Im versteinten Land
Wir erwachten im versteinten Land,
wo kein Tau die dürre Lippe feuchtet,
keine Saite zittert unter Orpheus’ Hand.
Tag und Nacht ist nur ein Mond, der leuchtet,
Knospe, duftlos, im versteinten Land.
Mürbes Moos ist, was auf Steinen fahlt,
was gerauscht einmal von grünem Leben,
unter Aschen seufzt’s. Vom Blitz zerstrahlt,
blieb von ihm nur grauer Flocken Schweben,
überm Land, wo Moos auf Steinen fahlt.
Dürftig hat ein Zeichen noch gesagt,
daß hier Seelen litten, die uns glichen:
eine Wand, die kahl ins Leere ragt,
zart mit Fäden goldnen Staubs bestrichen.
Keine Nachtigall ist, die noch klagt.
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