Treuezeichen
Wie warm das mädchenschmale Fenster strahlt,
dem Wandrer in der Nacht ein Treuezeichen,
wenn zarter Umriß sich im Rahmen malt,
mag ihn der Liebe Schattenbild erweichen.
Wie blumenbang das weiche Wasser schäumt,
die kleinste sei der Knospen, dort zu schwimmen
auf scheuem Glanz des Abends, und dir träumt
von Blicken sanft, als würde Sanftmut glimmen.
Und stehst du stumm am bleichen Marmorstein,
wo Moose schon den edlen Namen flecken,
hörst du zwei Spatzen wild ins Blaue schrein,
die auf dem Totenmal sich schnäbelnd necken.
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