Skip to content

Aristide Maillol

28.07.2020

Dir rankten weicher Linien des Lebens
um tauend runde Frucht der Weiblichkeit,
wenn um getunkten Fuß die Woge lächelt,
sich Locken knoten um den Wirbel Luft,
gespreizte Finger Hauches Säume heben,
das Fleisch sich bäumt zum Schauer-Kuß hinan,
und niederquillt das Haar in grünen Schaum.
Die Nacktheit ward dir Gipfelglanz und Schatten-
schlucht, worin ein Quell zum Monde singt,
die Flechten lösten Nymphen deinem Mund.
Die süßen Duftes in den Garten stieg
aus tiefem Mythenblau des Altertumes,
und Blumenseufzer fälteln ihr Gewand,
Wind-Lippen, die hellen Schlafes Wasser necken,
hielt dir, die Göttin, Samen hin und Früchte.
Du hast den runden Bronzeklang des Lichts
aus schluchzendem Geschling des Sonnenmeeres
mit lauschenden Fingern in den Leib gebannt.
Du bogst des Hauptes schwere Schmerzensknospe
nieder auf den stummen Schoß, die Nacht.

 

Siehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Aristide_Maillol#/media/Datei:Aristide_Maillol_(1861%E2%80%931944)_Bildhauer_Maler_Grafiker._Bronze._Friedhof_am_H%C3%B6rnli,_Basel._(3).jpg

 

Comments are closed.

Top