Terzinen zur Menschenkunde
Denn es gehet dem Menschen wie dem Vieh
Prediger Salomo
Fremdling, auf kalter Erde ausgesetzt,
die um den Stern, den gnadenlosen, irrt,
da schwätzt er viel, doch schweigt zu guter Letzt.
Vom Dämon eines schwarzen Drangs gekirrt,
sucht er umsonst die Fliege zu erschlagen,
Geschmeiß, das zwischen seinen Schläfen sirrt.
Er sät das Wort und erntet dunkle Sagen.
Er jagt das Wild und wird nur selber wilder.
Denn seine Seele ist ein Wurm im Magen,
und seine Träume sind wie trunkne Bilder,
Gewog von trübem Dunst, Chimären.
Nie stimmt ihn die Erfüllung einmal milder.
Eden hieß, daß keine Menschen wären.
Lärm ist sein Teil, nicht, was die Dichter sangen,
vom Stöhnen jener, die im Schmerz gebären,
was dumpfen Grunzens geistlos ward empfangen,
bis zum Gejammer öder Sterbezimmer,
wo sie noch nach dem Wahn des Trostes langen,
ihr eitles Monument vergehe nimmer.
Will hoher Wille sie zu Chören binden,
zu edlen Ausdrucks wunderlichem Schimmer,
sieht man sie bald im Staub des Lärms sich winden.
Siehe auch:
Johannes Brahms, Vier ernste Gesänge
https://www.youtube.com/watch?v=knHeiIjzvYU&list=RDknHeiIjzvYU&start_radio=1
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