schilfen, Lauben, Schrei um Schrei.
Einsamer nie noch als im Mai.
Ein heller Wirrwarr der August.
Ein Wild du, Pfeilen zu entrinnen,
der Jäger Sonne, wüstes Sinnen
in Mondes kühlen Tau zu tauchen,
wenn fern schon neue Feuer rauchen.
Wie dumpf geht auf und ab die Brust
im hellen Wirrwarr des August.
Oktober reicht dir seine Hand.
Blatt, vergilbt, mit blassen Venen,
die nach Blut nicht mehr sich sehnen,
den stillen Schimmer einer Traube,
dem Blau entsunken, Flaum der Taube.
Daß du nicht schwankst am dunklen Rand,
Oktober reicht dir seine Hand.
Winter hüllt, schließt alles ein.
Weich sind seine weißen Laken,
Gaben ohne Widerhaken.
Schnee des Schlafes, weiße Leere,
Lichtkristalle ohne Schwere.
Wie still es ist, du bist allein.
Winter hüllt, schließt alles ein.
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