Skip to content

Blind für das Wunder

17.04.2021

Erinnerungen an Gemälde von Monet,
Watteau, Mantegna, Poussin und Chardin

Den Flügel hat geformt der Wind,
Gesang schwebt über weichen Wellen.
Wir torkeln für die Wunder blind
und hören nur die Narrenschellen.

Die kleinen Blüten leuchten groß,
Monet sah sie im Dunkel scheinen.
Wir sagten uns vom Wunder los,
von Tränen, die um Schönes weinen.

Der weiße Knabe von Watteau,
im heitern Himmelslicht verloren,
wir werden seines Blicks nicht froh,
der sanfte Herzen sich erkoren.

Der harte Leib des toten Herrn,
Mantegna sah den Krampf der Hände,
uns Lauen rückt das Wundmal fern,
das blutige Linnen um die Lende.

Den Himmel malte Poussin grell
vom Blitz, den Schrei des Unglücks finster.
Wird uns die Liebe einmal hell,
sind Lippen es von fahlem Ginster.

Dem Silberkelch gab matten Glanz
Chardin, dem Pfirsich Purpurschimmer.
Wer macht den Kelch uns wieder ganz,
sind Scherben wir, verblaßt für immer?

 

Siehe:
https://www.google.com/search?q=monet+seerosen&client=firefox-b-d&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=2ahUKEwj21Z33iYbwAhWkgP0HHeCcCNQQ_AUoAXoECAEQAw&biw=980&bih=519

https://de.wikipedia.org/wiki/Gilles_(Gem%C3%A4lde)

https://de.wikipedia.org/wiki/Beweinung_Christi_(Mantegna)

https://sammlung.staedelmuseum.de/de/werk/gewitterlandschaft-mit-pyramus-und-thisbe

https://www.meisterdrucke.com/kunstdrucke/Jean-Baptiste-Simeon-Chardin/694795/Stillleben-mit-Pfirsichen,-einem-Silberkelch,-Trauben-und-Waln%C3%BCssen.html

 

Comments are closed.

Top