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Ein Tropfen Wollust in einem Meer von Schmerzen

18.04.2026

Philosophische Sentenzen und Aphorismen

Gipfel und Abgrund, das unabgeltbare Vorrecht staatlicher Gewalt zu töten.

Knapp verfehlt ist auch fatal.

Lieber die Herrschaft der Scharia als die Anarchie der Schamlosigkeit.

Konsens (das Pseudos diskursethischer Theorien) ist der Nebel, Wahn der Tropfen, zu dem er kondensiert.

Wer sich ständig exhibitionistisch in Szene setzt, muß etwas zu verbergen haben.

Wie sich spreizen, deren Geist in den Seilen hängt.

Der Ostrakismos ist die Ekstase der demokratischen Meute.

Je höher der Anteil an Östrogen im Kreislauf der Lehrkörper, desto niedriger das geistige Niveau.

Die ungeheure Leere zwischen den Galaxien, den Zahlen, den Worten, den Geistern.

Die Muslima im Schleier ist immer noch würdiger als das nackte Pin-up-Girl.

Augustus und seine Gemahlin ließen sich von Vergil die Georgica und Passagen der Äneis vortragen. Von welchem deutschen Bundespräsidenten könnte man sich Vergleichbares vorstellen.

Das Opfer ist als Wahrheitszeuge nicht weniger verdächtig als der Täter.

Der bedeutende Vers ist das Ufer, an das sich der Schiffbrüchige rettet.

Der Scharlatan durchbohrt die Planken des schwanken Verskahns, auf daß der Leser im Abgrund eines unverständlichen Gurgelns untergehe.

Einseitige Diät verdirbt den Magen, übermäßige Lektüre von Zeitungen den Verstand.

Je dümmer, gemeiner, schmutziger die vorgebrachte Idee, desto lauter, enthusiastischer, frenetischer der Beifall.

Nachzubeten, Ornament sei ein Verbrechern, ist im Umfeld urbanen Kahlschlags genauso stupide wie das Tabu auf die Tonalität im Umfeld seelenzermürbenden Lärms.

Die biographische Tatsache, daß Rilkes Mutter den Knaben nach allgemeinem Zeitgeschmack in Mädchenkleider gesteckt hat, wird heute, wie unterm Verfall literarischer Kritik und dichtungstheoretischer Grundsätze nicht anders zu erwarten, zur angeblichen Offenbarung der poetischen Doppelgeschlechtlichkeit seines Dichtens aufgebauscht.

Wie der Teufel das Weihwasser, scheut der zeitgenössische Kritiker und Feuilletonist den reinen Tau, der am grünen Zweig der Verse glänzt.

Demographie zeigt den ethnisch-genetischen Morast, aus dem die Hydra des Kollektivismus, des Gleichheitswahns und der Vergiftung aller menschlichen Beziehungen kriecht.

Anmut und Strenge, das Zarte und das Sublime sind die axiologischen Zweige, an denen der Vers der Meister erblühte.

Den Ungeheuern schmeicheln die am Eigensinn und Eigenwert Kastrierten, erregt von dunkler Lust, ihr jäher Biß werde die Schalen ihrer Langeweile noch zerknacken. Sie füttern selbstlos ihre schwarzen Mäuler mit allem, was ihnen heilig dünkt, ihre Idole, ihre Freiheiten, wie dem Moloch selbst die eigenen Kinder.

Die stille Seele zuckt vor dem Monstrum jäh zurück, von dem es heißt, es sei das autonome Subjekt, das sich selbst völlig verwirklicht habe.

Hitler hat sich selbst verwirklicht, Stalin, Mao e tutti quanti.

Wenn alle oder doch die Mehrheit der Dummköpfe oder der bestochenen Intriganten der Idee zustimmen, gilt sie als gerechtfertigt, ja fanatischen Befürwortern des allgemeinen Volkswillens als wahr.

Wenn alle Stimmen für gleichwertig angesehen werden, ist keine etwas wert.

Der schrillsten Verlautbarung glaubt man.

Die nichts zu sagen haben, brüllen am lautesten oder schwadronieren am längsten.

Was allen zugänglich ist, entbehrt per definitionem eines eigentümlichen Werts.

Was alle verstehen, ist eo ipso nichtssagend.

Die Ausschließung und Degradierung alles Herausragenden und Edlen ist das Arcanum und Geheimverfahren der Herrschaft des Demos.

Prokrustes – der Lehrmeister der egalitären Avantgarde.

Grinsende Eunuchen, Embleme des Zeitgeistes für den Willen zum Untergang der Völker, zumindest des eigenen.

Nur was wehtat, hinterläßt tiefere Spuren.

Gefährliche Menschenfreunde wollen nicht strafen, sondern resozialisieren.

Das poetische Bild ist vollendet, wenn die Vase mit den unverwelklichen Blumen über dem gerafften Samt des Ausdrucks zu schweben scheint.

Der Hauch, der uns aus den Versen Goethes oder Mörikes, Verlaines oder Mallarmés anweht, scheint aus den noch von keinem Menschenfuß entweihten Gärten der Stille zu uns gelangt zu sein.

Das Tabu auf den Reim zeugt nicht von Wahrhaftigkeit, sondern von der Scheu vor der Beschämung des Entstellten angesichts der Wohlgestalt.

Ein literarisches Distinktionsvermögen schon minderen Grades belehrt uns über den Unterschied eines enigmatischen Ausdrucks, der aus echten Berührungen mit dem Geheimnis sich herschreibt, und einer unverständlichen Diktion, die sich bloß interessant machen will.

Der pseudomoralische, in Wahrheit herrisch-übergriffige Drang, noch den sprachlich Minderbemittelten ins Boot demokratischer Massenumerziehung zu hieven, gipfelt im Verfallssyndrom einer sogenannten einfachen Sprache, die sich der Hürden des Genetivgebrauchs und der Konjunktivbildung auf barbarische Weise entledigt hat.

Der postmoderne Aufstand gegen die biologischen Grundlagen menschlicher Existenz äußert sich nicht nur in der Leugnung der Bi-Polarität der Geschlechter und der Zunahme künstlicher Eingriffe in die Keimbahn, sondern ebenso in der Diskreditierung des Begriffs Genie; denn daß es unter hundert Eckermännern nur einen Goethe, unter hundert Rossinis nur einen Verdi geben soll, ist dem sozialistischen Einheitsgeschmack ein Greuel.

Die wenigen Bildungsbeflissenen wirken wie Touristen in den Ruinen der eigenen Kultur.

Der vom Fäulnisgeruch der Dekadenz verdorbenen Nase entgeht der sublime Hauch aus dem Blumengesteck des Gedichts, der von Eden her weht.

Es gibt nur einen Fortschritt, den sie feiern: den Fortschritt der Techniken, die in immer unauflöslichere Formen der Abhängigkeit und geistig-seelischer Barbarei führen.

Die Zunahme des Weltenlärms zerstört den Keim der Poesie, der nur in der Stille sproßt.

Die fanatischen Weltverbesserer wollen nur eins nicht verbessern: sich selbst.

Der geistige Aristokrat lebt in einer bescheidenen Klause ohne Kronleuchter und ohne Spiegel.

Die das Vergessen des geistigen Erbes betreiben, wie bald sind sie selbst vergessen.

Das Schweigen Gottes verleitet den Erdverfallenen zu endlosem Geschwätz.

Was einzig edlen Dichtern blieb: von Tränen des Abschieds überglänzte Verse, Knospen, die sich nicht wieder öffnen wollen.

Ein Tropfen Wollust in einem Meer von Schmerzen.

Söhne der Sonne, sons of the sun – so nannte Wittgenstein Mozart und Beethoven. – Wenn man auch gültiger sagen möchte: Sohn der Sonne der eine, Jupiters Bruder der andere.

Geisterhaft schweben fahle Klänge eines keine Ruhe findenden Requiems über dem zugewucherten Gräberfeld der Ahnen.

 

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