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Der falsche Hase

10.02.2024

Es war einmal ein Hündelein,
das Fell wie Schnee, kohlschwarz die Nase,
Da rief es jählings: „Nennt mich Hase!“
Es mocht partout kein Hund mehr sein.

Die Katze fragte: „Lieber Hund,
was findest du am Hasentume?“
Sprach’s: „Duftest bald wie eine Blume,
lebst du vegan, ißt dich gesund.

Es ist nicht gut, nach Katzenart
von Blut und Fleisch sich nähren,
die Seele, sagen Weisheitslehren,
wird nur durch Halm und Blüten zart.“

Da ging es hin ins Wiesengrün
und rupfte Gras, schlang Immortellen,
hat leis geschnieft, statt laut zu bellen,
sprang hold ein Häschen zu ihm hin.

Am Abend lief’s zum Frauchen heim,
es mochte kaum das Pfötchen heben,
ach, das vegane Hundeleben
gab ihm bloß einen mageren Reim.

Das Frauchen hat es lieb geküßt,
sein wirres Fell ihm glattgestrichen,
es schien ein Spuk von ihm gewichen,
als sanft es eingeschlummert ist.

Am Morgen hielt ein Würstelein
sie ihm vor seine Schnuppernase,
vergessen war der Buddha-Hase,
es bellte laut, das Hündelein.

 

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