Die verwüstete Kapelle
Als spät wir noch den Uferweg gegangen,
aus Schilfen kam ein halb geträumtes Singen,
schien Lust und Leid in einem Ton zu schwingen,
was einsam west von einem Hauch umfangen.
Und klommen wir empor zur Waldkapelle,
im Schlaf der Fenster träumte Abendröte,
war mir, daß seinen sanften Gruß entböte
ein Engel auf der weich bemoosten Schwelle.
Die hohen Bilder, sie sind nun zertrümmert,
des Engels Flügel Splitter auf den Fliesen.
Man brach die Finger, die nach oben wiesen.
Fahl starrt das Moos, das Sinngrün ist verkümmert.
Wo Lilien noch in keuschen Händen ragen,
kein Dichtermund ist mehr, es uns zu sagen.
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