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Jahreszeiten der Liebe

11.02.2026

Betört dich Sommerduft noch, wenn es tagt,
glimmt dir in des Adonis roter Blüte
ein Tropfen Blut noch jener grauen Mythe,
hat Schwermut dir das Mark nicht ganz zernagt.

Und ward, da hin sie schied, dein Blick getrübt,
und mag das Licht des Herbsts ihn nicht erheitern,
spricht doch der Blätter Fall dir nicht von Scheitern.
Singt dunkler auch das Herz, es hat geliebt.

Wie dämpft den Lärm der Welt ein Vlies von Schnee.
Süß ist das Knirschen aber sanfter Schritte,
als träte sie zu dir, als ob sie bitte:
Laß schlafen unterm weißen Tuch das Weh.

Daß nur kein scharfer Strahl das Tuch zertrenne,
nur Mnemosynes milde Leuchte brenne.

 

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