Ein Augenblick genügt
Du kommst und scheinst mit allem gleich vertraut.
Doch wie das Wasser, wenn es Wolken spiegelt,
die hohe Luft nicht kennt, die sie beflügelt,
ahnst du die Tiefe nicht, die dunkel blaut.
Und lallst du süße Worte vor dich hin,
scheint sich dein Dasein wie ihr Klang zu dehnen.
Doch scheu muß es an harten Gattern lehnen,
gleich Knospen, harrend auf den lichten Sinn.
Wie Duft weht, hat geöffnet sie das Licht,
hat Liebe dir das Wort im Vers erschlossen.
Und bangtest du, er sei ins Nichts geflossen,
sein Duft ließ lächeln noch ein Angesicht.
Muß kaum gehaucht der Vers auch schon verwehen,
ein Augenblick genügt, ihn zu verstehen.
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