Der Liebe dunkles Bangen
Ist dies der Tag nicht, dieses nicht die Stunde?
Der Pfad nicht, den sie lächelnd stets gegangen?
Ihn überkommt der Liebe dunkles Bangen,
als bräche auf, die nicht mehr heilt, die Wunde.
Vielleicht, daß wie vom Dämon überschauert
sie ihn vergessen hat, zerschnitten wäre
das treue Band wie von der Parze Schere,
und keinen wüßte sie, der um sie trauert.
Ein Schwindel faßt ihn an bei dem Gedanken,
er habe alles nur geträumt, dies Leben,
o Tau, o feuchter Glanz auf grünen Reben,
o Niederrinnen an verdorrten Ranken.
Da glüht jäh ihre Hand in seiner kühlen.
Daß Liebe wahr sei, wirklich, was wir fühlen.
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