Das Grauen vergilischer Nacht
Äneis, 7. Buch, 389 ff.
Wie ins Laub der Unschuld glitt die Schlange,
die voll Gifts des Orkus Wahnsinn spie.
Daß Vergil nicht mit Mänaden schrie,
wand er Thyrsosranken dem Gesange.
Schwachen Atems aber, Dichter, flieh,
zischt im Versgestrüpp des Chaos Schlange.
Lose darf das Haar im Nachtwind wallen,
wenn der Vers sich auf die Wunde preßt,
Mund, der nicht von blinden Küssen läßt,
bis ins Dunkel Tropfen Lichtes fallen.
Du indes, halt sie am Fenster fest,
siehest du ihr Haar im Nachtwind wallen.
In die Wildnis zog der Vers voll Grauen,
aufzustöhnen Bakcheus Evoe.
Und er sank in Mondes stummen Schnee,
den Bellonas Blutstrahl bald wird tauen.
Schwankt dir, Dichter, noch ein Kahn am See,
eil dich, um zu flüchten aus dem Grauen.
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