Den Entwurzelten ein Rätsel
Mit blumiger Lippe auszutönen,
wäre kapriziös, dachte sich
der Donner, als unter seine Wolke
die Morgenröte war geschlüpft.
*
Als der Schnee mehr wollte sein als Schnee,
legte er sein keusches Linnen
auf der Morgenröte Bett,
und siehe da, es begann zu glühen.
*
Daß diese Landschaft sich in grünen Versen sagt,
Veilchen weckt, damit sie ihnen Wehmut hauchen,
Nachtigallen in das Laub des Dämmers lockt,
Gold der Sage läßt in Eichen rauschen,
doch jene in Zypressen schwärzlich lodert,
damit die Ode steigt in blauem Rauch,
Elegien mit dem Dorn der Rose ritzt
und arkadisch seufzt mit blassen Lippen –
den Entwurzelten ein Rätsel immerdar.
O die Landschaft, die sich treue Dichter zeugt,
deren Verse Herzen haben, Adern,
wo der Blutstrom ihrer Sonne singt.
Daß der Reim wie Tropfen glänzt im Norden,
zitternd an den Wimpern scheuen Blicks,
reimlos, aber innig Vers an Vers sich schmiegt
an den Küsten, wo die Winde salzig wehen,
daß der Vates wie in lichte Tempelfriese
Verse skulpturiert mit feinem Stil,
und die Ferne nahe rückt in Sterngesängen,
aber Wasser schöpft in Liedes Krüge,
lechzende Gefühle zu besprengen,
Ferne sucht im tiefen Blick der Barde –
den Entwurzelten ein Rätsel immerdar.
O die Landschaft, die sich treue Dichter zeugt,
deren Verse Herzen haben, Adern,
wo der Blutstrom ihrer Sonne singt.
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