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Ausgetretene Pfade

20.12.2025

Die Pfade scheinen ausgetreten,
gefaltet Vers und Hemd.
Doch auf dem Schild der eigne Name
sieht fern dich an und fremd.

Du stehst am Fenster, um zu sehen,
wie einsam Venus glimmt,
wie trostlos summend eine Biene
im Schaum des Mondes schwimmt.

Und blätterst du im Band von Rilke,
der dir im Schlaf entfiel,
treibst du ein Kahn auf dunklen Wassern,
dumpf schluchzend ohne Ziel.

Und liest du in vergilbten Briefen,
fühlst zart noch ihre Hand,
die fahl gleich einer Wasserlilie
im Dämmerschilf entschwand.

So hülle, Dichter, dich ins Linnen.
Schlaf stäubt von weißem Mohn.
Birg dich in Traumes kühler Höhle,
das Herz pocht leiser schon.

 

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