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Heimat, wohin

13.09.2017

Alkäische Strophe
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Wir wissen nicht von Klängen, von Düften nicht,
ob sie uns meinen, wirbelt das welke Laub
auf unsre müden Schultern nieder,
niemandes Bild ist geblieben, keines.

Und rotes Rufen kam aus geküßtem Mund,
den uns für immer neidisches Blattwerk raubt.
Und gelber Düfte Sonnen-Botschaft
schlingen trübsinnigen Flusses Dünste.

O hätten nie uns Schimmer des Abendrots
verlockt, das scharfe Sirren der Schwalben nicht,
den Fuß zu setzen auf die Schwelle,
wäre die Seele verblaßt wie Blumen.

So leckt uns Tränen törichter Sehnsucht vom
Gesicht der Wind, bis freche Gewalt uns beugt
beim Anblick wesensfremder Fratzen.
Heimat, wohin dein Gesang, dein Duft wo?

 

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