Der Geist der Dichtung
Als Maß des Seins nimm nicht die kleine Not,
die Schatten, die das zarte Herz umdrängen.
Sieh, wie zu holden Geistern sie sich längen,
kein Blut ist, was sie stillt, das Abendrot.
Das Maß des Meers kann nicht die Muschel sein,
mag schöpfen immerzu der heiße Knabe.
Doch nimm als Gleichnis seine lichte Gabe,
die Perle, für ein Walten ungemein.
Der Geist der Dichtung ist dem Meere gleich.
Mag schrill am Riff die Welle sich auch spalten,
in stiller Bucht des Mondes seufzt sie weich.
Wie glätten sich erregten Tages Falten,
die Blüte schwebet, zart und sehnsuchtsbleich.
O Vers, von nichts als blauer Nacht gehalten.
Comments are closed.