Skip to content

Auch wenn wir wissen

27.08.2016

Was uns, wie das saugende Rohr das Blatt am Zweig,
am Leben hält,

ein Lächeln vielleicht
eines Gesichts, das seine Blüten schon abwirft,
der Gesang der Lerche über der Laube des Lichts
oder nur die nächtliche Erinnerung daran –

auch wenn wir wissen,
der Sturm kommt, schon weht die Gardine,
der das Blatt niederreißt …

Was uns, wie der graue Schauer des Winds überm Maar,
den Schritt verhält,

ein niedersinkender Flaum,
ein Käuzchen, das schreit,
oder es kullert in der modrigen Lade
ein grüner Stein entgegen
mit der Gravur eines Namens –

auch wenn wir wissen,
die Windstille kommt, schon spüren wir Taubheit im Finger,
in der das Echo erstarrt …

Was uns, wie dunklen Efeu um den knorrigen Stumpf,
ans Leben schmiegt,

die sanfte Hand,
die ihre Blüte offenhält in der Nacht,
das Pfeifen eines Kinds vor dem offenen Fenster,
der Becher goldenen Weins,
den der Abend über den Fuß des Zaudernden gießt …

auch wenn wir wissen,
die Nacht kommt, schon knistert es in den Dielen,
in der die Blüte sich schließt …

auch wenn wir wissen –

Kommentar hinterlassen

Note: XHTML is allowed. Your email address will never be published.

Subscribe to this comment feed via RSS

Top