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Mozart-Denkmal

06.05.2013

Mozartplatz, Frankfurt am Main
Dem Andenken an Gerhard Marcks

Ein Panzer-Fell ist ihm über die Ohren gewuchert,
aus jenem Sekret, das mit Taubheit segnet
für Pöbelgeblöke.

Oder es sind unter der pelzig-pilzigen Schwellung,
die das Haupt herabdrückt,
die Ohren ihm einwärts gewachsen –
er lauscht seinem reinen Empfinden
unmittelbar nach:
wie es kühn sich ertanzt,
wie in graziösen Rätselfiguren
es wunderlich kreist.

Die Augen weinen nach innen,
benetzen ein dunkles Elysium.
Aus dem Baume des Lebens inmitten
blutet ein warmes Harz:
Welch schmerzliche Schönheit
beschwöret der Duft!

Die Unmutfurche der Stirn und
die Schwermutkerbe des Kinns
bilden die strenge Linie –
ein Lot in den Sinn des Todes:
tröstlich-untröstlich.

Neben dem hochsinnigen Denkmal erblicktest du
den zerfetzten Körper einer Amsel im Gras –
beides nimm in dich auf:
den bebend-innigen Jubel
des freudig sich liebenden Lebens
und hinter dem wehenden Charme der Sternenschleier
das Röcheln erstickender Seelen.

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