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Dryade

07.07.2021

Sie wachte auf und barg die junge Stirne
scheu in eines Blattes grüne Schale.
Um ihre Hüften floß der mütterliche Hauch,
Seufzen, das mit Moos und Farn begrünte.

Sie reckte Arme, denen Rispen sprossen,
eine schüchtern stammelnde Beterin,
in Lüfte, die von wilden Rufen blauten,
aus dem Kelch der Hände gießend Tau.

Und kamen Nächte, da sie Augen suchten,
Funken, knisternd durch ihr aufgelöstes Haar,
der sich an ihren Knien wetzte, Schnabel,
und in die weiche Brust geschlagen Krallen.

Noch brachte ihrer Schwestern Trost der Tag,
wenn der Sonne sie ihr Blütenlächeln schenkten,
dem Wind des Blattgeplauders Heiterkeit,
doch hüllte Dämmerung in Fäulnisodem.

Der Dämon ließ den Sommer ihr nicht wogen,
bittrer knirschte sich in ihren Schoß die Nacht,
sie warf umsonst ihm hin das Opfer süßer Früchte,
unter seinen Eulenblicken welkte ihre Haut.

 

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