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Traumreste V

12.01.2017

Du kriechst den Hügel hinan,
in der Wunde einer unendlichen Nacht.

Eine Echsenauge nimmt dich ganz in sich auf,
zum Zeugnis, daß du der einzige seist.

Die Sterne sind glitzernde Nägel,
der Mond eine rote Lanzenspitze.

Es gibt nur diesen Hügel auf der Welt
und die Wunde einer unendlichen Nacht.

Auf der Höhe dort ist ein Garten,
umzäunt von blühenden Disteln.

Ein einziger Baum steht darin,
er reckt seine Arme in die Nacht.

Ein einziger Baum steht darin,
er trägt als Frucht nur ein Herz.

Nie gelangst du auf den Gipfel,
dich halten die Disteln gefangen.

Nie gelangst du auf den Gipfel,
geblendet vom Blühen der Disteln.

Doch hörst du den Schrei von oben,
immer hörst du von oben den Schrei:

eli eli lama sabachthani.

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