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Kleines warmes Leben

01.12.2018

Wenn die Eulen lautlos niederschweben
und eines kleinen warmen Lebens Hilferuf
der Waldnacht rauher Teppich schluckt,
kleben goldene Tränen
an den harten Lidern der Tanne.

Ich aber schlafe,
doch unruhig ist mein Schlaf
vom dunklen Summen
des Bienenschwarms
in meiner Brust,
der den großen toten Leib
der Königin umschwirrt.

Wenn die Schwalben den Schaum der Sonne teilen
und eines kleinen warmen Lebens buntes Ei
auf den sanften Teppich des Morgens rollt,
zittern graue Perlen
im Dunstgespinst der Gräser.

Du aber träumst,
und heiter ist dein Traum
vom hellen Flackern
eines Schmetterlings,
der aus der roten Anemone
deiner Locke trinkt.

 

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