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Orpheus renatus

30.03.2024

Nichts konnte ihre Stunde mehr verklären,
da knospenhell der Mond aus Nebeln stieg,
ihr Blick ihm sagte, was der Mund verschwieg.
Doch schwamm er schon auf Flüssen fremder Sphären.

Bald kniete er vorm Kreuz auf Demutmoosen,
an dem ihr Name, matten Schimmers, stand.
Warum noch zögern an des Abgrunds Rand,
nicht taumeln in den Schlaf, den blütenlosen?

Wach hält ihn unerlöster Liebe Rufen,
wie Asche, die von fahlen Feuern weht.
Zu pflücken aus dem Dickicht ihren Schatten,

steigt abwärts er die stygisch-feuchten Stufen,
daß lächelnd sie ihm folgt, dem blinden Gatten,
wenn er des Orpheus Gang zu Ende geht.

 

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