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Stilles Schauen

15.03.2021

Wie lange wir aufs Wasser schauten,
am Moos der Mauer, warm vom Tag,
und uns am Abendstrahl erbauten,
der auf dem grünen Wasser lag.

Und fern in jene zarten Matten,
von Krokusblüten überhaucht,
die morgens wir gesehen hatten,
war Mondes Wanderstab getaucht.

Schon hatte auf der Frucht der Reben
die Dämmerung den Tau gebleicht,
wir fühlten, wie das warme Leben
vor kühlem Sternenzauber weicht.

Das Sonnenlicht, des Stromes Rauschen,
sie hatten alles uns gesagt,
wir mußten groß nicht Worte tauschen,
und Stille war, da keiner klagt.

Der Strahl, das Wasser waren Zeichen,
die uns mit hohem Sinn genährt,
kein Mühen kann das Glück erreichen,
das stilles Schauen uns gewährt.

 

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