Zeichen des Untergangs
Die Grazien sind leider ausgeblieben,
Und wem die Gaben dieser Holden fehlen,
Der kann zwar viel besitzen, vieles geben,
Doch läßt sich nie an seinem Busen ruhn.
Johann Wolfgang von Goethe, Tasso
Als Seher gilt, wer scheel aufs Leben sieht.
Die sich entstellen, sind nun die Idole.
Daß Funken sprühen lassen einzig Pole,
Gesetz des Daseins, das man feige flieht.
An Schattengittern aber rankt ins Licht,
was duftlos sonst im Dunkel müßte schleichen.
Der Name prangt, wenn wirre Laute weichen.
Nur stilles Wasser spiegelt ein Gesicht.
Doch darf, was edel, keinen Halt mehr finden.
Im Dämmer scheint die Rose schon ergraut.
Und keiner ist, die lose festzubinden,
daß andern Tags sie lächelnd Eos schaut.
Aglaias und Thalias Sinne schwinden,
vorm Grabmal, das der Schwester man erbaut.
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