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Der Dichter vor der Krippe

24.12.2025

Magst noch aus dem Schatten treten,
kniend wieder kindlich beten
vor des Lächelns süßem Licht.

Will die Zunge dir versagen,
arme Hirten wollest fragen,
wie Gesang durchs Dunkel bricht.

Vers, er muß nicht überborden,
denn das Wort ist Fleisch geworden
in der Demut stillem Schoß.

Reim, er darf das Lied beleben,
Flocken wollen niederschweben,
feuchter Glanz im Krippenmoos.

Magst dich vor dem Segen beugen,
wird sein Zeichen auch bezeugen,
eins sind Glaube und Passion.

Wirst vorm Kreuz die Blicke senken,
stumm verstummten Worts gedenken
mit der Mutter vor dem Sohn.

Nun träum, wie die Hirten wandern,
wo die Ströme hell mäandern
und des Nachts die Flamme singt.

Streu von jenem Lächeln immer
auf dein Beet den Liebesschimmer,
bis die schöne Knospe schwingt.

 

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