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Der musisch begabte Dämon

01.04.2026

Früh kriecht er aus dem fäulniswarmen Sumpf.
Die Augen sind von gelbem Traumwachs trübe.
Als ob das Licht zu schauen er noch übe,
zieht langsam er aufs Gras den weichen Rumpf.

Vor Sehnsucht nach graziösen Gliedern krank,
schweift er durch Halme, züngelt an den Dolden,
ob sie dort taumeln, rosig lockend, golden,
und süßlich wird sein Unterweltsgestank.

Wie träumerisch er zarte Falter kaut,
ein Schluchzen mischt sich ins Hinunterschlingen.
Doch während er der Elfe Herz verdaut,

hebt an wie Orpheus er voll Charme zu singen.
O welche Muse hat ihm zugetraut,
das feuchte Linnen Rilkes auszuwringen?

 

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