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Das hohe Bild

17.04.2026

Noch ranken Schatten an der Bruchsteinwand,
ein kühler Hauch weht, daß sie leise zittern.
Des Lichtes reife Garben, sie zersplittern,
löst Eos zärtlich nestelnd auf ihr Band.

Schwebt die Monstranz der Sonne überm First,
steht offen wie ein Schrein die Waldkapelle,
und weiße Blüten wirbeln auf die Schwelle.
O wenn des Frommen Herz in Flammen birst!

Wir sahen es im Traum, das hohe Bild,
bis es mit Teer die Nacht hat übergossen.
Die Sehnsucht blieb, daß noch ein Hymnus quillt,

daß Inseln gleich vom Meer wir sind umflossen,
bis Rauschen in das Schilf der Angst uns schwillt.
Doch hat profane Hand den Schrein geschlossen.

 

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