Wehgelall
Schrift auf grau bemoostem Mal,
schwer lesbar und zu deuten kaum.
Zur Quelle gingst du wie im Traum,
und was du schöpftest, schmeckte schal.
Du hältst die Kerze bang empor,
ein tiefer Seufzer, sie geht aus.
Heim schien es dir, dies stille Haus,
schon hämmert Eisenfaust ans Tor.
Stimme, einst vertrauter Schall,
fremd ward sie wie ein fahles Licht,
das durch Gebälk, geborstnes, bricht,
und ist dein eignes Wehgelall.
Zerreiß die Zeichen, Blatt für Blatt,
vergilbt ist längst das Sommerglück.
Ein einzig rotes halt zurück,
leg’s auf den Stein, die Grabesstatt.
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