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Horaz, Oden, Buch III, 28

09.10.2015

Festo quid potius die
Neptuni faciam? prome reconditum,
Lyde, strenua Caecubum,
munitaeque adhibe vim sapientiae.

inclinare meridiem
sentis et, veluti stet volucris dies,
parcis deripere horreo
cessantem Bibuli consulis amphoram.

nos cantabimus invicem
Neptunum et viridis Nereidum comas;
tu curva recines lyra
Latonam et celeris spicula Cynthiae;

summo carmine quae Cnidon
fulgentisque tenet Cycladas et Paphon
iunctis visit oloribus
dicetur, merita Nox quoque nenia.

 

Wie den Festtag Neptuns ich
feiere? Eilig zieh, Lyde, du Caecuber
aus dem Dunkel hervor und stoß
für heut nieder vom Thron klügelnden Lebensernst!

Siehst du nicht, wie die Sonne sinkt,
doch als hielte im Flug inne der Tag, holst du
vom Lager nicht die Amphore, die
dort döst seit der Zeit, als Bibulus Konsul war.

Dann besingen im Wechselsang
wir Neptun und das grün schimmert, der Nixen Haar.
Rühm auf bauchiger Lyra du
Leto und wie geschwind Artemis Pfeile schießt.

Höchster Sang aber gilt doch ihr,
die Knidos und den Glanz kykladischen Steins umfängt,
die nach Paphos mit Schwänen zieht.
Der Nacht huldigen wir mit einem Abschiedslied.

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