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Terzinen zur Menschenkunde II

01.02.2026

Es gleicht dem Uhu, der auf Zweigen kauert,
die überm Abgrund tiefen Dämmers ragen,
des Menschen Seele, wenn sie lüstern lauert,

um niederstürzend nach dem Schrei zu jagen,
der jäh verstummt in fühllos-dumpfen Klauen.
Sie weiß vom Sein des Andern nur zu sagen,

daß feuchte Augen aus dem Dunkel schauen,
die Tropfen glänzen, die an Blicken, heißen,
aus weichem Schnee des Schweigens niedertauen.

Sie fühlt die Nervenbahnen nicht zerreißen,
die stille Bilder in die Mitte trugen,
um noch mirakelhaft im Traum zu gleißen,

die Brücken nicht, die sich an Ufer schlugen,
wo die Verwaisten stets entgegenflehen.
Der Schnabel hackt entzwei die zarten Fugen,

und schlingt’s hinab vom Kopf bis zu den Zehen,
würgt aus, was unverständlich, das Gewölle.
Es scheint ein dunkler Spiegel das Verstehen,

geschwärzt vom Flammenruß aus Breughels Hölle.

 

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