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Die stille Stunde

03.04.2026

Mag zarter Sproß uns, junges Grün genügen,
das hell an Birken leuchtet, blaß an Gittern,
wo frühe Knospen noch in Träumen zittern,
und der Forsythien Sich-im-Goldrausch-Wiegen.

Daß wir im Abseits eine Bank noch fänden,
im Sack den Daseinsvorrat schon vergaßen,
die Flucht der Schatten nicht mehr daran maßen,
ob steigt das Licht, ob unsre Tage enden.

Doch war uns nicht vergönnt die stille Stunde.
Bald hat ein Großkotz dreist sich hingepflanzt,
leckt sich die Lippen, daß er frei bekunde,

wie heiß die Hure Leben ihm getanzt.
Als schände Euphrosyne eine Wunde,
hat sie im Turm der Schwermut sich verschanzt.

 

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