Skip to content

Lebenslied verrinnt

26.06.2018

Züngelt
flackert
die Flamme
wie das Wachs der Kerze
schmilzt
wie es weich
an den Seiten niederrinnt!
Wie es rinnt
und sich am Grund
in ungestalten Formen
neu verhärtet
unförmig
ungestalt!
Ist das Mark
durchweicht
schwimmt der Docht
im Sud der Leere
kann tauber Finger
sinkende Glut
nicht auf die Kuppe heben!
Rinnst
Lied des Lebens
rinnst du so
aus dem Brunnenmund
an Steines
schwarzer Wange
rieselnd
deinen Glanz vertröpfelnd
und verschluchzt
da drunten
fern vom Widerhall
von Blatt und Stirn
in grauen Lachen
die kalter Hauch
verharscht
unter Disteln stäubt
und Dorngestrüpp?
Wessen Hand
aufgewölbtes
Rosenblatt
finge denn
die Tropfen auf
Wasser
der Erinnerung?
Schon ist die Schmerz-Triole
Nachtvogels
nächtigste
Entäußerung
schwarzer Sonne
Schaum des Winds
auf der Birke
fahler Haut
hinabgeseufzt!
Und das Wort
das mich dir gab
das Wort
das dich mir gab
hat kaum das Auge
aufgeschlagen
blendet es
hohen Schicksals
Blitz
oder das fremde Auge
eines Leuchtturms
der schon wankt
und im Morast
versinkt
O der Kelch
den schöne Hand
ins Licht der Wunde hielt
und füllte sich mit Licht!
O das Tuch
das scheue Hand
dem Schmerzensantlitz lieh
und seiner groben Fasern
Dunkelheit
sog auf das lichte Bild!
Welches Blatt
finge denn
die Tränen auf?
Welche Hand
Wasser der Erinnerung?

 

Comments are closed.

Top