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Schwermut, herber Duft

16.01.2026

Schwermut weht, ein herber Duft,
wie aus alten Eichenschränken
von Lavendelblüten, ganz verblaßten.
Wir wissen nicht, an wen wir denken.

Erklingt der Abendglocken Bronze,
scheint in uns dunkel mitzuschwingen
Erinnerung an frühe Orte,
wo Hand in Hand wir mit der Liebsten gingen.

Und stehen einsam wir am offnen Fenster,
sinkt golden-fahler Dunst hernieder,
ein Gurren tönt noch dumpf von Tauben
aus weich geblähtem Traumgefieder.

Hat Schnee gedämpft das laute Leben,
sind Spuren lesbar, Tupfen wie auf Wangen,
Schönheitsflecken auf der Anmut Lilien.
Wir ahnen wohl, wer dort gegangen.

 

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