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Der heilsame Schauer

12.09.2017

Alkäische Strophe
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Wer gießt das Lächeln uns in die Finsternis?
Wer Öl der scheuen Freude, daß vor der Zeit
die Nacht nicht unsre Augen lösche?
Brenne ein wenig noch, reine Flamme.

Als uns die Pfade abseits der Flur geführt,
die alten Eichen schwiegen sich Dunkles zu,
kein Vogel sang vom Sieg der Sonne,
wähnten die Quellen wir ausgetrocknet.

Wie stumm Ruinenmauern! Erschrak da eins
im alten Efeu, schrien die Stare heiß?
Das Laub verwirrten Schauer warmer
Lüfte, die launischen Regenboten.

Wir duckten uns wie Rehe ins Blattgewühl
und zählten Blitz für Blitz die erfüllte Zeit,
dein Auge wurde vom Trüben heiter,
Tropfen erweckten dem Mund die Seele.

 

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