Des Menschen Tage sind wie Gras
Psalm 103, 15
Alles ist eitel und ein Haschen nach Wind.
Prediger Salomo 2,17
Glücklich, die nicht daran denken,
wenn sie durch das Fruchtland streifen,
blasse Birne will noch reifen,
goldne sich zur Erdnacht senken.
Dichter, Wort und Sinn ergeben,
hebt sie in kristallene Schalen.
Wie auch solche Früchte fahlen,
hofft er nicht mehr zu erleben.
Denker, Daseins Sinn zu fassen,
läßt vom Sonnenlicht sich blenden.
Will was Kreuz und Nacht vollenden,
Golgotha nicht gelten lassen.
Seelenspiegel sind uns Künste,
Klagetöne, Jubelfarben.
Doch wo ihre Sonnen starben,
trüben sie des Dämmers Dünste.
Mund mag sich am Mund erwärmen,
blühen hingeneigt sie beide.
Welk vom Alter, bleich vom Leide,
wird uns leere Sehnsucht härmen.
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