Brot und Kot
Honig der Erinnerung
schenkten Verse,
früh erblühte.
Duftlos aber sind
am morschen Zweig
Scheinblüten
fast erloschenen Marks.
*
Lymphe der Erde,
Sperma des Lichts
floß in den Wassern
des Helikon.
Trübsal,
sternlose Lache
verdunstenden Lallens.
*
Funkelndes
Sternbild,
Schatten
erhabener Friese,
Bilder mythischen Daseins.
Nebel,
langsam sich verdünnend,
nach nichts schmeckende
Zeichen,
Flocken,
die rasch tauen.
*
Grüner Wogen
Heimkehrpfade,
von Homeros
blind gebahnt.
Dunkle Spuren,
wirr betupfter
Schnee des Schlafs,
vom Gestöber
bald verwischt.
*
Stilles Maßwerk, zarte Streben
um das Gnadenbild.
Unbeschnitten wuchern Reben
in ein Dunkel wild.
*
Magnum Mysterium,
Brot ward das Wort,
Heil glänzt im Wein.
Dichter lauschen stumm
auf dem Abort,
klatscht Kot hinein.
*
Ein Engel war’s, der es verkündet,
wie der Gesänge zarter Rauch
gelöst im Blau des Himmels mündet.
Hör, Dichter, du die Botschaft auch.
Verwirf das Wort, das eitel grinste.
Leg deine Verse auf den Strom
wie zarter Blüten Lichtgespinste,
schau, sie entschwinden, ein Phantom.
*
Keine Maske wird uns schützen
vor den Viren, die wir blind
schlürfen aus den Trübsal-Pfützen,
die Schleim kranker Seelen sind.
Comments are closed.