Das ferne Herz
Die Sonne steigt,
die Wolken fliehen,
es schwillt ein Atem unterm mürben Holz,
die Sonne steigt.
Mein Herz ist fern,
ferner als die Wolke,
ferner als das immer flieht, das Blau,
mein Herz ist fern.
Ein Vogel singt,
die Gräser zittern,
es gluckst ein Wasser unterm dunklen Moos,
ein Vogel singt.
Mein Herz ist stumm,
stummer als das Gras,
stummer als das immer schweigt, das Blau,
mein Herz ist stumm.
Die Sonne sinkt,
die Sterne zittern,
es läutet unterm zugefrorenen Teich,
die Sonne sinkt.
Mein Herz ist kalt,
kälter als die Sterne,
kälter als das immer friert, das Blau,
mein Herz ist kalt.
Der Mond ist voll,
die Krüge schimmern,
es ruft ein Toter unterm hohlen Stein,
der Mond ist voll.
Mein Herz ist leer,
leerer als ein Krug,
leerer als das niemand faßt, das Blau,
mein Herz ist leer.
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