Skip to content

Altern eines armen Dichters

08.02.2026

Knabe warst du, bargst dich zwischen Halmen
auf des Moselufers gelber Schwelle,
lauschtest, wenn der Silbermond verblaßte,
wie gereimt sich Welle hat auf Welle.

Schulbub gingst du mit dem Lederranzen,
dran ein Läppchen albern hat gebaumelt.
Vor den wirren Kringeln auf der Tafel
bist du, Träumer, wie im Schnee getaumelt.

Ein Student mit runder Nickelbrille
hast du Namen eitel aufgeschrieben.
Von dem Spottgelächter einer Schönen
ist Trochäen-Schwanken dir geblieben.

Reif geworden, nein, von dunkler Venus
scharfen Wimpern beinah blind gestochen,
bist gesenkten Blicks du in die Grotte,
weicher Verse Widerhall, gekrochen.

Grauschopf, schleppst nun Tüten aus dem REWE.
Was dich trüber Wachheit könnt entraffen,
Mohn des Morpheus kannst du dort nicht kaufen.
Bittres tropft aus Gaias Brust, der schlaffen.

 

Comments are closed.

Top